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OP-Filmtest: „SMS für Dich“

Schöne Romanze für Frischverliebte

Wenn Karoline Herfurth im Kino auf der Kinoleinwand nach dem Richtigen sucht, dann darf gelacht, gezittert und geweint werden. 300 Zuschauer sahen ihr Regiedebüt in der OP-Vorpremiere – und waren begeistert.
Mark (Friedrich Mücke) und Clara (Karoline Herfurth) kommen sich bei einem Herbstspaziergang näher. Foto: Warner Bros.

Mark (Friedrich Mücke) und Clara (Karoline Herfurth) kommen sich bei einem Herbstspaziergang näher.

© Warner Bros.

Marburg. Längst gehört es für deutsche Kino-Stars zum guten Ton, sich irgendwann auch im Regie-Fach zu versuchen. Til Schweiger ist das Paradebeispiel, mit seinen Erfolgskomödien („Keinohrhasen“) hat der als Schauspieler oft belächelte Regisseur Maßstäbe gesetzt. Andere Beispiele sind Florian David Fitz („Der geilste Tag“) und Matthias Schweighöfer („Vaterfreuden“).

Zu diesem Kreis gesellt sich nun die aus Filmen wie „Der Vorleser“ oder „Fack Ju Göhte“ bekannte Karoline Herfurth. Für „SMS für Dich“ hat die 32-Jährige den gleichnamigen Roman der Schriftstellerin Sofie Cramer adaptiert. Auch die Hauptrolle der verzweifelt um ihren toten Freund trauernden Clara hat Herfurth übernommen. Flankiert wird sie im Film von Friedrich Mücke, Frederick Lau und Nora Tschirner.

Zwei Jahre ist der fürchterliche Unfall her, bei dem Clara ihren geliebten Ben wegen eines betrunkenen Autofahrers verloren hat. Ihr Kummer aber will nicht weichen. In ihrer Verzweiflung schickt sie ständig SMS an den toten Freund. Nicht ahnend, dass dessen Handynummer kürzlich neu vergeben wurde:

Claras Kurznachrichten, diese besondere Form der Trauerarbeit, landen auf dem Smartphone von Mark (Mücke), einem gut aussehenden und ehrgeizigen Sport-Journalisten, der sich mit Kollege und Freund David (Lau) daran macht, das Geheimnis der rätselhaften Nachrichten zu entschlüsseln. Claras beste Freundin wiederum, die von Nora Tschirner verkörperte Katja, versucht alles Mögliche, um Clara auf andere Gedanken zu bringen.

Filmlänge tut Figuren gut

Manches in diesem Film erinnert an die oftmals formelhafte, eher ins Fernsehen passende, typische Komödie deutscher Provenienz. „SMS für Dich“ aber kann auch anders, es gibt wunderbar fotografierte Berlin-Impressionen, die auf eine Kinoleinwand gehören.

Momentweise fühlt man sich gar in ein Hollywood vergangener Tage versetzt, etwa wenn Mark und Clara sich bei einem sonnendurchstrahlten Herbst-Spaziergang im Berliner Zoo näher kommen. Auch nimmt sich Herfurths Debüt mehr Zeit als die handelsübliche Komödie, der Film hat über 100 Minuten, was der Figurenentwicklung nur gut tut.

Ein gutes Händchen bewiesen hat Regie-Neuling Herfurth in jedem Fall bei der Auswahl ihrer Mitdarsteller. Friedrich Mücke ist ziemlich stark als scheinbar abgebrühter, schlussendlich aber doch romantischer Journalist.

Frederick Lau ist einnehmend wie immer; spätestens seit seiner famosen Performance im Berlinale-Überraschungshit „Victoria“ muss man den Berliner ohnehin zu den stärksten deutschen Schauspiel-Gesichtern zählen. Lau weiß zudem mit Nora Tschirner ein kongeniales weibliches Pendant an seiner Seite: Mit ihren Berliner Schnodderschnauzen erden sie den bisweilen etwas zu glatt geratenen Film.

Katja Riemann ist toll als völlig abgedrehte Schlagersängerin „Henriette Boot“, auch Herfurth selbst schließlich vermag zu überzeugen, dem Jungmädchen-Charme ihrer Clara ist nur schwer zu widerstehen.
Karoline Herfurth legt mit „SMS für Dich“ ein alles in allem überzeugendes Regie-Debüt vor.

Das wunderbare Darsteller-Ensemble, die wirklich berührende und nur teils zu kitschig geratene Geschichte, die zwar poppige, aber doch meist angemessene musikalische Flankierung werden diesem, unbedingt auf großer Leinwand zu goutierenden Film sicher ein größeres Publikum zuführen.

von Matthias von Viereck

 

SMS für Dich erhielt von den Besuchern der OP-Schnupper-Premiere im Cineplex das Prädikat: sehenswert mit der Note 3,49 (Bestnote ist 4,0).

Zuschauermeinungen:
„Eine wunderschöne deutsche Romanze, geniale Schauspieler – sooo schön, ein Träumchen.“
Stephie Borufka aus Marburg

„Ein neuer Lieblingsfilm für den Mädelsabend. ‚Pretty Woman‘ unserer Zeit.“
Julia Englert (24) aus Fronhausen

„Ein ultraleichter Film. Spitze. Nur ein bisschen laut war‘s.“
Elisabeth Münch aus Marburg

„Die pure Romantik, gepaart mit dem perfekten Mann.“
Ines Lauer (22) aus Argenstein

„Wunderschön – endlich mal was Positives in dieser Zeit!“
Regina Kulikowski (59) aus Marburg

„Die Liebe kennt kein jein. Superromantisch und absolut sehenswert.“
Christine Schneider (50) aus Kirchhain

„Super lustiger Film. Einfach zum Lachen, absolut sehenswert. Top Schauspieler, super Geschichte.“
Alicia Mathes (20) aus Cappel

„Ich will die Filmmusik.“
Katharina Kunz (30) aus Bad Endbach

Die Gewinner:
Je zwei Freikarten gehen an: Anna-Lena Beuter aus Lahntal, Ines Lauer aus Argenstein, Gaby Rokitzki aus Marburg, Pauline Bischofsberger aus Niederwalgern und Elisabeth Freiberger aus Stadtallendorf. Die Karten werden zugeschickt.

Die OP-Hitparade:
1. Mahana – eine Maori-Saga (3,56)
2. SMS für Dich (3,49)
3. Ben Hur (3,27)
4. Die Unfassbaren 2 (3,24)
5. Suicide Squad (3,11)
6. Mein ziemlich kleiner Freund (3,10)

 

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