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OP-Buchtipp: Stephen King: „Mind Control“

Von Tablets, Terror und Telekinese

Ein Sadist im Wachkoma, ein Ex-Cop mit Bauchspeicheldrüsenkrebs und bunte Fische mit hypnotischer Wirkung – im letzten Teil seiner Mercedes-Trilogie zieht Stephen King alle Register.
Der US-Bestsellerautor Stephen King beendet seine Thrillerreihe rund um einen sadistischen Bösewicht. Fotos: Heyne, Maja Hitij

Der US-Bestsellerautor Stephen King beendet seine Thrillerreihe rund um einen sadistischen Bösewicht.

© Heyne, Maja Hitij

Eigentlich ist Brady Hartsfield nur noch eine atmende Hülle. Beim Versuch, einen Konzertsaal zu sprengen und Tausende Teenies in den Tod zu reißen, wurde dem Psychopathen schließlich der Schädel eingeschlagen. Seitdem vegetiert er sabbernd in einer Nervenklinik vor sich hin.

Doch plötzlich regt sich in Zimmer 217 Bewusstsein. Etwas in Brady erwacht. Und obwohl er an das Krankenbett gefesselt bleibt, ziehen grausige Ereignisse eine Blutspur durch die Stadt. Das Unheil nimmt seinen Lauf.

Stephen King (68) beendet mit seinem neuen Thriller „Mind Control“ nach „Mr. Mercedes“ und „Finderlohn“ seine Trilogie rund um den pensionierten Cop Bill Hodges und den Bösewicht Brady Hartsfield. Man muss die Vorgeschichte kennen, um das Finale zu verstehen.

Die Handlung knüpft an die Geschehnisse rund um das Mercedes-Massaker an: Sechs Jahre ist es her, dass Brady mit einer Limousine durch eine Menge wartender Arbeitsloser vor einer Jobmesse pflügte und viele Menschen tötete und verletzte. Hodges setzte ihn damals außer Gefecht.

Spielekonsole steuert menschliche Drohnen

Nun liegt Brady im Wachkoma. Doch hinter der sabbernden Fassade ist er klar bei Bewusstsein – und er giert nach Rache. Vielleicht waren es die heimlichen Experimente seines 
Arztes mit neuen Medikamenten, vielleicht wurden bei 
seinem Gehirntrauma einige 
Synapsen umgepolt, jedenfalls hat Bradys Geist nun tödliche Kräfte entwickelt. Und er ist getrieben von Hass.

Anfangs kann er mit Gedankenkraft nur seinen Wasserhahn aufdrehen und an der Jalousie im Krankenzimmer rütteln, später macht sich sein Geist wie ein Parasit in anderen Körpern breit, Brady lenkt und steuert seine Opfer wie menschliche Drohnen. Zugang zum Bewusstsein schafft er sich über 
eine ausrangierte Spielekonsole, dem Zappit. Bei der Demo des Spiels „Fishin’ Hole“ schwimmen bunte Fischlein über den Bildschirm, hypnotisieren dadurch den Betrachter – und öffnen Brady die Tür in ihre dunkelsten Gedanken.

Mit Hilfe dieses Tablets des Terrors macht sich in der Stadt eine Selbstmordepidemie breit. Jugendliche springen aus dem Fenster, schneiden sich die Pulsadern auf, schießen sich in den Kopf. „Mord ist keine Kontrolle. Mord ist einfach nur Mord. Suizid ist Kontrolle“, das ist Bradys kranke Devise. King widmet sich dem heiklen Thema Selbstmord, nicht ohne im Buch auf die Notnummer für Suizid­prävention und den Wert des Lebens an sich hinzuweisen.

Der Meister des Horrors, eigentlich bekannt für übersinnlichen Spuk wie „Es“ und „Friedhof der Kuscheltiere“, beendet damit seinen dreiteiligen Exkurs ins Detektiv-Milieu.

Das Buch ist ganz King, der Bösewicht so simpel böse wie sadistisch. Waren die ersten beiden Bücher eher gewöhnliche Kriminalromane, endet die Katz-und-Maus-Jagd nun mit jeder Menge Grusel. In diesem Sinne widmet King das Buch Thomas Harris, dem Autor von „Das Schweigen der Lämmer“.

Es ist der letzte Fall von Bill Hodges. Und wieder ermittelt er 
mit seiner eigenwilligen Partnerin Holly und dem Studenten Jerome auf eigene Faust, weil es die richtigen Polizisten nicht auf die Reihe kriegen. Neben Selbstmordspuk und Telekinese hat der pensionierte Polizist Hodges mit ganz irdischen Gebrechen zu kämpfen. Bereits im ersten Teil der Krimi-Reihe plagten ihn Altersschwäche und Herzinfarkt. Nun hat er Bauchspeicheldrüsenkrebs im End­stadium. Ihm bleibt nicht viel Zeit, um den „Fürsten des Suizids“ zu schnappen.

  • Stephen King: „Mind Control“, Heyne Verlag, 528 Seiten, 22,99 Euro.

von Nico Pointner


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