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OP-Buchtipp: Horst Evers: „Alles außer irdisch“

Intergalaktischer Berlin-Roman

Der Kabarettist Horst Evers ist als Geschichtenerzähler eine feste Größe in Berlin. In seinem neuen Roman „Alles außer irdisch“ trägt er den Geist der Hauptstadt in einem turbulenten Spektakel durch die Galaxien – 
hinaus ins All.
Mit schrägem Witz erzählt der Wahlberliner Horst Evers von den Weiten des Alls und bleibt dabei doch ganz irdisch dem Berliner Alltag verhaftet. Foto: Henning Kaiser

Mit schrägem Witz erzählt der Wahlberliner Horst Evers von den Weiten des Alls und bleibt dabei doch ganz irdisch dem Berliner Alltag verhaftet.

© Henning Kaiser

Zwischenfall auf dem Berlin-Brandenburger Flughafen BER. Während der feierlichen Eröffnung samt geplantem Jungfernflug nach New York platzt ein Raumschiff auf das Feld. Nach genau 7,34 Sekunden der Feierlichkeiten sind mit einem Mal alle drei Startbahnen blockiert.

Der Berliner Kabarettist Horst Evers (48) betritt mit seinem neuen Roman „Alles außer irdisch“ Neuland, nämlich die Weiten des Alls. Doch keine Sorge: Auch den interstellaren Raum füllt der Wahlberliner aus Niedersachsen mit einer kräftigen Portion Lokalkolorit.

Die Landung der Außerirdischen – sie ist ein Fall für Goiko Schulz, 36 Jahre alt und Zeit seines Lebens eigentlich nur für seine Mutter etwas Besonderes. Denn in Begleitung einer quirligen Fahrradkurier-Fahrerin war Schulz höchst zufälliger Passagier des Flugs nach New York.

Durchgeknallt und noch viel schlimmer

Gemeinsam mit einem russischen Zeitreiseforscher wird das Trio zur letzten Hoffnung der Menschheit. Denn Goiko verfügt über äußerst außergewöhnliche Fertigkeiten, die er von einem Wesen in Gestalt einer alten Dame, das wegen illegalen Handels mit religiösen Psychosen auf der Erde festsitzt, mit Hilfe einer Tasse Tee erwarb.

Hört sich alles komplett durchgeknallt an? Ist es auch. Und es kommt noch dicker. Goiko trifft bei seiner Odyssee auf sprechende Playmobilfiguren, einen intelligenten Nylonfaden und auf künstliche Intelligenz mit dem Akzent eines Berliner Busfahrers.

Ausgerechnet Goiko soll vor den intergalaktischen Verbrauchergerichtshof ziehen, um den Verkauf der Erde an die schrecklichen Schorfen noch in letzter Minute zu verhindern. Denn Goiko ist der einzige Mensch der Welt, der einen Internetsoforthilfedienst seit 15 Jahren zahlt, ohne ihn ein einziges Mal in Anspruch genommen zu haben. Zuvor muss aber noch 130 Jahre altes Gewürzgurkenkraut aufgetrieben werden.

Ganz nebenbei erklärt der Geschichtenerzähler aus Berlin am Beispiel der Cyanen, die fremde Welten nur noch online erobern und nun die Erde an die Schorfen verkaufen wollen, wie die Finanzmärkte auf der Erde funktionieren und wie es überhaupt zu Finanzkrisen kommen kann. Wie Bürgerkriege zwischen Planeten entstehen, schildert er plastisch am Beispiel einer Wohnungsbaugemeinschaft.

Los geht’s am Berliner Flughafen

Und vor allem bleibt Evers in seinem intergalaktischen Zukunftsroman dem Lokalkolorit der Hauptstadt verhaftet – und damit sich selbst treu. „Alles, was auf der Welt und im gesamten Universum stattfindet, kann man letztlich auch in Berlin finden und mit Berlin erklären“, sagte er kürzlich im Interview mit dem rbb. „An sich muss man Berlin gar nicht verlassen, um die ganze Welt zu verstehen und zu erklären. Oder zumindest, wenn man Brandenburg mit dazu nimmt, dann hat man auch die unendlichen Weiten dabei.“

Mit dem Berlin-Brandenburger Flughafen wählt er für den Ausgangspunkt seines furiosen Ritts, der zuweilen an Douglas Adams’ „Per Anhalter durch die Galaxis“ erinnert, einen Ort, an dem ohnehin nichts mehr unmöglich scheint.

Und es wäre kein Roman von Evers, wenn nicht im Gewimmel der intergalaktischen Sause ein höchst berlinernder BVG-Fahrer Platz finden würde – als Stimme des Transportraumschiffs „Signora“: „Hier startet jar nüscht, solange die hintere Tür nich rischtisch zu is. (...) Und ick hab Zeit.“

  • Horst Evers: „Alles außer irdisch“, Rowohlt, 364 Seiten, 19,95 Euro.

von Renate Grimming


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