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„Hessen vokal“ und „CanTaunus“

Von Swing bis Pop

Zwei Chöre und ein Programm von Glenn Miller bis Coldplay: „Hessen ­Vokal“ hat sich einen Gastchor aus dem Taunus eingeladen und das ­Publikum mit einem ­abwechslungsreichen Konzert unterhalten.
Mit A-capella-Versionen von deutschen und englischen Pop- und Swing-Songs begeisterte „Hessen vokal“ unter der Leitung von Uwe Henkhaus das Publikum. Foto: Nadja Schwarzwäller

Mit A-capella-Versionen von deutschen und englischen Pop- und Swing-Songs begeisterte „Hessen vokal“ unter der Leitung von Uwe Henkhaus das Publikum.

© Nadja Schwarzwäller

Marburg. Die „Muppets Show“ trifft auf geistliche Meisterwerke, Coldplay auf das „blaue Einhorn“ und zum Schluss sind alle glücklich. So lässt sich das Konzert von „Hessen Vokal“ in der Aula der Martin-Luther-Schule zusammenfassen. „Vocal connection“ stand als Motto über dem Abend und das bezog sich nicht nur auf die musikalischen Verbindungen zwischen den unterschiedlichsten Stilrichtungen, sondern auch auf die Verbindung zu „CanTaunus“, den Gästen aus Südhessen.

„CanTaunus“ ist ein Auswahlchor des Sängerkreises Hochtaunus und war mit 27 Sängerinnen und Sängern und Chorleiter Wolfgang Gatscher nach Marburg gereist. In der Notenmappe: das Chorwerk „There is an old belief“ von John Gibson Lockhart ebenso wie ein Tango von Astor Piazzolla oder Glenn Millers „Tuxedo Junction“.

Vom amerikanischen Fluss „Shenandoah“ ging es zu deutschem Volksliedgut – und auf die Idee, „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“ mit einem Rumba-Einstieg zu singen, muss man auch erst einmal kommen. Bei der Frage nach „What shall we do with a drunken sailor?“ wurde im Rhythmus gehickst und als Hingucker hatte sich „CanTaunus” zur Darbietung von „Ma-Nah Ma-Nah” aus der „Muppets Show“ mit Sonnenbrillen ausgestattet. Auch wenn es keinen Anlass zu Beschwerden über die stimmliche Leistung gab – zum Finale ihres Programms wurde ein Stück komplett mit Händen und Füßen, Klatschen, Stampfen und Lauten intoniert.

Fötaler gesang in Steißlage

„Hessen vokal“ hatte sich als Gastgeber mit einem Programmteil in Deutsch und einem in Englisch inszeniert. „Dieser Weg wird kein leichter sein“ wirke hoffentlich nicht als ein schlechtes Omen, hieß es zu Beginn des Konzerts, aber Xavier Naidoo erwies sich gewissermaßen als ein guter Pate für die folgenden zwei Stunden. Neuen deutschen Pop und eine Version von Coldplays „Viva la Vida“ gab es zu hören, in der Abteilung „Deutsch“ außerdem „Das blaue Einhorn“ und bei den englischsprachigen Liedern unter anderem Cole Porters „Night and Day“.

Einzelne Chormitglieder moderierten jedes Lied launig an. So wurde zum „stillen Lied“ von Maybebop („Das Lied kommt aus dem Mutterleib, es ist ­fötaler Zeitvertreib“) beispielsweise angekündigt, man singe es in Steißlage. Wunderbar rührend gelang den zwei Dutzend Sängerinnen und Sängern unter der Leitung von Uwe Henkhaus „The luckiest“ von Ben Fold. Die Mischung aus eher gesetzten und pfiffigeren Stücken ergab einen unterhaltsamen Konzertabend. Die 80 Zuhörer ließen die beiden Chöre nicht ohne Zugabe von der Bühne und beteiligten sich obendrein an einem Geburtstagsständchen für eine Sängerin aus dem Taunus.

von Nadja Schwarzwäller


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