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Kinostart: „Collide“

Verfolgungsjagden rund um Köln

Ein Action-Film soll spektakuläre Bilder bieten. Richtig gut wird er aber erst, wenn die Geschichte stimmt. Andernfalls können auch berühmte Darsteller wenig ausrichten, wie das Action-Abenteuer „Collide“ zeigt.
Ben Kingsley spielt den durchgeknallten Drogendealer Geran. Foto: Universum Film

Ben Kingsley spielt den durchgeknallten Drogendealer Geran.

© Universum Film

In diesem Film knallt es gewaltig. „Collide“, kollidieren, nennt sich das prominent besetzte Action-Abenteuer. Das Besondere: Die halsbrecherischen Verfolgungsjagden und wüsten Schießereien wurden rund um Köln gedreht.

Nicholas Hoult, bekannt aus „X Men: Apocalypse“ oder „Mad Max: Fury Road“ spielt Casey, der sehr schnell sehr viel Geld braucht, damit seine todkranke Freundin (Felicity Jones) operiert werden kann. Auf der Suche nach einem lukrativen Job landet er in einem Kampf um Macht und Drogen und wird zum Spielball zweier Gangster, gespielt von den Oscarpreisträgern Ben Kingsley und Anthony Hopkins.

Beste Voraussetzungen also für ein hochspannendes Abenteuer, trotzdem kann der Film des britischen Regisseurs Eran Creevy die Erwartungen nicht erfüllen. Die Grundfrage: „Wie weit würdest du für die Liebe gehen?“. Die Antwort des Actionspektakels ist denkbar einfach: „Wir haben alle unsere Gründe, um waghalsige verrückte Dinge im Leben zu tun. Aber wenn Liebe der Grund ist, dann ist es vielleicht nicht ganz so verrückt.“

Also riskiert Hoult sogar sein Leben. Mit fünf Millionen Euro Drogengeld im Kofferraum haut er ab. Kein Wunder, dass die abgezockten Drogendealer ihm ihre Killer nachjagen. In kleineren Rollen mit dabei: Joachim Król („Ausgerechnet Sibirien“), Erdal Yildiz („Fack ju Göhte“) und Clemens Schick („Casino Royale“). Immer wieder scheint es, als wäre Hoult als Casey nicht so ganz bei der Sache.

Oscarpreisträger werden mit Rollen nicht recht warm

Das mag vor allem an der Geschichte liegen, die mit reichlich Klischees gespickt und ziemlich dünn geraten ist. Trotz der Actionszenen zieht sie sich über eineinhalb Stunden doch ziemlich in die Länge.

Auch Kingsley und Hopkins erwecken den Eindruck, als wären sie mit ihren Rollen nie so richtig warmgeworden. Kingsley spielt seinen Drogendealer Geran komplett durchgeknallt, doch wirklich ernst nimmt er den Part nicht.

Vieles wirkt aufgesetzt, ebenso bei Hopkins, der als smarter, aber grausamer ­Drogenboss Hagen Kahl zu sehen ist. Am besten ist er in den Szenen, in denen er seelenruhig dabei zusieht, wie Casey grausam gequält wird. Kahls eiskalt-diabolisches Grinsen jagt Schauer über den Rücken – Hannibal Lecter lässt grüßen.

Am spektakulärsten sind die Autojagden. Endlich mal richtig Gas geben auf deutschen Autobahnen, ohne Tempolimit – für Autofahrer aus anderen Ländern ein benzingeschwängerter Traum und ein Paradies für die Macher, darunter Hollywood-Produzent Joel Silver, der actionlastige Erfolgsfilme wie „Matrix“ oder „Unknown Identity“ ins Kino brachte.

Beteiligt ist auch die Stuntproduktionsfirma action concept, welche die RTL-Actionserie „Alarm für Cobra 11“ produziert, vielfach ausgezeichnet für spektakuläre Autostunts. Vielleicht wäre die Geschichte von „Collide“ im Rahmen der Serie besser aufgehoben gewesen, nur 45 Minuten lang und konzentriert aufs Wesentliche: Dass es möglichst aufsehenerregend kracht, knallt und explodiert.

  • Der Film läuft ab diesem Donnerstag im Capitol.

von Cordula Dieckmann


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