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Kinostart: „Erlösung“

Flaschenpost des Grauens

Der nächste Krimi von Bestseller-Autor Jussi Adler-Olsen kommt ins Kino: Carl Mørck und sein Assistent Assad ermitteln im Milieu tiefreligiöser Sekten – und werden dabei dieses Mal ganz schön
in den Schatten gestellt.
Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas, rechts) und Assad (Fares Fares, links). Foto: Henrik Ohsten/NFP

Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas, rechts) und Assad (Fares Fares, links).

© Henrik Ohsten/NFP

Mehr als fünf Millionen verkaufte Bücher in Deutschland, Österreich und der Schweiz, acht Millionen Leser in 42 Ländern – und jetzt der dritte Film.

Jussi Adler-Olsens Krimi-Reihe über das Sonderdezernat Q wird auch im Kino zur Erfolgsgeschichte.

Nach „Erbarmen“ und „Schändung“ kommt nun schon der nächste Fall für Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) und seinen Assistenten Assad (Fares Fares) auf die große Leinwand. „Erlösung“ heißt der Film, und es geht passenderweise hoch religiös zu: Mørck und Assad ermitteln im Umfeld strenggläubiger Christen, in sektenähnlichen Gemeinschaften.

Unheimliche Parallele zu altem Fall

Dieses Mal bekommt es das Dezernat Q, das sich mit ungelösten Altfällen befasst, mit einer Flaschenpost zu tun – und die scheint direkt aus der Hölle zu kommen. Mit menschlichem Blut hat dort jemand einen schwer zu entziffernden Hilferuf verfasst.

Um zwei Kinder, zwei Brüder, muss es sich handeln, die diese letzte Nachricht in Todesangst schrieben. Zeitgleich verschwindet auch in der Gegenwart ein Geschwisterpaar. Alles sieht nach einer Entführung aus, doch die Eltern erstatten keine Anzeige – eine weitere unheimliche Parallele zu dem alten Fall.

Schnell ist klar, dass es sich in beiden Fällen um ein und denselben Täter handeln muss: einen Serienkiller, der es auf die Kinder aus tiefreligiösen Familien abgesehen hat. Der Film zeigt diesen Täter früh. Es ist ein junger Mann, der ein Doppel­leben führt.

Dass der Film so spannend ist, obwohl die Frage nach dem Mörder so schnell geklärt wird, liegt nicht nur am Wettlauf gegen die Zeit. Schließlich hoffen die Ermittler darauf, das jüngst entführte Geschwisterpaar noch lebend zu finden.

Dunkle, harte Bilder

Es liegt auch daran, dass die Motive des Täters bis zum Schluss völlig im Dunkeln liegen – und vor allem an der herausragenden Leistung von Schauspieler Pål Sverre Valheim Hagen. Er spielt den stets zwischen Charme und Brutalität schwankenden, diabolischen Psychopaten so eindringlich, dass sich bei den Zuschauern die Nackenhaare aufstellen. Ein Teufel in Menschengestalt.

Regisseur Hans Petter Moland folgt den Spuren seines Vorgängers Mikkel Nørgaard und setzt ebenfalls auf dunkle, harte Bilder, wie sie für das skandinavische Kino typisch sind (gedreht wurde zum Teil in Hamburg).

Auch er legt seinen zweiten Fokus auf die Beziehung zwischen dem verkorksten Menschenfeind und überzeugten Atheisten Mørck und dem Muslim Assad, der an Gott, im Gegensatz zu seinem Chef, aber vor allem an das Gute im Menschen glaubt. Ein Glaube, der in diesem Fall auf eine harte Probe gestellt wird.

  • Der Film läuft im Capitol.

von Britta Schultejans


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