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OP-Buchtipp: Gaby Hauptmann: „Die Italienierin, ...“

Familiensaga trifft Lovestory

Gaby Hauptmann hat sich für ihren neuen Roman einen ungewöhnlichen Spielort ausgesucht. Gabriella braucht eine Auszeit. Die nimmt sie in ihrem Bett – jeder, der etwas von ihr will, muss sich dazulegen.
Gaby Hauptmann ist eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen. Foto: Patrick Seeger

Gaby Hauptmann ist eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen.

© Patrick Seeger

Gabriella hat beschlossen, nicht mehr aufzustehen: „Wer etwas von mir will, muss zu mir kommen“, sagt die Protagonistin in Gaby Hauptmanns (59) neuem Roman „In mein Schlafzimmer, in mein Bett.“

Der Titel des neuen Hauptmann-Romans ist also ganz wörtlich zu verstehen: „Die Italienerin, die das ganze Dorf in ihr Bett einlud“, heißt das Buch, in dem die Autorin eine italienische Familien-Saga mit ein bisschen Liebesgeschichte, recht viel Herzschmerz, Freundschaft und Alltagsproblemen zusammenmischt.

„Wir haben das nicht geglaubt“, sagt Gabriellas Jugendfreund Flavio zu Beginn des Buches, als die junge Frau ihn bittet, sich zu ihr zu legen. Eine Einladung ins Bett sei doch recht ungewöhnlich. Aber die Italienerin hält sich an ihren Vorsatz – und die Menschen aus dem Dorf kommen irgendwann auch zu ihr.

Erst der Schornsteinfeger, dann der Pfarrer, schließlich Gabriellas Freundin aus Kindheitstagen, alte Nachbarn, gute Bekannte. Und Gabriella merkt, dass die Gespräche in ihrem Bett immer tiefer gehen – die Menschen öffnen sich und vertrauen sich ihr an. Nach und nach kommt Gabriella sogar einem gut gehüteten Familiengeheimnis um ihren kürzlich verstorbenen Vater auf die Spur.

„Schreiben sei ein bisschen so wie ,Lieber-Gott-Spielen‘“

Und auch die Liebe kommt bei Gaby Hauptmann, die vor allem mit Frauenromanen wie „Suche impotenten Mann fürs Leben“ bekannt wurde, nicht zu kurz: Eigentlich ist die Protagonistin aus ihrer Wahlheimat New York zurück nach Italien geflohen, weil sie ihren Freund in flagranti mit einer anderen erwischt hat. Doch in der Toskana findet sie nicht nur alte Freundschaften wieder, sondern auch eine neue Liebe.

Die Charaktere in Hauptmanns neuem Buch ähneln bereits bekannten Protagonistinnen älterer Werke: Gabriella ist eine selbstbewusste und souveräne Frau, die mit einem Macho kämpft und später ihren Traumtypen findet. Freunde und Nachbarn bringen zudem Alltagsprobleme und Beziehungskrisen mit in das Schlafzimmer der jungen Frau – und auf die gut 350 Seiten des Romans. Geschichten, mit denen man aus der Realität fliehen kann, nannte die Schriftstellerin das einmal. „Ich glaube, es war schon immer so, dass die Menschen ihre Alltagsprobleme hatten und auch den Wunsch, daraus abzutauchen.“

Und genau diese Geschichten haben Hauptmann bekannt gemacht: 30 Bücher hat die 59-Jährige nach Angaben ihres Verlages in 20 Jahren geschrieben – im Schnitt 1,5 pro Jahr. Inzwischen hat die Bestseller-Autorin mehr als 10 Millionen Bücher verkauft, ihre Werke erscheinen in 38 Ländern. „Schreiben sei ein bisschen so wie ,Lieber-Gott-Spielen‘“, sagte Hauptmann kürzlich selbst. „Denn man schafft ja ein Universum und völlig neue Leben.“

  • Gaby Hauptmann: „Die Italienierin, die das ganze Dorf in ihr Bett einlud“, Piper Verlag, 352 Seiten, 14,99 Euro.

von Kathrin Drinkuth


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