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Rossini in der Waldorfschule

Marburger Konzertchor singt „Petite Messe Solennelle“

Die Opernfestspiele in Bad Hersfeld gibt es nicht mehr. Professor Dr. Siegfried Heinrich kann sich nun ganz auf seine Chöre konzentrieren. Am Sonntag dirigiert er Gioacchino Rossinis wunderbare „Petite Messe Solennelle“.
Das Archivfoto zeigt den großen Marburger Konzertchor bei einer Aufführung in der Kirche St. Peter und Paul. Foto: Thorsten Richter

Das Archivfoto zeigt den großen Marburger Konzertchor bei einer Aufführung in der Kirche St. Peter und Paul.

© Thorsten Richter

Marburg. Die „Petite Messe Solennelle“ gilt vielen Musikkennern als das bedeutendste Spätwerk im Schaffen des italienischen Opernkomponisten Gioacchino Rossini (1792 – 1868).

Im Alter von 37 Jahren, nachdem er bereits 40 Opern geschrieben hatte, erklärte Rossini sein Opernschaffen für beendet. 34 Jahre nach der Komposition seiner letzten Oper komponierte er im Jahr 1863 im Alter von 72 Jahren die „Petite Messe Solennelle“:

„Lieber Gott – voilà, nun ist diese arme kleine Messe beendet. Ist es wirklich heilige Musik (musique sacrée), die ich gemacht habe oder ist es vermaledeite Musik (sacrée musique)? Ich wurde für die Opera buffa geboren, das weißt du wohl! Wenig Wissen, ein bisschen Herz, das ist alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies.“ Diese Worte legte er der Komposition bei.

Werk mit ungewöhnlicher Besetzung

Nun ist das etwa 80-minütige Werk weder arm noch klein. Die Messe besticht einerseits durch schwungvolle Melodien, die an Rossinis Opern erinnern, andererseits durch kunstvoll komponierte Fugen wie „Cum Sancto Spiritu“, die erahnen lassen, dass Rossini sich intensiv mit dem Werk Johann Sebastian Bachs auseinandergesetzt hat.

Die Messe wurde am 14. März 1864 anlässlich der Einweihung des Hauses des Grafen und der Gräfin Pille-Will uraufgeführt. Sie ist ungewöhnlich besetzt mit Singstimmen, zwei Klavieren und Harmonium – ganz in der neapolitanischen Cembalo-Tradition des 18. Jahrhunderts.

Rossini hat auch noch eine große Orchesterfassung geschrieben – aus Angst, seine Messe könnte nach seinem Tod von einem anderen bearbeitet und womöglich entstellt werden: Dann „kommt Herr Sax mit seinen Saxophonen oder Herr Berlioz mit anderen Riesen des modernen Orchesters“ und „schlagen mir meine paar Singstimmen tot, wobei sie auch mich glücklich umbringen würden“, ist von Rossini überliefert.

Siegfried Heinrich schlägt aber keine Singstimmen tot – im Gegenteil, er liebt sie. So ist in Marburg die Fassung für Klavier und Harmonium zu hören. Solisten sind Marta Gamrot-Wrzoł (Sopran), Barbara Buffy (Alt), Michael Chacewicz (Tenor), Christoph Heinrich (Bass), Sulki Park (Klavier, Harmonium) und Bongju Lee (Klavier, Harmonium).

  • Karten gibt es im Vorverkauf bei der Tourist-Information im Erwin-Piscator-Haus (Telefon 06421/99120) und im Musikhaus am Biegen, Biegenstraße 20 (06421/63703). Man kann Karten beim Marburger Konzertchor auch per E-Mail vorbestellen: karten@marburger-konzertchor.de. Restkarten gibt es an der Tageskasse.

von Uwe Badouin


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