Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 9 ° Regen

Navigation:
1200 Besucher feiern rund ums KFZ

„Summer in the City“ 1200 Besucher feiern rund ums KFZ

Trotz weniger Zuschauern als in den Vorjahren war das Sommerfest des KFZ am Samstag ein voller Erfolg. Das lag vor allem an zwei großartigen Bands, die den Konzertsaal zum Beben brachten.

Voriger Artikel
Von alten Bäumen und neuen Freunden
Nächster Artikel
Chaos-Familie kehrt auf die Leinwand zurück

Unter anderem rockte die Band „Acollective“ aus Tel Aviv im Kulturladen KFZ.

Quelle: Benjamin Kaiser

Marburg. Sie waren äußerst gut gelaunt. Sie waren zum ersten Mal in Marburg. Sie verlangten dem Publikum während ihrer rund sechzigminütigen Darbietung alles ab. Die Rede ist von der israelischen Band „Acollective“, die eine der beiden musikalischen Attraktionen bei „Summer in the City“, dem Sommerfest des KFZ, waren.

Zwar bezeichnen sich die Jungs aus Tel Aviv als „Electro-Pop-Band“, doch war ihre Darbietung eine wilde Mixtur aus vielen verschiedenen Musikrichtungen. Denn auch Rock- und Ska-Elemente waren zu hören
„Wir waren vorher noch nie in Marburg. Die Stadt ist toll und die Zuhörer waren vom ersten Song auf unserer Seite. Das war super“, sagte „Chef“, der am Schlagzeug eine bärenstarke Leistung ablieferte. Die Show der sieben Israelis war mitreißend. Es gab niemanden im Publikum, der die Füße still halten konnte und nicht tanzte. Vor allem die keyboard-lastigen Songs hatten es in sich.

Lebensfreude auf der Bühne

Aus viel weniger Mitgliedern, nämlich aus Stephan Jung und Simon Ortmeyer, besteht die Berliner Band „I’m not a Band“. Das Duo hat zusammen bisher ein Album veröffentlicht, das im Januar dieses Jahres erschien. „Oceans“ heißt die Platte und ist dem Electro-Pop zuzuordnen. Mit seichten Wogen hatte die Musik allerdings nichts gemein. Die gewaltige Klangwelt von „I’m not a Band“ rollte spät abends wie eine Tsunami-Welle auf die rund 300 Menschen im Konzertraum zu. Insbesondere Stephan Jungs Geige war ein Hörgenuss erster Güte.

Dabei waren es nicht nur die Soli, die die Menge mitrissen. Die Kombination aus tanzbaren Electro-Pop-Beats und klassischen Elementen machte das Besondere der Band aus. „Ein Fan hat mir einmal nach einem Konzert gesagt, dass keine andere Band Melancholie so tanzbar machen könnte wie wir. Das ist doch ein schönes Kompliment“, meinte Stephan Jung. Genau wie „Acollective“ versprühten Jung und Ortmeyer auf der Bühne pure Lebensfreude. Das Publikum dankte es ihnen mit teilweise wilden Tanzeinlagen. Egal, ob ein Song mit schnellem oder eher gemäßigtem Takt gespielt wurde, tanzbar waren sie alle.

In dem völlig überfüllten Raum war Bewegungsfreiheit nicht nur Mangelware, sondern gar nicht erst im Angebot.„Ich bin nassgeschwitzt bis auf die Knochen, aber es war super geil“, versicherte Ortmeyer, der sich nach der Show erst einmal ein Handtuch um die Schultern legen musste. Sein Hemd klebte an ihm. Kein Wunder: Denn nach rund 90 Minuten hatte die tanzwütige Menge immer noch nicht genug. Dreimal kündigte Ortmeyer an: „Das ist jetzt wirklich der letzte Song für heute!“ Nach den Live-Bands ging die Party bis 2 Uhr weiter, für Musik sorgte DJ Medicine Man. Allerdings suchten die meisten Besucher nach „I’m not a Band“ schnell das Weite.

Kaum ein Platz auf den Bierbänken frei

Für die Kinder, die wenig mit Electro-Pop anfangen konnten, gab es am Samstag ein besonderes Bonbon. Die Marburger Kunstwerkstatt hatte am Nachmittag einen Bastel-Stand aufgebaut, der bis in die Abendstunden belagert war. Unter anderem nahm die Grundschülerin Livia an der Werkstatt teil. „Ich mag es, wenn es möglichst bunt ist. Deswegen fand ich das Pappmasken-Basteln am besten“, erklärte sie und hielt ihre selbst gebastelte Pappmaske stolz in die Luft. Natürlich durften die Masken mit nach Hause genommen werden.

Während die Kleinen bei der Kunstwerkstatt gut aufgehoben waren, zogen es die Erwachsenen vor, die zahlreichen Bierbänke vor dem KFZ zu besetzen, wo kaum ein Platz frei blieb. Und wenn doch, dann nur für sehr kurze Zeit. Mit mehreren Getränke- und Speiseständen war für das leibliche Wohl bestens gesorgt.

Am Nachmittag spielte die Marburger Band „Angelo & the Angelas“. Außerdem gab’s Musik für Kinder mit „Herrn Müller und seiner Gitarre“. Begeistert von dem Fest zeigte sich ein 57-jähriger Mann aus Frankfurt, der es sich mit seinen Stammtisch-Freunden auf einer der Bänke bei einem kühlen Bier gemütlich gemacht hatte: „Wir kommen seit Jahren hier her. Es ist eine lockere und entspannte Atmosphäre an einem lauen Sommerabend. Was will man mehr?“

von Benjamin Kaiser

Bereits am Nachmittag herrschte bei freundlichem Sommerwetter gute Stimmung vor dem KFZ in der Schulstraße. Foto: Benjamin Kaiser
 
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Hier finden sie die Kommentare und Meinungen der Redakteure zu lokalen und weltpolitischen Themen sowie Glossen und augenzwinkernde Beträge. mehr