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Roger Cicero mit 45 Jahren plötzlich gestorben

Jazzstar erliegt Hirninfarkt

Er war „Mr. Swing“: Roger Cicero hat den deutschsprachigen Swing salonfähig gemacht. Der Jazzmusiker landete Hits und sang für Deutschland beim ESC. Mit nur 45 Jahren ist er unerwartet gestorben.
Musikalischer Botschafter: Im vergangenen Sommer sang Roger Cicero auf der Weltausstellung in Mailand. Foto: Carsten Beckmann

Musikalischer Botschafter: Im vergangenen Sommer sang Roger Cicero auf der Weltausstellung in Mailand.

© Carsten Beckmann

Hamburg. Die Scheinwerfer sollten gerade wieder angehen für den Mann, der sich mit Swing, Charme und Hut in die Herzen seiner Fans gesungen hat – jetzt ist Roger Cicero tot. Mit gerade mal 45 Jahren gestorben nach einem Hirninfarkt. Auch Ciceros Vater Eugen war, im Alter von 57 Jahren, an den Folgen eines Hirnschlags gestorben.

Familie, Fans und Kollegen stehen unter Schock. Auch wenn schwere Wochen hinter Cicero lagen, er wegen eines akuten Erschöpfungssyndroms mit Verdacht auf Herzmuskelentzündung für eine lange Zeit alle Termine abgesagt hatte: Die große Bühne wartete wieder auf „Mr. Swing“. Gleich zwei seiner Projekte wurden für einen Echo nominiert, im April wollte er wieder Konzerte geben. „Er hatte sich 
unglaublich auf seine ausverkaufte Tournee gefreut“, berichtete das Management, das am Dienstag mitteilte, dass der Sänger am Donnerstag vor Ostern gestorben ist.

Swing auf Deutsch 
salonfähig gemacht

Cicero hatte den deutschsprachigen Swing salonfähig gemacht. Seit rund zehn Jahren gehörte er zu den Stars der hiesigen Musikszene. Mit seiner Mischung aus Pop, Jazz und Swing, gewürzt mit frechen und amüsanten Texten, traf er den Nerv der Deutschen.

Sein Album „Männersachen“ (2006) eroberte die Charts, er gewann den Musikpreis Echo als bester Rock/Pop-Sänger (2007). Kurz danach ruhten alle deutschen Hoffnungen beim Eurovision Song Contest (ESC) auf ihm und seinem Lied „Frauen regier‘n die Welt“. Im Finale im Mai 2007 in Helsinki landete er zwar nur auf Platz 19. Doch jemand wie er konnte dem auch Positives abgewinnen: „Die Empörung über den 19. Platz war so groß, dass ich in aller Munde war“, sagte er später mal. „Das hat mir sehr geholfen.“

Denn Cicero kannte auch andere Zeiten. Bis zu seinen „Männersachen“ war der Sohn des Jazz-Pianisten Eugen Cicero außerhalb der Jazz-Szene kaum bekannt. Dabei hatte er schon mit zwölf Jahren seinen ersten Bühnenauftritt, später studierte er Musik in den Niederlanden und finanzierte mit Clubauftritten sein Leben.

Die Begegnung mit Texter Frank Ramond und Komponist Matthias Hass – beide schon mit Annett Louisan erfolgreich – verhalf ihm zum Durchbruch. Mit Swing und Wortspielereien entdeckte er eine Nische, der Song „Zieh die Schuh aus“ katapultierte ihn in die Hitparade. „Dass das so einschlägt, hat uns selbst überrascht. Nicht mal die Strategen in der Plattenfirma wussten, welche Zielgruppe wir erreichen können“, sagte er mal.

Las-Vegas-Flair 
mit Sinatra-Songs

„Mr. Swing“ überraschte nicht nur mit ungewohnten Klängen und Texten, auch optisch machten seine Auftritte etwas her. Elegant mit Hut und Lackschuhen kam er mit seinen Big-Band-Musikern ganz im Stil der großen Swing-Künstler auf die Bühne.

Als er zuletzt mit seinem Programm „Cicero Sings Sinatra“ auftrat, lieferte nicht nur eine beleuchtete Showtreppe Las-Vegas-Flair. Die in Hamburg – langjährige Wahl-Heimat des gebürtigen Berliners – aufgezeichnete Show wurde für den Echo nominiert, der am 
7. April vergeben wird. Mit seinem Album „The Roger Cicero Experience“ schaffte er eine Nominierung für den Jazz-Echo am 26. Mai in Hamburg.

Den Song „Für ’nen Kerl“ hatte der Musiker, der auch als Schauspieler („Hilde“) vor der Kamera stand und mal zum „Krawattenmann des Jahres“ und zum „Hutträger des Jahres“ gekürt wurde, seinem 2008 geborenen Sohn Louis gewidmet. Von dessen Mutter trennte sich der Musiker 2013. Diese Trennung wurde zum Leitmotiv des Albums „Was immer auch kommt“ (2014), auf dem er Themen von Selbstfindung bis zu eigener Sterblichkeit aufgriff.

Er habe nie einen Plan B gehabt, auch in schweren Zeiten habe es immer nur die Alternative „Weitermachen!“ gegeben, erzählte er. Von Durchhalteparolen geprägt war das Album. „Hab die Kontrolle verlor‘n, bin gekentert im Sturm, und zum 
 ersten Mal schau ich nur nach vorn“, sang er darauf im Lied „Wenn es morgen schon zu Ende wär“.

von Dorit Koch


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