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Kino: „Spectre“

James Bond kämpft gegen „Spectre“

Nach drei Jahren ist er zurück im Kino: Bond, James Bond. Daniel Craig kämpft gegen eine fast allwissende Terrororganisation und die Schatten seiner Vergangenheit. 950 Bond-Fans sahen am Mittwoch die OP-Vorpremiere.
Sogenannte Bond-Girls gehören bei 007 einfach dazu: Léa Seydoux spielt Madeleine Swann. 
Bond (Daniel Craig) will sie vor Spectre beschützen. Foto: Sony Pictures

Sogenannte Bond-Girls gehören bei 007 einfach dazu: Léa Seydoux spielt Madeleine Swann. 
Bond (Daniel Craig) will sie vor Spectre beschützen.

© Sony Pictures

Marburg. Kann man heute einen James-Bond-Film aus den 60er, 70er oder auch 80er Jahren halbwegs ernst nehmen? Die Macho-Sprüche sind nicht mehr lustig, die hilflosen Frauen nicht mehr sexy, das Agenten-Spielzeug nicht mehr cool.

James Bond hätte in der Mottenkiste landen können. Aber dann kam Daniel Craig. Er rettete die Marke 007. Nach dem Megaerfolg von „Skyfall“ vor drei Jahren musste das Team nachlegen. Mit „Spectre“ hat es geliefert.

Der Film schließt an „Skyfall“ an und damit an Bonds Reise in seine Kindheit und an den Tod von MI6-Chefin M (Judi Dench). Sie hat dem Agenten einen Auftrag hinterlassen. Dieser beschert den Zuschauern ­eine atemberaubende Actionszene in einem Hubschrauber über Mexiko-Stadt.

Der neue M (Ralph Fiennes) ist darüber sauer und suspendiert Bond vom Dienst. Was diesen natürlich nicht davon abhält, einer Terrororganisation mit Oktopus-Logo auf die Spur zu kommen: „Spectre“. M hat derweil eigene Probleme: Mit Max Denbigh oder auch C taucht ein Bürokrat auf der MI6-Bildfläche auf, der nicht an Doppelnull-Agenten glaubt, sondern an Kontrolle durch totale, international vernetzte Überwachung.

Waltz: Böse machen am meisten Angst, wenn sie normal aussehen

Das klingt nach NSA und GSHQ. Regisseur Sam Mendes, der sich nach einigem Zögern zu einem weiteren Bond überreden ließ, setzt das Thema Datensicherheit und Überwachung furchteinflößend in Szene. Whistleblower Edward Snowden wird an diesem Film seine Freude haben. Nicht mehr die stärksten Waffen geben Menschen Macht, sondern Information. C weiß alles und hört alles. Außerdem ist Andrew Scott, bekannt als Moriarty aus der Serie „Sherlock“, eine Bereicherung für die Seite der Bösen.

Der Gegner heißt Franz Oberhauser und wird von Christoph Waltz gespielt. Am Talent des 59-Jährigen, Fieslinge zu spielen, zweifelt seit Quentin Tarantinos „Inglourious Basterds“ niemand. „Die Bösen machen dann am meisten Angst, wenn sie ganz normal aussehen“, sagte der zweifache Oscarpreisträger in einem Interview.

Das setzt er in „Spectre“ mit Bravour um. Vom ersten Licht, das in einem Palazzo auf sein Gesicht fällt, bis zur alptraumhaften Szenerie, die er für seinen Intimfeind in der verlassenen MI6-Zentrale entwirft: Waltz ist ein meisterhaft stilvoller Schurke, der Bond erst richtig glänzen lässt. Nicht zuletzt in der Folterszene.

Craigs Bond dagegen ist ein Gentleman, männlich und humorvoll, knallhart, aber auch verletzlich. Er trägt schwer an der Last seiner Vergangenheit. Die schönen Frauen an Bonds Seite sind die italienische Witwe Lucia Sciarra (Monica Bellucci) und die Psychologin Madeleine Swann (Léa Seydoux). Beide brauchen Schutz, wie sich das für ein Bond-Girl gehört, aber beide haben auf ihre Art Stil und Courage.

Was macht diesen Film so gut? Nicht die Logik oder die psychologische Tiefe, schließlich ist „Spectre“ ein Bond-Film. Es ist das Gesamtpaket. Craig und Waltz in Bestform, funktionierende Gags, spektakuläre Stunts und Materialschlachten, beeindruckende Aufnahmen aus Mexiko, Marokko, Rom, London und den österreichischen Alpen. Kurz: Zweieinhalb Stunden Kinovergnügen.

von Teresa Dapp

 

„Spectre“ erhielt von den Besuchern der OP-Schnupper-Premiere im Cineplex das Prädikat: sehenswert mit der Note 3,14 (Bestnote ist 4,0).

Zuschauermeinungen:
„Wie früher, nur lauter.“
Franz Mozer (33) aus Gießen

„Visuell genial, voller Anspielungen, in der Logik ausbaufähig.“
Carina Artmann (24) aus Marburg

„So muss ein Bond sein.“
Michael Pöll aus Kirchhain

„Gab schon bessere 007-Filme. “
Corinna Leonhardt aus Marburg

„Tolle Unterhaltung. Craig macht hoffentlich weiter.“
Helen Jahnke-Schuck aus Marburg

„Zu viel Zwischenlauf und wenig Action. Leider völlig daneben.“
Patrick Schneider (18) aus Lohra

„Action, Spannung, Erotik – alles dabei. Bond wie immer richtig cool. Jetzt beste Gelegenheit für Ausstieg.“
Nicole Hintze (33) aus Marburg

„Endlich ein neuer spannender Bond-Film. Tolle Leistung von Christoph Waltz.“
Kristina Steinborn (52) aus Lahntal

„Top. Alles, was ein Bond braucht: Action, Frauen, Autos.“
Henning Stiller aus Marburg

„Und was machen wir jetzt?“
Valeska Hartmann aus Marburg

Die Gewinner:
Je zwei Freikarten gehen an: Peter Klatte aus Niederweimar, Regina Wabnegg aus Wetter, Valeska Hartmann aus Marburg, Natalie Knörr aus Wollmar und Stefan Paulenz aus Marburg. Die Karten werden zugeschickt.

Die OP-Hitparade:
1. Everest 3D (3,5)
2. Der Chor – Stimmen des Herzens (3,43)
2. Picknick mit Bären (3,43)
14. James Bond – Spectre (3,14)

 

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