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Kinostart: „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“

Familientragödie im jungen Israel

In seinem autobiografischen Roman „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“ arbeitet der israelische Autor Amos Oz eine persönliche Familientragödie auf. Die Verfilmung ist das Regiedebüt der Schauspielerin Natalie Portman.
Natalie Portman (Mitte) als Fania, Gilad Kahana (links) als Arieh und Amir Tessler als ihr Sohn Amos in einer Szene aus dem Film „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“. Foto: Koch Films

Natalie Portman (Mitte) als Fania, Gilad Kahana (links) als Arieh und Amir Tessler als ihr Sohn Amos in einer Szene aus dem Film „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“.

© Koch Films

Marburg. Als Padmé in „Star Wars“ wurde sie berühmt, mit „Black Swan“ gewann sie einen Oscar. Für ihr Regiedebüt hat sich die US-Schauspielerin Natalie Portman nun ihrem Geburtsland Israel und einem seiner wichtigsten modernen Schriftsteller gewidmet: Amos Oz.

In dem autobiografischen Roman „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“ erinnert sich Oz ein halbes Jahrhundert später an den tragischen Suizid seiner Mutter. Mit der melancholischen Verfilmung erforscht Portman die Geburt des israelischen Staates und was es bedeutet, sich zu erinnern.

Die Kindheit des jungen Juden Amos (gespielt von Amir Tessler) wird von den Unruhen der 1940er-Jahren in Palästina überschattet. Mit seinen Eltern läuft er regelmäßig zur Apotheke in Jerusalem, um die Verwandten in Tel Aviv anzurufen und sich nach ihrem Wohlbefinden zu erkundigen. Amos ist ein sensibler Junge, geprägt von Literatur und Philosophie, die in seinem Haus allgegenwärtig sind.

Über ihn wachen seine beschützenden Eltern: Sein Vater,­ der optimistische und wohlgesinnte Bibliothekar Arieh (gespielt von Gilad Kahana), und seiner Mutter, die melancholische und liebevolle Fania (gespielt von Natalie Portman). Vor dem Schlafengehen erzählt sie ihm Geschichten aus ihrer­ Kindheit und entführt ihn in ­ihre Fantasiewelt. Doch von ­Anfang weiß der Zuschauer, was Oz heute weiß, der junge Amos aber kaum ahnen konnte: Seine Mutter würde jung sterben.

Traurigkeit und Angst zwischen den Zeilen

Bei einem Familienpicknick im Wald ertönt in der Ferne ­eine Explosion. Der Krieg von 1948 holt die Familie ein, die ­Tage werden von Rationen, Sandsäcken und Trauer beherrscht. Doch die langersehnte Geburt des israelischen Staates, die für Amos und seine Eltern eine Erlösung sein sollte, wird zu einer tragischen Wende der Familiengeschichte. Seine Mutter fällt in eine tiefe Depression, von der sie sich nicht befreien kann. ­Einige Jahre später nimmt sie sich das Leben.

„Sich zu erinnern fühlt sich an, als würde man versuchen, ein uraltes Haus aus den Trümmern wiederaufzubauen“, sagt der Erzähler, der erwachsene­ Oz, während er auf sein jüngeres Ich blickt. Damit meint er wohl nicht nur die Erinnerungen an seine Mutter. Der Schriftsteller Oz, Unterstützer der zionistischen Linken, kämpfte im Sechstagekrieg von 1967 sowie dem Jom-Kippur-Krieg von 1973, war aber stets ein Verfechter der Zweistaatenlösung in ­Israel und Palästina und stellte Versöhnung in den Vordergrund. Auf seine Kindheit zurückblickend weiß er heute­ wohl, dass die Euphorie über die Geburt Israels bald unter einem Trümmerhaufen von Leid und Konflikt liegen würde.

Kunstvoll und mit Respekt für den bedeutenden Autor übersetzt Portman diese dunkle Vorahnung – über den Schmerz, der in der Zukunft liegt – auf die große Leinwand. Mithilfe von Farben und Symbolik vermittelt sie zwischen den Zeilen, was unausgesprochen bleibt: Verwirrung und Angst, Traurigkeit und Hoffnung.

Die 35-jährige Portman spielt die zwiespältige Fania mit viel Feingefühl. Erfolgreich porträtiert sie die in der hübschen Jüdin so nah beieinander liegenden Wärme und Melancholie. Doch einen wirklichen Einblick in ihre Gefühlswelt bekommen die Zuschauer nicht – vielleicht, weil Fania ihrem Sohn diesen Einblick nie gewährte. Der Newcomer Amir Tessler überzeugt in der schwierigen Rolle des jungen, sensiblen Amos.

Der Film läuft täglich um 16 Uhr und 20.10 Uhr in der Palette.

  • Immer wieder treten die Kinder von Hollywoodstars in die Fußstapfen ihrer Eltern und versuchen sich ebenfalls als Schauspieler. So auch Lily-Rose Melody Depp, die Tochter von Johnny Depp. „Die Tänzerin“ erzählt die Geschichte von der Tänzerin Loïe Fuller, die in den 1880er-Jahren mit dem Schlangentanz international für Furore sorgte und am Pariser Folies Bergères Erfolge feierte. Dann aber folgt eine andere, junge Tänzerin. „Die Tänzerin“ läuft täglich um 17.10 Uhr und 19.25 Uhr in der Kammer.
  • Bereits angelaufen ist „Ostfriesisch für Anfänger“ mit Didi Hallervorden. Bei der OP-Vorpremiere erhielt der Film eine durchschnittliche Bewertung von 3,36. Die Gewinner von je zwei Freikarten beim OP-Filmtest: Je zwei Freikarten gehen an: Norbert Roder, Viktoria Seip, Bettina Löffler, Gabriele Szeder und Jupp Löhr. Die Karten werden zugeschickt.

von Gioia Forster

 
 

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