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OP-Filmtest: „Ben Hur“

Hochglanz-Bilder und Muskelpakete

Kein anderer verkörperte Ben Hur wohl mit so physischer Präsenz wie Charlton Heston in dem Klassiker von 1959. Nun hat sich Action-Spezialist Timur Bekmambetov des Stoffes erneut angenommen.
Juda Ben Hur (Jack Huston) kämpft beim Wagenrennen in der Arena um den Sieg. Foto: Paramount

Juda Ben Hur (Jack Huston) kämpft beim Wagenrennen in der Arena um den Sieg.

© Paramount

Opulenz dürfte das wichtigste Attribut von Sanda­lenfilmen sein. Bombastisch die Bilder, die Filmlängen, oft die Budgets – vor allem aber die Omnipräsenz muskelbepackter, nackter Männeroberkörper, die Brutalität der Kämpfe und nicht zuletzt die Schönheit der Frauen. Alles ist möglich in diesen Filmen und historische Genauigkeit eher zweitrangig.

Die 50er- und 60er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts dürfen als Blütezeit des Genres bezeichnet werden. Anfang dieses Jahrhunderts erlebte es dann unter anderem mit „Gladiator“ und „Troja“ eine Renaissance.

Nun also ein Remake von „Ben Hur“, jener Geschichte zweier rivalisierender Männer zu Lebzeiten Jesu. Auf der einen Seite der edle Prinz Judah Ben Hur (Jack Huston), Sohn einer angesehenen jüdischen Adelsfamilie, auf der anderen Seite der Adoptivsohn der Familie und bester Freund Judahs, Messala (Toby Kebbell). Doch der aufgenommene Waise fühlt sich zunehmend von der Familie ausgeschlossen, wendet sich ab und geht nach Rom, wo er unter Cesär im Heer Karriere macht.

US-Kinobesucher zeigen Ben Hur die kalte Schulter

Jahre später kehrt er als Befehlshaber nach Jerusalem zurück. Nach einer Intrige wird Judahs Familie getötet oder verschleppt, Judah selbst kommt auf eine Galeere. Vorbei sind die Zeiten des opulenten Lebens im Palast. Die Bilder aufwendig geflochtener Haarfrisuren und bunter Stoffe weichen jenen des verdreckten, muskulösen, langhaarigen und bärtigen Judah auf dem Sklavenschiff, des unmenschlichen Alltags, angekettet, gepeinigt. Nachdem das Schiff nach einer Attacke kentert, 
wird er irgendwo angespült.

Der wohlhabende Ilderim (Morgan Freeman mit grau melierten Dreadlocks) und seine Gefolgschaft nehmen den Gestrandeten auf, Judah wird sein Schützling. Zwischendurch trifft der Held in Jerusalem seine Jugendliebe und spätere Ehefrau Esther (Nazanin Boniadi), spürt seine an Lepra erkrankte Mutter und Schwester auf, die wie durch ein Wunder geheilt werden. Und Jesus (Rodrigo Santoro) taucht auch immer mal 
wieder in seinem Leben auf.

Action-Spezialist Timur Bekmambetov („Abraham Lincoln Vampirjäger“) zieht in diesem Schinken nach dem Roman von Lew Wallace aus dem Jahr 1880 alle technischen Register, die Hollywood derzeit zu bieten hat. Die Schlachten und Kämpfe scheinen endlos und äußerst brutal, Gesichter und Körper, Kostüme und Kulissen bis zur Unkenntlichkeit digitalisiert und auf Hochglanz poliert.

Dass Gefühle Charaktere formen, Beziehungen prägen, geht dabei unter. Am ersten Wochenende nach US-Start floppte das 
bombastische neue Spektakel. Denn selbst wenn man meinen könnte, „Sandalenfilme gehen immer“, Bekmambetov wird dem Genre nicht gerecht.

von Britta Schmeis

 

 Ben Hur erhielt von den Besuchern der OP-Schnupper-Premiere im Cineplex das Prädikat: sehenswert mit der Note 3,27 (Bestnote ist 4,0).

Zuschauermeinungen:
„Sehr gut gelungen, steht dem ,alten Film‘ in nichts nach.“
Max Haubold (20) aus Marburg

„Tolles Remake des Klassikers: Actionreich und unterhaltsam.“
Henning Stiller aus Marburg

„Toller Film, das Ende ist kitschig.“
Daniela Lefarth (29) aus Marburg

„Tolle Bilder, imposante Szenen. Teilweise etwas langatmig, aber ziemlich actionreich. Wagenrennen 1a in 3-D.“
Oliver Franke aus Lahtal

„Das Ende war zu viel ,Happy End‘.“
Yvonne Kranz (25) aus Marburg

Die Gewinner:
Je zwei Freikarten gehen an: Eva Jennemann aus Amöneburg, Oliver Franke aus Lahntal, Max Haubold aus Marburg, Viktor Eckhardt aus Marburg und Yvonne Kranz aus Marburg. Die Karten werden zugeschickt.
Die OP-Hitparade:
1. Ben Hur (3,27)
2. Die Unfassbaren 2 (3,24)
3. Suicide Squad (3,11)
4. Mein ziemlich kleiner Freund (3,10)

 

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