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Kino: „Deadpool“

Mehr Blut, mehr Sex, mehr Witz

Die OP-Kinohitparade hat einen neuen Spitzenreiter. Die unterhaltsame, nicht jugendfreie Marvel-Comicverfilmung „Deadpool“ begeisterte die Vorpremieren-Besucher.
Ryan Reynolds steckt in dem rot-grauen Superhelden-Anzug von Deadpool. Mit viel Ironie und bösem Witz hat Regisseur Tim Miller den Anti-Helden auf die Leinwand gebracht. Foto: 20th Century Fox

Ryan Reynolds steckt in dem rot-grauen Superhelden-Anzug von Deadpool. Mit viel Ironie und bösem Witz hat Regisseur Tim Miller den Anti-Helden auf die Leinwand gebracht.

© 20th Century Fox

„Ihr denkt jetzt vermutlich: Das ist ein Superhelden-Film, aber der Typ im Anzug hat aus dem anderen gerade einen Scheiß-Kebabspieß gemacht. Überraschung: Das ist ‘ne andere Superhelden-Geschichte.“

Besser als von Marvel-Antiheld Deadpool selbst ist der Film wohl nicht zusammenzufassen. Mit den eher bunt geratenen Filmen über die „Avengers“, „Iron Man“, „Thor“ oder die „Fantastischen Vier“ hat „Deadpool“ rein gar nichts zu tun. Die Geschichte ist deutlich sexier, düsterer, blutiger – und sehr viel witziger.

Dabei beginnt sie mit einer Schreckensnachricht: Wade Wilson (Ryan Reynolds), ein Ex-Soldat, der sich als Söldner in einer zwielichtigen Organisation seinen Lebensunterhalt verdient, hat Krebs im Endstadium. Da ist nichts zu machen. Und das ausgerechnet, als er mit Vanessa (Morena Baccarin) gerade seine große Liebe gefunden hat.

Film kostet Folterszenen aus

Um ihr schmerzhafte Monate an der Seite eines todkranken Krebspatienten zu ersparen, begibt er sich in die Hände des skrupellosen Ajax (Ed Skrein), der verspricht, einen Superhelden aus ihm zu machen. Wades einzige Sorge: „Ich will nicht, dass der Superhelden-Anzug grün ist – oder animiert.“ Einen grünen Anzug muss Schauspieler Reynolds ja schließlich schon in „Green Lantern“ tragen.

Ajax macht aus ihm in grauenvollen Folter-Experimenten, die der Film bis ins schrecklichste Detail auskostet, ein unverwundbares Wesen – und (zumindest optisch) ein Monster. Denn er sieht danach aus, „wie ein Hoden mit Zähnen“. Ajax sagt ungerührt: „Sexiest Man alive wirst Du nicht mehr.“ Das wurde Schauspieler Reynolds im Jahr 2010.

Weil Ajax versucht, ihn zu seinem „Supersklaven“ zu machen, wird er zu Wades Erzfeind. Und als sich herausstellt, dass der auch noch hinter Wades Freundin Vanessa her ist, wird Wade zu Deadpool, zum Superhelden wider Willen: „Ich wollte nicht super sein, und ich bin kein Held. Aber wenn du mitkriegst, dass dein schlimmster Feind hinter deinem Mädchen her ist, ist es höchste Zeit, ein Scheiß-Superheld zu sein.“

Gemetzel à la Tarantino

Was folgt, ist eine blutige Verbrecherjagd, an der auch Quentin Tarantino seine Freude haben dürfte. Wo herkömmliche Superhelden-Geschichten gnädige Film-Schnitte setzen, hält die Kamera in „Deadpool“ genüsslich drauf.

Blut spritzt, Gehirnmasse klatscht zu Boden, Gliedmaßen fliegen. Und nebenbei hat „Deadpool“ auch noch Zeit, sich gegen die Anwerbungsversuche der „X-Men“ Colossus und seiner Praktikantin Negasonic Teenage Warhead (auf den Superhelden-Namen ist Deadpool sehr neidisch) zu wehren. Der Zuschauer frage sich bestimmt, „wem ich die Eier kraulen musste“, um einen eigenen Film zu bekommen, richtet 
Deadpool sich ziemlich zu Beginn an sein Publikum.

Den Namen verrate er nicht, aber „sein Name reimt sich auf Polverine“. Der Film von Regisseur Tim Miller ist ein sehr unterhaltsamer, mit Seitenhieben auf die „X-Men“, Reynolds selbst und seine Kollegen wie Hugh Jackman gespickter Marvel-Comic für Erwachsene geworden.

  • Der Film läuft im Cineplex.

von Britta Schultejans

 

 Deadpool erhielt von den Besuchern der OP-Schnupper-Premiere im Cineplex das Prädikat: oscarreif mit der Note 3,65 (Bestnote ist 4,0).

Zuschauermeinungen:
„Grandios! Äußerst kreativer und origineller Film.“
Enes Ungor (19) aus Stadtallendorf

„Die beste Kombination aus Action und Comedy seit langem.“
Alexej Kovalenko (19) aus Stadtallendorf

„Bester Superheld ever.“
Selina Boucsein (24) aus Marburg

„Bester Marvel-Film. Sehr zu empfehlen.“
Jonas Wiederhold (29) aus Ebsdorfergrund

„Ein dreckiger Witz nach dem anderen. Habe vor Lachen vermutlich nur 50 Prozent der Witze gehört. Mega-gut.“
Svenja Scholl (24) aus Heidenrod

„Hammer.“
Marcel Gent (30) aus Marburg

„Lange drauf gewartet, hat alles gehalten, was er versprochen hat.“
Max Morbitzer (23) aus Cölbe

„Geiler Film. Der kommt in unsere DVD-Sammlung.“
Anna-Maria Kirchner aus Marburg

„Herrlich politisch unkorrekt und lustig.“
Matthias Dalwig (37) aus Lahntal

„Brutal, selbstironisch, perfekt.“
Philipp Maschke (22) aus Marburg

„Absolut der Hammer. Super Action und trotzdem zum Totlachen. Aber nichts für Kinder.“
Harald Steffen (40) aus Bracht

„Endlich wieder ein Film,der sich nicht ernstnimmt.“
Jonathan Zimmermann (25) aus Marburg

Die Gewinner:
Je zwei Freikarten gehen an: Anastasija Boskova, Leon Pozzi, Richard Domik (alle Marburg), Eduard Stumpf aus Amöneburg und Erich Schlothauer aus Holzhausen. Die Karten werden zugeschickt.

Die OP-Hitparade:
1. Deadpool (3,65)
2. Carol (3,62)
3. Star Wars VII (3,58)

 

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