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Kinostart: „Everybody Wants Some!!“

„Hangover“ mit ironischer Brechung

Was ist das Schöne am College-Leben? Bei ­Richard Linklater, dem amerikanischen Kult-Regisseur, fällt die Beantwortung dieser Frage recht eindeutig aus: Bier, Marihuana, Baseball und Mädchen, Mädchen, Mädchen.
Richard Linklater führt die Zuschauer mit Jake (Blake Jenner) und Plummer (Temple Baker), hier im Hörsaal, zurück in die 80er. Foto: Constantin Film

Richard Linklater führt die Zuschauer mit Jake (Blake Jenner) und Plummer (Temple Baker), hier im Hörsaal, zurück in die 80er.

© Constantin Film

Unvergesslich die bei Kritikern spürbare Rührung nach der Vorführung von „Boyhood“ bei der Berlinale 2014.

Richard Linklaters über einen Zeitraum von zwölf Jahren eingefangenes Filmexperiment um einen texanischen Jungen war so bewegend wie innovativ. Zweieinhalb Stunden lang hatte man das Gefühl, dem Leben tatsächlich bei seiner rätselhaften Arbeit zuschauen zu dürfen.

„Boyhood“, der bei der Berlinale mit einem Silbernen Bären bedacht wurde, findet nun mit „Everybody Wants Some!!“ eine Art Fortsetzung, einem vom Linklater selbst als „party film“ apostrophierten quietschbunten Etwas – eine knapp zwei Stunden lange Komödie.

Countdown mit Suff und Kiffen

„Everybody“ beginnt quasi genau dort, wo wir Mason, den Protagonisten des Vorgängers „Boyhood“, zurückgelassen haben: auf der Schwelle zum College-Leben. Mason heißt hier Jake, ist durchtrainiert und fährt einen blauen Oldsmobile.

Mit diesem hält er in der ersten Szene vor einem weißen Haus, aus den Boxen des Autos plärrt „My Sharona“ von The Knack. Jake ist ein sogenannter Freshman, das Haus sein neues Heim, noch drei Tage bis zum Beginn des ersten College-Semesters im texanischen Herbst des Jahres 1980.

Linklater erzählt von diesen Tagen in einer Art Countdown, blendet immer wieder die noch verbleibende Zeit ein. Dabei passiert nicht viel, es wird gesoffen, gekifft, Tischtennis gespielt und getanzt. Jake ist Teil des Baseballteams, wie die anderen Kerle im Haus auch. Es geht, natürlich, um Frauen, respektive Girls, schließlich verliebt sich Jake in eine Theater-Studentin, gespielt von Zoey Deutch.

In einigen Momenten fühlt man sich hier durchaus an massenkompatible amerikanische Komödien wie „Hangover“, „Bad Neighbors“ oder gar „American Pie“ erinnert. Außerdem nimmt das Werk Bezug auf Linklaters Kultfilm „Dazed and Confus­ed“ aus dem Jahr 1993; damals ging es um eine Gruppe von Highschool-Kids, zu den Darstellern gehörte unter anderem auch der junge Matthew McConaughey.

Vieles aber in „Everybody Wants Some!!“ ist ironisch gebrochen: von den übergroßen Brillengestellen, die auch aus hippen Städten der Gegenwart stammen könnten. Über die teils sehr hintersinnigen und für eine Mainstream-Komödie doch ein wenig zu intelligenten und ausgeklügelten Dialoge. Bis zu den zwei Ausrufezeichen im von der US-Rockgruppe Van Halen entlehnten Filmtitel.

Regisseur beweist gespür

Auch wenn nicht immer ganz klar ist, was Linklater uns mit „Everybody Wants Some!!“ eigentlich sagen will, und dieser nicht an die Klasse und Tiefsinnigkeit eines „Boyhood“ heranreicht, macht das Alles doch über weite Strecken großen Spaß.

Die satten Farben sind eine Augenweide, der sorgsam ausgewählten Bekleidung der Protagonisten merkt man in jeder Sequenz an, dass wir uns im Jahr 1980 befinden und die 1970er also noch nicht allzu lange her sind.

Wieder einmal beweist Linklater zudem, dass er ein feines Gespür hat, für die kongeniale Auswahl der flankierenden Musikstücke, vom eröffnenden „My Sharona“ über den HipHop-Klassiker „Rapper’s Delight“ und Blondies „Heart of Glass“ bis zum titelgebenden Stück.

Man sollte nach einem Epoche machenden Werk wie „Boyhood“ nicht zu viel von „Everybody“ erwarten, dann wird man auch keineswegs enttäuscht. Linklater scheint mit seinem quirligen Popfilm vor allem ein Ziel zu verfolgen: Darzustellen, wie viel Spaß man als junger, gerade der Highschool entwachsener (männlicher) Amerikaner auf dem College haben kann.

  • Der Film läuft im Filmkunsttheater Kammer.

von Matthias von Viereck


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