Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Frauenstimmen neu in Frauenhand

Frauen-Kammerchor Marburg Frauenstimmen neu in Frauenhand

Mit einem ruhigen Konzert präsentierte sich der Frauen-Kammerchor Marburg unter der neuen Leitung von Mareike Hilbrig. Anfang 2015 hatte sie das Dirigat von Gründer Reinhart Pohl übernommen.

Voriger Artikel
Wie eine Mafiafamilie Entführungen als Geschäft entdeckt
Nächster Artikel
Jury setzt die Arbeit fort

Der Frauen-Kammerchor Marburg präsentierte sich erstmals unter der neuen Leitung von Mareike Hilbrig in der Lutherischen Pfarrkirche.

Quelle: Michael Hoffsteter

Marburg. Stimmsicher mit einem ausgewogenen Klangbild präsentierte sich der Frauenkammerchor vor knapp 250 Besuchern von der Empore der Lutherischen Pfarrkirche zur Orgelbegleitung von Adelheid Böhme. Erst zum Ende des Konzertes wechselten die knapp 20 Sängerinnen für zwei Werke mit Klavierbegleitung zum Altarraum, so dass die Besucher den Chor auch richtig sehen konnten.

„Es war für alle klar, dass wir jetzt ein neues Kapitel anfangen. Das geht gar nicht anders“, erzählte im Gespräch mit der OP die neue Dirigentin Mareike Hilbrig ( Foto: Hoffsteter), die sich von den Sängerinnen sehr willkommen gefühlt hat. Im Januar 2015 hatte sie die Leitung des Frauen-Kammerchors von Reinhart Pohl übernommen, der den Chor vor fast 30 Jahren gegründet hatte und aus gesundheitlichen Gründen sein Amt aufgeben musste.

Das Ende der Messe in g-Moll von Josef Gabriel Rheinberger, speziell für Frauenchor komponiert, das mit „Dona pacem“, „Gib Frieden“, schließt, gab dem Programm seinen Namen. Ruhig und besonnen war die Auswahl der Werke, die vom 19. Jahrhundert bis in die Moderne reichte. Erst Ende des 18. Jahrhunderts war der Frauengesang für die Kirche entdeckt worden, nachdem es lange hieß „mulier taceat in ecclesia“ – die Frau möge in der Kirche schweigen.

Dass das eine falsche Annahme war, bewies der Chor mit seinem feinen Klang eindrucksvoll. Männerstimmen wurden hier nicht vermisst, ein tiefes Fundament zu den Frauenstimmen bot die Orgelbegleitung, wie bei der Motette „Veni domine“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Während sich der Chor immer mehr in die Höhe steigerte, bildete Böhme an der Orgel ein tiefes Gegengewicht. Bei „Ubi caritas“ von Nigel Springthorpe lag der Kontrast dagegen mehr in den verspielten Orgelfiguren, über die sich der ruhige Gesang des Chores legte. Wunderschön mischten sich die Stimmen des Chores in „Dirait-on“ von Morten Lauridsen, bei dem die Stimmen zuerst jeweils alleine hervorragend zur Geltung kamen.

Ergänzt wurde das Programm durch moderne und atmosphärische Instrumentalstücke, gespielt von Aaliyah El Mansy am Saxophon und Adelheid Böhme an der Orgel oder Klavier. Im Arrangement von Jean-Davis Michat erklang das bekannte „Greensleeves“ erst traditionell, dann verziert und wie in einer Durchführung bearbeitet. Das Publikum war begeistert und bedankte sich mit kräftigem und langem Applaus für das gelungene Debüt und wurde mit dem Abendsegen aus Humperdincks „Hänsel und Gretel“ als Zugabe belohnt.

von Mareike Bader

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr