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Kino: „Tschiller: Off Duty“

Gestatten, Tschiller, Nick Tschiller

Von den Besuchern der OP-Vorpremiere am Mittwochabend im Cineplex wurde Til Schweiger 
in „Tschiller: Off Duty“ 
oft mit James Bond verg­lichen – und er schnitt ­dabei nicht schlechter ab.
Til Schweiger präsentiert sich in „Tschiller: Off Duty“ als Actionheld im Stil eines James Bond. Foto: Warner Bros.

Til Schweiger präsentiert sich in „Tschiller: Off Duty“ als Actionheld im Stil eines James Bond.

© Warner Bros.

Wenn Til Schweiger als Nick Tschiller im Fernsehen antritt, bleibt vom altgewohnten „Tatort“ kaum noch etwas übrig. Wenn Tschiller die Leinwand stürmt, fehlen selbst „Tatort“-Titel und -Vorspann, und sogar der Schauplatz erinnert nicht mehr an Schweigers Job als TV-Kommissar.

Tschiller ist in „Off Duty“ außer Dienst – und Hamburg nicht genug für die „Tatort“-Crew. Nach seinem Erfolg mit der Tragikomödie „Honig im Kopf“ und rund drei Jahre nach dem Actionthriller „Schutzengel“ kämpft sich Schweiger als Actionheld durch Istanbul und Moskau.

Für die seit 1970 laufende „Tatort“-Reihe ist er nach Götz George, der als Horst Schimanski mit „Zahn um Zahn“ (1985) und „Zabou“ (1987) zwei Kino-Einsätze hatte, der zweite Kommissar, der seinen Film zuerst auf die Leinwand bringt.

Vater-Tochter-Duo: im Leben und auf der Leinwand

Seit 2013 gehört Schweiger für den Norddeutschen Rundfunk zur „Tatort“-Riege – seine Personalie bescherte dem Traditions­krimi der ARD so viel Aufsehen wie lange nicht. Nicht nur das Engagement des polarisierenden Filmstars lieferte Schlagzeilen, auch das, was er und das Team um Regisseur Christian Alvart anders machten, bot oft Stoff für Diskussionen.

Erst wurden die Leichen, die Tschillers Weg pflasterten, gezählt, dann die von ihm gern benutzten Ausrufezeichen seiner Facebook-Kommentare. Und die Zuschauerzahlen sowieso: Mit einem zwischenzeitlichen Rekord von rund 12,7 Millionen Zuschauern war der Neue an Elbe und Alster gestartet, den vierten Film schalteten am 3. Januar dieses Jahres rund 7,7 Millionen ein.

Fortlaufend erzählten die Filme von Tschillers Kampf gegen den kurdischen Astan-Clan. Firat Astan (Erdal Yildiz) ist auch im Kino mit von der Partie, man muss die TV-Episoden aber nicht vorher gesehen haben, um „Off Duty“ zu verstehen.

Auch wenn Schweigers Tochter Luna als Tschillers Tochter Leonora auf der Leinwand gleich zu Beginn unter Beweis stellen soll, was sie am Ende ihres vierten TV-„Tatorts“ gelernt hat: das Schießen. Allein macht sie sich auf den Weg nach Istanbul, um den Tod ihrer Mutter Isabella zu rächen. Doch die 17-Jährige wird entführt – und so jagt schon bald Vater Nick durch die türkische Metropole und später weiter nach Moskau, um seine Tochter zu retten.

Bildgewaltigen Actionspektakel

Für das Spektakel hatte Alvart schon angekündigt, in Sachen Action im Vergleich zum TV „noch zwei, drei Schippen“ draufzulegen. Es wird geprügelt, geschossen, getötet – und auch gelacht, denn Tschillers Kollege und Kumpel Yalcin Gümer (Fahri Yardim) ist wieder für den Humor zuständig.

Das Zusammenspiel der beiden privat ebenfalls Befreundeten sorgt zwischen Stunts und Schießereien für amüsante Szenen. Ansonsten rast Tschiller durch die Straßen und über die Dächer Istanbuls, hechtet sich über Häuserschluchten und stürzt sich in Zweikämpfe, übersteht spektakuläre Autorasereien.

„Ich hab Isabella verloren, Lenny verlier ich nicht“ – so klar wie Tschillers Ansage sind auch die Fronten in dem 135 Minuten langen und bildgewaltigen Actionspektakel. Einige neue Figuren kommen bis zum Showdown in Moskau hinzu, es gibt kurze Dialoge ausschließlich in Türkisch, Russisch oder Englisch.

Frauen spielen bis auf eine Liebesnacht mit Berrak Tüzünataç am Bosporus und eine russische Prostituierte (Alyona Konstantinova) keine große Rolle, Nick hat ja Yalcin und braucht keine Tschiller-Girls. Apropos Girls: 300 Millionen Euro soll das jüngste James-Bond-Abenteuer „Spectre“ gekostet haben, sagt Schweiger. „Off Duty“ komme auf knapp neun Millionen.

von Dorit Koch

 

 Tschiller: Off Duty erhielt von den Besuchern der OP-Schnupper-Premiere im Cineplex das Prädikat: sehenswert mit der Note 3,23 (Bestnote ist 4,0).

Zuschauermeinungen:
„Durchaus hollywood-reif. Mein Favorit bleibt aber Schimanski.“
Katharina Krause (65) aus Marburg

„Schweiger gibt, wie immer, alles.“
Thomas Koch (47) aus Marburg

„Schweiger wie man ihn kennt. Da kommt keine Langeweile auf. Action pur.“
Karl-Heinz Biere (61) aus Ebsdorfergrund

„James Bond ist im Vergleich wie Urlaub auf dem Ponyhof.“
Corinna Hansmann aus Marburg

„James Bond war ja direkt langweilig dagegen.“
Marion Weber aus Marburg

„Mega spannend und mega heftig.“
Carmen Schneider aus Marburg

„Heftig – aber Schweiger.“
Anja Janssen aus Kirchhain

„Gegen Nick Tschiller sehen James Bond, Schimanski und Bud Spencer sehr blass aus.“
Georg Weber aus Marburg

„Der deutsche Bruce Willis.“
Michael Wolff aus Marburg

„‚Stirb langsam 8‘ - nur mit Til Schweiger statt Bruce Willis.“
Kai Kutsch (41) aus Ebsdorf

„Klasse Actionkino.“
Sabine Paßler aus Weimar

„War der Hammer. Einfach nur gut.“
Dirk Schneider (49) aus Marburg

„Am wahren Leben fehlte nur Helene Fischer.“
Peter Barie (59) aus Cölbe

Die Gewinner:
Je zwei Freikarten gehen an: Elmar West, Svenja Rabenau (Marburg), Sabine Paßler (Weimar), Kai Kutsch (Ebsdorf) und Karl-Heinz Biere (Ebsdorfergrund). Die Karten werden zugeschickt.

Die OP-Hitparade:
1. Carol (3,62)
18. Tschiller: Off Duty (3,23)
25. James Bond – Spectre (3,14)

 

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