Navigation:
Ticket-Shop Anzeigen- und Abo-Service

Kino: „Carol“

Subtil, schmerzlich und elegant

Er war die Vorlage für den Film „Carol“ mit Cate Blanchett und Rooney 
 Mara. Patricia Highsmiths Roman über die Liebe zwischen zwei Frauen hat eine interessante Geschichte.
Therese (Rooney Mara) und Carol (Cate Blanchett) führen ihr erstes Gespräch im Kaufhaus. Nach der Begegnung erfindet Carol ihre Liebesgeschichte, die nun ins Kino kommt. Foto: Wilson Webb/DCM

Therese (Rooney Mara) und Carol (Cate Blanchett) führen ihr erstes Gespräch im Kaufhaus. Nach der Begegnung erfindet Carol ihre Liebesgeschichte, die nun ins Kino kommt.

© Wilson Webb/DCM

Patricia Highsmith ist noch nicht berühmt, als sie eine schicksalhafte Begegnung hat. Im Winter 1948 jobbt die junge Schriftstellerin in der Spielzeugabteilung des New Yorker Kaufhauses Bloomingdale‘s. 
Eine blonde Frau im Nerzmantel kauft dort eine Puppe. Highsmith sieht sie und ist ganz benommen, „wie knapp vor einer Ohnmacht“, erinnert sie sich später. Danach erfindet sie die Liebesgeschichte zu „Carol“.

Die Bücher von Patricia Highsmith (1921-1995) sind schon oft verfilmt worden. Alfred Hitchcock kaufte gleich ihren Erstling für „Zwei Fremde im Zug“. Später folgten „Nur die Sonne war Zeuge“ mit Alain Delon, Wim Wenders „Der amerikanische Freund“ oder „Der talentierte Mr. Ripley“ mit Matt Damon. Nun ist das Kultbuch „Carol“ an der Reihe. Bei den Golden Globes gab es gerade gleich fünf Nominierungen. Regie führt Todd Haynes. Cate Blanchett (46) spielt die Titelrolle der mondänen, verheirateten Frau, Rooney Mara (30) die junge Verkäuferin namens Therese.

„Carol“ ragt unter den literarischen Thrillern heraus, dem Markenzeichen von Highsmith, die damit stilprägend war. Das Frühwerk ist vielleicht ihr persönlichstes Buch. Highsmith veröffentlichte es 1952 unter Pseudonym. Sie wollte nicht als Autorin lesbischer Bücher etikettiert werden.

Wahre Carol, erfundene Geschichte

Als Taschenbuch wurde es ein Bestseller. Unerhört war damals: Die Geschichte des Frauenpaares hat eine Art Happy End. „Bis zu diesem Buch mussten weibliche wie männliche Homosexuelle ihre Neigungen büßen, indem sie sich die Pulsadern aufschnitten, sich in einem Swimmingpool ertränkten oder indem sie zu heterosexuellen Beziehungen „überwechselten“, wie man das damals nannte, oder allein, elend und gemieden in qualvolle Depressionen fielen“, schrieb Highsmith später in einem Nachwort. Sie bekam viel Post, von dankbaren Frauen wie Männern.

Highsmith-Biograf Andrew Wilson recherchierte die Geschichte der „wahren Carol“, die auf einem Bild an einen Filmstar erinnert. Kennengelernt haben sich die beiden Frauen wohl nie. Die Handlung des Romans, der Krimi- und Roadmovie-Elemente hat, ist ausgedacht. Carols Ehemann setzt darin im Streit um das Sorgerecht für die Tochter einen Detektiv auf das Paar an.

20 Jahre ist der Tod von Highsmith her. Viele Anekdoten ranken sich um sie: Etwa, dass sie in ihrer Handtasche Hunderte von ihren geliebten Schnecken samt Salatkopf ausführte. Sehr begabt, aber menschenscheu soll Highsmith gewesen sein. Für die grandiosen Bilder zeichnete übrigens Ed Lachman verantwortlich, der im März mit dem Marburger Kamerapreis ausgezeichnet wurde.

  • Der Film läuft im Capitol.

von Caroline Bock

 

 „Carol“ erhielt von den Besuchern der OP-Schnupper-Premiere im Cineplex das Prädikat: oscarreif mit der Note 3,62 (Bestnote ist 4,0).

Zuschauermeinungen:
„Bittersüße Liebesgeschichte, erzählt in schönen, ruhigen Bildern.“
Roswitha Koch (64) aus Ebsdorfergrund

„Wunderschön ausgestatteter Film, herrliche Kostüme, Cate Blanchett ist bezaubernd, behutsam erzählt.“
Renate Becker (66) aus Weimar

„Den ganzen Film durchzieht eine Schwermütigkeit. Trotzdem ist er spannend und unterhaltend.“
Michelle Auletta (46) aus Marburg

„Zwei großartige Schauspielerinnen. Das Thema wurde sehr feinfühlig und behutsam dargestellt.“
Jutta Bredemann aus Marburg

„Der Mief der 50er Jahre in den USA ist sehr ‚schön‘ eingefangen.“
Dieter Gabrian aus Marburg

„Ein rundum gelungener Film mit zwei brillanten Darstellerinnen, einem tollen, zum Nachdenken anregenden Ende sowie einem beeindruckenden Soundtrack.“
Milad Javadani (20) aus Marburg

„Ein Film eher für Frauen.“
Thorsten Brand (45) aus Marburg

Die Gewinner:
Je zwei Freikarten gehen an: Antonia Longinus, Claudia Spengemann, Thorsten Brand, Milad Javadani und Martin Dehnert (alle Marburg). Die Karten werden zugeschickt.

Die OP-Hitparade:
1. Carol (3,62)
2. Everest 3D (3,5)
3. Der Chor – Stimmen des Herzens (3,43)

 

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Anzeige




Jubiläum




Wünsche




Terra-Tech




Lokschuppen-Sanierung

Lokschuppen-Sanierung: Sollten Marburger über die Umsetzung eingereichter Projektangebote abstimmen dürfen?

Sport-Tabellen




Spielerkader




zur Galerie

Fußballfotos vom Wochenende

Sonderveröffentlichungen




Spielplatz-Serie




LWL-Shop




Mit der OP durch das Gartenjahr




Blende 2016




Heimatprämie sichern!




Instagram

Meistgelesene Artikel

Schüler lesen die OP




Kommentare




OP kostenlos lesen




Der Online-Shop der OP




Städtewetter
Ihre Stadt/Ihr Ort
Tagestemperatur
°
Tiefsttemperatur
°
Regenprognose
%
Windstärke
km/h
Pollenflug
Ihre Wettervorschau
zur Galerie

Willkommen im Leben:

Die Transfers im Landkreis




Die OP-Serien

Eine Vergleichsstudie zwischen Marburg und Osnabrück hat die Wirksamkeit von Karies-Präventionsprogrammen in Marburger Schulen bewiesen. Foto: dpa Kariesprophylaxe

Marburger Schüler haben die besseren Zähne

Marburg nimmt beim Kampf gegen Karies eine Vorreiterposition ein. Dies beweist eine Studie von Professor Klaus Pieper, Leiter der Abteilung Kinderzahnheilkunde der Marburger Zahnklinik. mehrKostenpflichtiger Inhalt



90 regionale Rezepte: Das Besser-Esser-Buch


Das Besser Esser Buch mit 70 regionalen Rezepten.

Die Grill-App der Oberhessischen Presse


Rostkost: Rezepte und Grilltechnik




  • Sie befinden sich hier: Kino: „Carol“ – Subtil, schmerzlich und elegant – op-marburg.de