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Außerirdische Teenie-Liebesgeschichte

Kinostart: „Den Sternen so nah“ Außerirdische Teenie-Liebesgeschichte

„Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus“ – diesen Klassiker der Beziehungsratgeber-Weisheiten nimmt der Film „Den Sternen so nah“ ziemlich wörtlich.

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Tulsa (Britt Robertson) und der auf dem Mars geborene Gardner (Asa Butterfield) fliehen auf einem Roadtrip vor den Ärzten.

Quelle: Tobis

Frauen und Männer sind so unterschiedlich, dass sie keinesfalls vom gleichen Planeten stammen können – das ist die Grundidee für unzählige Witze, Filme und Romane. Der Film „Den Sternen so nah“ nimmt den Klassiker der Beziehungsratgeber-Weisheiten „Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus“ nun ziemlich wörtlich: Regisseur Peter Chelsom („Hannah Montana“) erzählt von der Liebe zum Mann vom Mars.

Das Ganze beginnt mit einer flammenden Rede von Nathaniel Shepherd (Gary Oldman), einem Pionier der Raumfahrt, einem erfolgreichen Unternehmer, einer Richard-Branson-Figur. Der stimmt sein Publikum ein auf den größten Moment in der Astronauten-Geschichte seit der Mondlandung. Denn er verabschiedet eine Gruppe von Wissenschaftlern auf den weiten Weg zum Mars. Die Astronauten sollen auf dem fremden Planeten den Grundstein legen für die erste Mars-Siedlung.

Chat über Millionen Kilometer hinweg

Doch es gibt ein Problem: Denn Sarah Elliot (Janet Montgomery), die Chefin der Mars-Mission, stellt Millionen Kilometer von der Erde entfernt fest, dass sie schwanger ist. Die erste Moral von der Geschicht‘: Gebt Frauen keine Führungspositionen, sie könnten ja schwanger werden. Für die junge Frau endet die Mission tödlich: Sie stirbt bei der Geburt ihres Sohnes.

Harter Schnitt – und 16 Jahre später sitzt eben jener Sohn mit Namen Gardner (Asa Butterfield) am Computer und chattet mit der hübschen Tulsa (Britt Robertson). Ein ganz normaler Flirt unter Teenagern, so sieht es aus. Doch die beiden jungen Leute trennen Millionen Kilometer. Tulsa sitzt in einer High School irgendwo im US-amerikanischen Nirgendwo und Gardner umgeben von Wissenschaftlern und ohne Umgang­ mit Gleichaltrigen auf dem ­roten Planeten fest.

Weil ihm dieser Lebensentwurf zunehmend stinkt, bewegt er das Unternehmen hinter der Mars-Mission, das der Öffentlichkeit die Existenz des ersten Mars-Babys bislang verschwiegen hat, dazu, ihn endlich auf die Erde zu lassen. Dort angekommen ergreift er die Flucht, weil er Tulsa endlich sehen will. Als er sie findet, beginnt ein Road­trip durch die USA à la Bonnie und Clyde in jugendfrei – mit ein bisschen Witz, ein bisschen Romantik, ein bisschen Dramatik.

Nicht mal Oldman kann Film retten

Denn die Ärzte befürchten zu Recht, dass Gardners an den Mars gewöhnter Körper der Erdatmosphäre nicht gewachsen sein könnte. Trotzdem macht der Teenager sich auf die gefährliche Reise. Er will unbedingt seinen Vater finden – und vor allem so viel Zeit wie möglich mit Tulsa verbringen.

Regisseur Chelsom hat schon Miley Cyrus‘ „Hannah Montana“ ins Kino gebracht und den wunderbaren Film „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“. Die Suche nach dem Glück bestimmt auch „Den Sternen so nah“, doch das ist leider schon alles, was er mit dem Film von 2014 gemeinsam hat.

Bedauerlicherweise orientiert er sich qualitativ ansonsten eher an „Hannah Montana“ und ist so trotz der futuristischen Science-Fiction-Geschichte ziemlich konventionell und vorhersehbar geraten. Noch nicht einmal die durchweg soliden Schauspielerleistungen, noch nicht einmal Gary 
Oldman können den Film retten. Und auch der eingebaute Dreh am Ende der Geschichte ist keine wirkliche Überraschung.

  • Der Film läuft im Capitol.

von Britta Schultejans

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