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Theater

Tragödie endet mit Blutbad

Das Hessische Landestheater Marburg setzt seine Mythen-Reihe fort: Am Samstag haben „Die Nibelungen“ um 19.30 Uhr Premiere in der Black Box im Theater am Schwanhof. Regie führt Intendant Matthias Faltz.

Burgunderkönig Gunther (Stefan A. Piskorz, Mitte) hält Rat mit Mutter Ute (Christine Reinhardt, von links), dem finsteren Hagen von Tronje (Charles Toulouse) und dem strahlenden Helden Siegfried (Oliver Schulz).

© Ramon Haindl

Marburg. Nicht nur die alten Griechen haben ihre Mythen – zwei davon haben Marburger Theaterbesucher unter Intendant Faltz bereits erlebt: „Antigone“ und „Die Titanenschlacht“. Es gibt aber auch Mythen der alten Germanen, die die Zeiten überdauert haben. Und sie sind keineswegs weniger blutrünstig als die der antiken Griechen.

Das Nibelungenlied ist der wohl berühmteste Sagenzyklus: Da gibt es den strahlenden, dank Drachenblut und Tarnkappe schier unbesiegbaren Recken Siegfried, seinen finsteren Widerpart Hagen von Tronje, den Burgunderkönig Gunther, der die germanische Königin Brunhild nur mit Hilfe Siegfrieds erobern kann, Siegfrieds Frau Kriemhild, deren Eifersucht eine Tragödie in Gang setzt, an deren Ende alle Burgunder von Etzels Heerscharen hingemetzelt werden.

Die im Hochmittelalter weit verbreitete Sage, die einen historischen Kern aus der Zeit der Völkerwanderung hat, ist bis heute lebendig: Noch immer suchen etwa Schatzjäger nach dem Rheingold, dem Schatz der Nibelungen, den Hagen im Rhein versenkt haben soll.

Richard Wagner hat das Nibelungenlied zum „Ring des Nibelungen“ vertont, Friedrich Hebbel (1813 – 1863) hat daraus „ein deutsches Trauerspiel“ gemacht, eine bluttriefende Tragödie mit epischen Ausmaßen. Denn am Ende liegen nahezu alle in ihrem Blut am Boden. Selbst Etzel, dessen historisches Vorbild vermutlich der wenig zimperliche Hunnenkönig Attila war, wendet sich mit Schrecken ab.

Die Premiere ist am Samstag ab 19.30 Uhr in der Black Box des Landestheaters (Theater im Schwanhof) Weitere Vorstellungen: 28. Februar, 8. und 30. März.

von Uwe Badouin

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