Navigation:
Ticket-Shop Anzeigen- und Abo-Service

Frankfurter Buchmesse

Mehr Inhalt, weniger Show

Das Thema Digitalisierung ist durch, auf der Buchmesse stehen wieder die Autoren und ihre Texte im Mittelpunkt. Politik spielt eine große Rolle – auch hinter den Kulissen.
Andrea Bauer von der Verlagsgruppe Droemer Knaur sortiert bei einer früheren Buchmesse Taschenbücher in eine Bücherrotunde ein. Foto: Arne Dedert

Andrea Bauer von der Verlagsgruppe Droemer Knaur sortiert bei einer früheren Buchmesse Taschenbücher in eine Bücherrotunde ein.

© Arne Dedert

„Mehr Literatur, weniger Events.“ Die Buchmesse will sich wieder mehr um Inhalte kümmern, sagt Direktor Juergen Boos. Auf der weltgrößten Bücherschau, die am 13. Oktober eröffnet wird, sollen Autoren und Themen im Mittelpunkt stehen. Die Veranstalter rechnen bis zum 18. Oktober mit rund 300 000 Besuchern.

Boos verspricht „die politischste Messe seit langem“. Flucht und Vertreibung, Meinungsfreiheit und Extremismus prägen viele der rund 4000 Veranstaltungen, zum Beispiel das Diskussionsformat „Weltempfang“ und das Autoren-Forum „Frankfurt undercover“. Flüchtlinge haben freien Eintritt, die Messe hat für sie an den Besuchertagen kostenlose Tickets reserviert. Sie werden mit muttersprachlichen „Paten“ über die Messe geführt.

Diogenes Verlag fehlt aus wirtschaftlichen Gründen

Knapp 7200 Aussteller haben sich in diesem Jahr angemeldet, etwa so viele wie im Vorjahr. Auch Verlage aus Krisengebieten sind darunter, sogar aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Osteuropa ist so stark vertreten wie seit langem nicht mehr. Mehr Verlage kommen auch aus Lateinamerika und Südostasien. „Die Messe wird immer internationaler“, sagt Buchmessen-Sprecherin Katja Böhne. Inzwischen ist das Verhältnis 34 zu 66 Prozent zugunsten des Auslands.

Der Schweizer Diogenes-Verlag hat erstmals keinen Stand auf der Messe. Als Grund nannte der Verlag bei der Absage im April wirtschaftliche Gründe. Diogenes vertritt unter anderem Ian McEwan, Martin Suter und Ingrid Noll. Frankfurt trägt die Absage mit Fassung: Insgesamt kämen sogar mehr Verlage aus der Schweiz. Außerdem sei Diogenes „natürlich“ auf der Messe, zum Beispiel im Agenten-Zentrum, wo an inzwischen 460 Tischen Rechte gehandelt werden.

Ehrengast ist 2015 Indonesien, „ein spannendes Land mit spannender Literatur“, wie Boos findet. 70 Autoren wollen nach Frankfurt reisen, mehr als 100 Bücher aus Indonesien erscheinen in diesem Jahr auf dem deutschen Buchmarkt, 500 Veranstaltungen sind geplant.

Auf dem Messegelände gab es ein großes Stühlerücken. Die abseits gelegene Halle 8, in der die englischsprachigen Verlage untergebracht waren, wird aufgegeben. Die Aussteller ziehen in zwei neue Ebenen der Halle 6 und mischen sich ansonsten – je nach ihrer thematischen Ausrichtung – unter die anderen Verlage. US-Kinderbuch-Verlage findet man zum Beispiel künftig in Halle 3 bei den anderen Kinderbüchern.

Eine „Spielwiese“ für Netzwerker, Blogger und die mediale Avantgarde

Damit wird die Gesamtfläche der Messe zwar kleiner, man habe aber mehr Ausstellungsfläche verkauft, sagt Boos. Folge: Es wird enger. Die Verlage neu zu arrangieren, war übrigens nicht einfach, lässt Boos durchblicken. „Wir haben elf Monate lang Domino gespielt.“ Er habe sogar in einigen Länder-Ministerien vorstellig werden müssen, um zu begründen, warum das eine Land eine Ebene über dem anderen angesiedelt wurde. „Alle wollen oben sein.“

Das Thema Digitalisierung sei für Verlage und Buchhändler „durch“, sagt Boos. E-Books, Marketing in sozialen Medien – all das sei inzwischen Realität in deutschen Verlagen und Buchhandlungen. Anbieter für technische Lösungen haben inzwischen einen Stammplatz auf der Messe. Als „Spielwiese“ für Netzwerker, Blogger und die mediale Avantgarde wird ein neuer „Orbanism-Space“ eingerichtet.

Nach den Manga- und Comicfans versucht die Messe, eine neue Community an sich zu binden: Früher hätte man Heimwerker und Handarbeiter gesagt, neudeutsch heißt das Crafter. In Zusammenarbeit mit der Online-Plattform Dawanda will die Messe Kunsthandwerkern ein Forum bieten. Böhne erklärt, was das mit Lesen zu tun hat: Ihre Produkte würden über Blogger bekannt, die Crafter in der Folge oft zu erfolgreichen Sachbuchautoren: „Häkelbücher werden zu Bestsellern.“

Auch wenn die Devise „Mehr Inhalt, weniger Show“ lautet: Medienwirksame Events gehören einfach dazu. Das Presseteam kündigte einen Weltrekordversuch im Bücher-Domino an. 10 000 Bücher sollen dabei nacheinander fallen. Wer anstupst, ist noch nicht entschieden.

von Sandra Trauner


Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Anzeige




Jubiläum




Wünsche




Terra-Tech




Sport-Tabellen




Spielerkader




zur Galerie

Fußballfotos vom Wochenende

Sonderveröffentlichungen




Spielplatz-Serie




LWL-Shop




Mit der OP durch das Gartenjahr




Blende 2016




Heimatprämie sichern!




Instagram

Schüler lesen die OP




Kommentare




OP kostenlos lesen




Der Online-Shop der OP




Städtewetter
Ihre Stadt/Ihr Ort
Tagestemperatur
°
Tiefsttemperatur
°
Regenprognose
%
Windstärke
km/h
Pollenflug
Ihre Wettervorschau
zur Galerie

Willkommen im Leben:

Die Transfers im Landkreis




Die OP-Serien

Eine Vergleichsstudie zwischen Marburg und Osnabrück hat die Wirksamkeit von Karies-Präventionsprogrammen in Marburger Schulen bewiesen. Foto: dpa Kariesprophylaxe

Marburger Schüler haben die besseren Zähne

Marburg nimmt beim Kampf gegen Karies eine Vorreiterposition ein. Dies beweist eine Studie von Professor Klaus Pieper, Leiter der Abteilung Kinderzahnheilkunde der Marburger Zahnklinik. mehrKostenpflichtiger Inhalt



90 regionale Rezepte: Das Besser-Esser-Buch


Das Besser Esser Buch mit 70 regionalen Rezepten.

Die Grill-App der Oberhessischen Presse


Rostkost: Rezepte und Grilltechnik




  • Sie befinden sich hier: Frankfurter Buchmesse – Mehr Inhalt, weniger Show – op-marburg.de