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116 Fotos erzählen ihre eigene Geschichten

"Zeit und Zeuge" im Kunstverein 116 Fotos erzählen ihre eigene Geschichten

Voll war es bei der Ausstellungseröffnung im Kunstverein. Neben vielen Marburger Kunstinteressierten waren auch etwa 30 Freunde und Kollegen der beiden Künstler aus Frankfurt und Offenbach angereist.

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Der Kunstverein zeigt Werke von Florian Albrecht-Schoeck und Anna Pekala.Foto: Mareike Bader

Marburg. Vor den 116 Fotografien kommen die Besucher schnell ins Gespräch - vor den Bildergruppen von Florian Albrecht-Schoeck ebenso wie vor den Porträts von Anna Pekala, die Menschen in ihrer privaten Umgebung fotografiert hat. Dass dabei nichts dem Zufall überlassen wurde, wird schnell klar. Es sei viel inszeniert, aber trotzdem dokumentarisch, verdeutlicht sie: „Die Menschen erzählen ihre eigene Geschichte.“

Ihre Serie „Ben-Gurion-Ring“ zeigt Bilder aus einer Plattenbausiedlung in Frankfurt, die als sozialer Brennpunkt gilt. Auf einer Fotografie ist eine Frau in einem engen schwarzen Kleid zu sehen, die auf ihrem Balkon sitzt und ihre Katze für die Kamera festhält. Die Frau habe sich für das Porträt vier Mal umgezogen und sich dann für dieses Kleid entschieden. Auch die Katze sei ihre Idee gewesen, erzählt Pekala. Es sei ihr wichtig, dass die Menschen sich selbst präsentieren. Auch wenn das Motiv gemeinsam arrangiert werde, lasse sie sich von den Ideen der Menschen leiten, so die gebürtige Polin. Anna Pekala und Florian Albrecht-Schoeck haben bereits mehrere Male gemeinsam ausgestellt und arbeiten auch beim „Frankfurter Programm - Aktive Nachbarschaft“ gemeinsam. „Beide setzen sich kritisch und engagiert mit der Gegenwart auseinander“, sagt Anne-Marie Beckmann, Kuratorin der Art Collection Deutsche Börse.

Die Arbeiten im Kunstverein zeigen eine sehr unterschiedliche Herangehensweise. Pekala arbeitet mit farbigen Digitalfotografien, während Albrecht-Schoeck analog arbeitet und bei seinen Landschafts- und Architekturaufnahmen weitgehend auf Farbe verzichtet. „Ich hab es mit Digitalkameras versucht. Auf Mittelformaten ist es für mich aber authentischer“, so Albrecht-Schoeck.

Besonders stolz sei er auf seine Arbeit „Im Lager“, das im Depot des Marburger Kunstmuseum sanlässlich der Ausstellung „Aufbruch, Umbruch“ entstand, an der Florian Albrecht-Schoeck beteiligt gewesen war.

Die Fotografie wurde in die Sammlung des Kunstmuseums aufgenommen und wird als Leihgabe im Kunstverein gezeigt. „Das ist das erste Werk, das mich definitiv überlebt“, lacht der Fotograf.

Die Ausstellung ist bis zum 1. Mai zu sehen; geöffnet Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr, Mittwoch 11 bis 20 Uhr. Eintritt frei.

von Mareike Bader

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