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Zum Tod der Künstlerin Katharina N. Eitel

Poetische Botschaften und spirituelle Räume

Die Marburger Künstlerin Katharina N. Eitel erlag am 22. Mai dieses Jahres im Alter von 70 Jahren einem Krebsleiden.
Die Künstlerin Katharina N. Eitel ist am 22. Mai verstorben. Privatfoto

Die Künstlerin Katharina N. Eitel ist am 22. Mai verstorben.

© privat

Marburg. Katharina Natalie Eitel hatte einen ausgeprägten Sinn für Raum und Licht, Material und Farbe. Mit selbstgeschöpften Papieren und handmarmorierten Flächen und Motiven übermittelte sie poetische Botschaften und öffnete mit Kunst-Installationen neue spirituelle Räume. Auch mit Pinsel, Feder und Fotografie entstanden Momentaufnahmen, Porträts und Stimmungsbilder von großer Leichtigkeit.

Katharina Natalie Eitel wurde am 8. Mai 1946 in eine Marburger Fabrikantenfamilie hineingeboren. Nach dem Abitur an der Odenwaldschule erhielt sie ihre Ausbildung an der Kunsthochschule in Hamburg und schloss sie als Master of Design am Londoner Royal College of Art ab. In Wien erwarb sie Kenntnisse des Stoffdrucks, in Japan lernte sie die Kunst des Papierschöpfens.

Nach einigen Jahren als Trendstyling-Fachberaterin für die Bayer-Werke arbeitete sie als freiberufliche Designerin. Für die elterliche Marburger Tapetenfabrik entwickelte sie mehrere Kollektionen. Auch führende US-Firmen wie Jack-Lenor-Larsen gehörten zu ihren Auftraggebern.

Intensive Auseinandersetzung mit der NS-Zeit

Seit 1990 konzentrierte Katharina Eitel sich auf die freiberufliche künstlerische Tätigkeit, die sie schon 1983 mit ihrer Ausstellung „Liebe zum Papier“ in München und 1984 in Tokyo („Ebru Cabinet“) parallel zur Designertätigkeit begonnen hatte.

Katharina Eitel verband Formen und Material stets mit Inhalten. Ihre nachdenkliche Tiefe entwickelte sie in Begegnungen mit Kunst, Philosophie und Religion, aber auch in der Auseinandersetzung mit den Abgründen der menschlichen Existenz und mit menschlichen Schicksalen. Sie setzte sich intensiv mit der NS-Zeit auseinander und auch mit ihren eigenen Konflikten und Sehnsüchten.

Museen und Sammlungen in Kassel, Frankfurt, Leipzig, Tokyo, Den Haag und Offenbach kauften ihre Werke an. Einzelausstellungen hatte sie unter anderem in London, München, Tokyo, Frankfurt, Marburg, Lauenförde und Offenbach. Auch war sie an Gemeinschaftsausstellungen im In- und Ausland beteiligt. Katharina Eitel war mit dem Marburger Musikpublizisten Claus Schreiner verheiratet. Auch für einige seiner CD-Produktionen gestaltete sie Cover und Book­lets.

2002 begann für Katharina Eitel eine neue, intensive Familienphase: sie kümmerte sich um ihren Vater und nahm sich bis zu seinem Tod viel Zeit für ihn. 2006 erkrankte ihre Mutter an Demenz. Bis zu ihrem Tod 2011 investierte sie viel Kraft in ihre Pflege und später in die Organisation externer Unterstützung.


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