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Ausstellung

Tradition des Stilllebens neu entdecken

Viel los in der Galerie Schmalfuß: Rund 150 Gäste drängten sich bei der Eröffnung der Ausstellung des Marburger Malers Stefan S. Schmidt in den Räumen der Galerie am Steinweg.

Der Künstler Stefan S. Schmidt vor seinem Gemälde „Louise“, das ausnahmsweise eine Figur zeigt.

© Bettina Preussner

Marburg. Man möchte sie anfassen, so echt sehen sie aus, die Früchte und Gläser, Tücher und Stoffe, Koffer und Schachteln auf den Bildern von Stefan S. Schmidt. Der Marburger Künstler malt äußerst realistische, ja fast hyperrealistische Stillleben. Jedes Ölbild ist ganz fein gemalt und akribisch ausgeführt bis ins kleinste Detail.

In seiner Rede zur Eröffnung der Schau am Samstag sagte Galerist Michael Schmalfuß: „Für viele Gäste ist Stefan S. Schmidt ein alter Bekannter. Es ist bereits die vierte Ausstellung des Künstlers in dieser Galerie.“ Er verwies darauf, dass das Arrangement der Gegenstände auf Schmidts Bildern  ein wesentliches Element der Gestaltung sei. Nichts werde hier dem Zufall überlassen.

Außerdem betonte Schmalfuß, auf den Gemälden seien nur selten Figuren zu sehen, manchmal allerdings spiegele sich der Maler selbst in einer reflektierenden Fläche.

Stillleben haben in der Kunstgeschichte eine lange Tradition. Eine Blütezeit des Genres gab es in der Zeit des Barock, vor allem in der niederländischen Malerei.

In den schwelgerischen Stillleben dieser Epoche waren viele der abgebildeten Gegenstände mit symbolischer Bedeutung aufgeladen. Stefan S. Schmidt will nun einen ganz eigenen Blick auf die jahrhundertealte Tradition des Stilllebens werfen, wie er im Gespräch mit der OP erklärte. „Viele der Dinge auf meinen Bildern sind in großer Isolation dargestellt“, erläuterte er. „Sie bilden einen eigenen, geschlossenen Kosmos.“ Nur die spiegelnden Flächen stellten eine Verbindung zwischen der Außenwelt und der abgeschotteten Innenwelt der Bilder her, fuhr er fort.

Neben den Gemälden von Schmidt sind in der Galerie Schmalfuß derzeit noch Werke des Marburger Bildhauers Rupert Eichler zu sehen. Es sind originelle kleine Köpfe in Keramik oder Bronze, die meist sehr realistisch, manchmal auch ironisch einen Menschen porträtieren.

Die Ausstellung ist bis 18. März zu sehen, geöffnet Dienstag bis Freitag von  10 bis 13 Uhr und 13 bis 18.30 Uhr, Samstag von 10 bis 16 Uhr.

von Bettina Preussner


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