Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Militär-Actionkomödie von „Hangover“-Regisseur

OP-Filmtest: „War Dogs“ Militär-Actionkomödie von „Hangover“-Regisseur

Die Kriegs-Actionkomödie „War Dogs“ erzählt die wahre Geschichte von zwei Mittzwanzigern, die zu Waffenlieferanten für das US-Militär werden. Mit dem Film will sich „Hangover“-Regisseur Todd Phillips vom früheren Klamauk absetzen.

Voriger Artikel
Kinderbuch-Klassiker im Musical-Gewand
Nächster Artikel
Musikerpaar bringt Träume zum Klingen

Efraim (Jonah Hill, von links) und sein Kumpel David (Miles Teller) haben plötzlich recht merkwürdige Geschäftspartner.

Quelle: Warner Bros.

Marburg. In „War Dogs“ geht es um Kritik am US-Militärkomplex, erzählt von einem sympathischen Protagonisten.

David Packouz (Miles Teller), ein Collegeabbrecher in den frühen Zwanzigern, trifft seinen Kinderfreund Efraim Diveroli wieder (Jonah Hill). Ihn will er mit Abgebrühtheit beeindrucken, schließlich ist Diveroli ein erfolgreicher Unternehmer.

Sein Geld verdient er dank eines juristischen Schlupflochs damit, kleine Waffenaufträge der US-Armee zu erfüllen. Packouz steigt bei Diveroli ein, beide zusammen sind schnell erfolgreich. Zunächst geht der Plan auf. Sie werden zu wichtigen Militärlieferanten und ziehen einen Großauftrag im Wert von mehr als 300 Millionen Dollar an Land.

Diese unglaubliche, aber wahre Story ist das größte Plus des Films. Ausgegraben hat sie vor einigen Jahren Guy Lawson für das Magazin „Rolling Stone“, sein Artikel „Die bekifften Waffendealer: Wie zwei amerikanische Jungs zu großspurigen Waffenhändlern wurden“ war die Vorlage.

Exzellente Schauspieler unterfordert

Dass es solche Knallchargen überhaupt schaffen, sich dem US-Militär als vermeintlicher Rüstungsgigant zu präsentieren, sagt viel über die Politik in diesem Land.

Regisseur Todd Phillips verliert an manchen Stellen das Interesse an der Geschichte. Trotzdem arbeitet die nur mild gesellschaftskritische Kriegs- und Actionkomödie souverän ihre Szenen ab, darunter ein skurriler Trip durch die Wüste, ein problematischer Lieferantentermin in Südosteuropa und ein Streit zwischen Packouz und seiner Freundin, als diese hinter die Fassade des neuen Unternehmens ihres Freundes blickt.

Ein wenig unterfordert bleiben dabei die exzellenten Jungschauspieler. Alles wird in knalliger Bildsprache erzählt: Miami strahlt hellblau, Albanien ist grau und über allem dröhnt Iggy Pop. Phillips ist anzumerken, wie sehr er einen relevanten Stoff cool vermitteln will, aber von seinen früheren Hits, wie der „Hangover“-Trilogie, nicht immer loskommt.

Dabei sind die Vorbilder stets klar zu erkennen: Martin Scorceses „Wolf of Wall Street“ klingt an, genauso wie David O. Russells „American Hustle“. „War Dogs“ erreicht deren Finesse nicht ganz, er bleibt zu unentschlossen zwischen Gesellschaftskritik und Kumpel-Film. Dank der guten Schauspieler und flott abgespulter Story gerät das Werk aber auch nicht zum Komplettärgernis.

  • Der Film läuft im Cineplex.

von Christian Fahrenbach

 War Dogs erhielt von den Besuchern der OP-Schnupper-Premiere im Cineplex das Prädikat:  sehenswert mit der Note 2,88 (Bestnote ist 4,0).

Zuschauermeinungen:
„Coole Typen mit guter Story.“
Daniela Steffen aus Bracht

„Es ist ein Popcornfilm. Die Handlung war sehr durchsichtig.“
Elia Helfenbein aus Marburg

„Ich hatte sinnfreie Comedy erwartet und war positiv überrascht von Ernst und Tiefgang.“
Sabrina Schmidt aus Burgwald

Die Gewinner:
Je zwei Freikarten gehen an: Helena Neto, Richard Domin, Rica Schlüter (aus Marburg), Daniela Steffen aus Bracht und Niklas Eckelmann aus Lahntal. Die Karten werden zugeschickt.

Die OP-Hitparade:
1. Mahana – eine Maori-Saga (3,56)
2. SMS für Dich (3,49)
9. War Dogs (2,88)

 
 
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr