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Fortsetzung als Skriptbuch

Harry Potter verzaubert auf der Bühne

Lässt sich der Erfolg des Roman- und Filmhelden Harry Potter auch auf die Bühne bringen? Unbedingt, finden die Macher des Theaterstücks „Harry Potter and the Cursed Child“, das jetzt in London Premiere hatte.
Noma Dumezweni als Hermine Granger, Paul Thornley (Mitte) als Ron Weasley und Jamie Parker als Harry Potter in einer Szene von „Harry Potter und das verwunschene Kind“. Foto: Manuel Harlan

Noma Dumezweni als Hermine Granger, Paul Thornley (Mitte) als Ron Weasley und Jamie Parker als Harry Potter in einer Szene von „Harry Potter und das verwunschene Kind“.

© Manuel Harlan

London. „Liebe Fahrgäste, bitte schalten Sie nun Ihre Handys aus, wir werden gleich losfahren“, lautet die Durchsage kurz vor Showbeginn des ersten Teils von „Harry Potter and the Curs­ed Child“ (Harry Potter und das verwunschene Kind). Und schwupps befinden sich die Zuschauer an Bahngleis neundreiviertel, dort, wo der Zug in die Zauberschule Hogwarts abfährt.

Nicht nur, aber vor allem Mittzwanziger hatten bei den Voraufführungen den Saal gefüllt – die sogenannte Potter-Generation. Einige tragen Hogwarts-Umhänge, andere Gryffindor-Schals oder Zeitumkehrer-Ketten. Es sind Fans in ihrem Element, bereit, insgesamt knapp fünf Stunden lang im Palace Theatre in London bezaubert zu werden.

Hocherfreut sei sie über die Fans, ließ Autorin Joanne K. Rowling wissen, die trotz zahlreicher Previews nur wenig über den Inhalt nach außen dringen ließen. „Das ist die außergewöhnlichste Art des Fanseins“, sagt die 51-Jährige, die sich wünscht, dass das Theaterstück nach London auch in anderen Städten auf der ganzen Welt zu sehen sein wird.

Die Handlung setzt dort ein, wo der siebte und letzte Teil der Harry-Potter-Romane endet. Harry Potters beste Freunde, Hermine und Ron, sind inzwischen miteinander verheiratet. Die strebsame Hermine hat es bis zur Magie-Ministerin geschafft. Harry (Jamie Parker) ist ein überarbeiteter Beamter am Ministerium für Zauberei, verheiratet mit Rons Schwester Ginny (Poppy Miller).

Zum gemeinsamen Sohn Albus Severus (Sam Clemmett) hat Harry eine schwierige Beziehung. Albus leidet unter dem hohen Erwartungsdruck, den der Ruhm seines Vaters mit sich bringt. Sehr zum Missfallen seines Vaters freundet er sich mit Scorpius Malfoy (Anthony Boyle) an, dem Sohn von Harrys früherem Widersacher Draco.

Skript steht bereits 
auf der Bestsellerliste

Um sich zu beweisen, will Albus mithilfe einer Zeitreise einen Fehler seines Vaters korrigieren. Dabei richten er und Scorpius aber mehr Schaden an als sie gutmachen. So fängt Harrys geheimnisvolle Narbe nach 19 Jahren wieder an zu schmerzen, es plagen ihn Alpträume von dem Erzbösewicht Lord Voldemort.

Was folgt ist ein turbulentes Wettrennen durch die Zeit. Vor und zurück, mit verschiedenen Szenarien, je nachdem wie Vergangenheit verändert wird. Die Inszenierung knüpft an die aufwendigen Spezialeffekte der Filme an.

Mal eben so verschwinden mehrere Menschen auf der Bühne in Telefonzellen, Besen fliegen durch die Luft, es gibt Slow-Motion-Zauberduelle à la Matrix und Seelen saugende Dementoren kommen dem Publikum schaurig nahe. Das Fazit: Die Magie von Harry Potter funktioniert nicht nur im Roman und auf der Leinwand, sondern auch hervorragend auf der Bühne.

In der Nacht zu Sonntag wurde weltweit auch das englische Skriptbuch veröffentlicht. Hunderte Buchläden in Großbritannien waren die Nacht über für die teils verkleideten Fans geöffnet. Allein an einem Buchladen der Kette Waterstones am Piccadilly Square in London harrten rund 700 Fans aus, bis der Verkauf um Mitternacht startete und ließen sich mit einem Unterhaltungsprogramm die Zeit vertreiben.

„Wir rechnen fest damit, dass „Harry Potter und das verwunschene Kind“ das erfolgreichste Buch des Jahres wird“, teilte eine Waterstones-Sprecherin der BBC mit. Beim Internethändler Amazon steht das Buch in mehreren Ländern ebenfalls bereits auf Platz eins der Bestsellerliste.

Deutschsprachige Potter-Fans müssen sich aber noch bis zum 24. September gedulden, wenn eine übersetzte Version auf den Markt kommt.

von Katrin Kasper


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