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OP-Buchtipp: Joël Dicker: „Die Geschichte der Baltimores“

Fein komponierte Tragödie

Ein kaum bekannter Schweizer sorgt für eine Buchmarkt-Sensation: Drei Millionen Exemplare in 40 Sprachen. Vier Jahre nach Joël Dickers „Fall Harry Quebert“ ist auch sein neuer Roman ein Bestseller.
Der Schweizer Shooting-Star Joël Dicker bleibt mit „Die Geschichte der Baltimores“ auf Erfolgskurs. Fotos: Kote Rodrigo, Piper Verlag

Der Schweizer Shooting-Star Joël Dicker bleibt mit „Die Geschichte der Baltimores“ auf Erfolgskurs.

© Kote Rodrigo, Piper Verlag

Das Café „Elephant House“ in Edinburgh gehört zu den Kultstätten der Unterhaltungsliteratur. Joanne K. Rowling hat dort an ihren Zauberlehrlings-Romanen geschrieben.

Mit der Popularität des „Birthplace of Potter“ kann es die Trattoria „Saveurs d´Italie“ in Genf bisher nicht aufnehmen. Doch wenn Joël Dicker weiter so erfolgreich Romane schreibt wie seit 2012, dann könnte sich auch der kleine Italiener unweit der Université de Genève, der südländische Delikatessen und mittags Pasta anbietet, zu einer Pilgerstätte für Literaturfans entwickeln.

Immerhin hat der Shooting-Star der Schweizer Literatur oft am langen Holztisch des „Saveurs d´Italie“ an seinen Manuskripten gearbeitet. Und weil er heute noch zu den Stammgästen zählt, geben Leser ihre Dicker-Exemplare einfach bei der Wirtin ab, um sie irgendwann mit der Signatur des Autors abzuholen.

Welterfolg mit kleinem Verlag

Der Stern des heute 30-Jährigen war 2012 mit der Veröffentlichung seines Romans „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ aufgegangen. Der 700-Seiten-Krimi des bis dahin selbst in seiner Heimat fast unbekannten Schweizers entpuppte sich als Buchmarkt-Sensation.

Zusammen mit seinem kleinen Pariser Verlag Édition de Fallois konnte er einen Welterfolg verbuchen: Insgesamt drei Millionen Exemplare in 40 Sprachen, mehrere angesehene Literaturpreise, 36 Wochen lang auf der Spiegel-Bestsellerliste.

Ähnliches dürfte Dickers neuem Roman beschieden sein, der in Frankreich und der frankophonen Westschweiz auf Anhieb Spitzenplätze der Bestsellerlisten eroberte. Auch „Die Geschichte der Baltimores“ spielt an der amerikanischen Ostküste. Wieder lässt Dicker als Ich-Erzähler den überaus erfolgreichen Romancier Marcus Goldman auftreten.

Anders als bei „Harry Quebert“ steht Goldman diesmal nicht im Mittelpunkt eines Kriminalfalls, sondern eines Familiendramas. Einer Tragödie, ja einer Katastrophe. Die setzt Dicker erzählerisch und dramaturgisch sehr geschickt und mit hohem Unterhaltungswert in Szene.

Mit dramaturgischer Spannung erzählt

Marcus gehört zum Dreigestirn der heranwachsenden Goldman-Cousins, die zwei verschiedenen Zweigen des Clans angehören – Marcus ist der Spross der armen Goldmans aus Montclair in New Jersey. Hillel und Woody sind bei den reichen Goldmans in Baltimore daheim.

Jenen „Baltimores“ mit den goldenen Löffeln im Mund, von deren Weg in Verderben und Armut Dicker aus der Perspektive des Montclair-Goldmans Marcus mit so viel dramaturgischer Spannung erzählt, dass diese vielschichtige Familiensaga oft wie ein Thriller wirkt.

Natürlich darf eine hinreißend schöne und kluge Frau nicht fehlen. Alle drei Cousins sind in das Nachbarsmädchen Alexandra verliebt, das später von Nashville aus eine Traumkarriere als Sängerin und Komponistin startet und ebenso berühmt wird wie Marcus Goldman. Eine Prise Rührseligkeit hilft halt dabei, selbst einen Wälzer von 500 Seiten zum „Pageturner“ zu machen.

  • Joël Dicker: „Die Geschichte der Baltimores“, Piper Verlag, 512 Seiten, 24 Euro.

von Thomas Burmeister


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