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Kino: „Bridge of Spies“

Erinnerungen an den Kalten Krieg

Steven Spielberg packt oft historische Stoffe an. Mit „Bridge of Spies“ begibt er sich in den Kalten Krieg. Sein Held ist ein Gegenentwurf zu James Bond.
Eisige Begegnung: Tom Hanks (rechts) und Sebastian Koch. Foto: Fox Deutschland

Eisige Begegnung: Tom Hanks (rechts) und Sebastian Koch.

© Fox Deutschland

Marburg. Der Film ist Hollywood à la Steven Spielberg. Und das macht der Großmeister der Spannung perfekt. Der dreifache Oscar-Preisträger, der den Kalten Krieg als Kind und Teenager erlebt hat, führt die Zuschauer mitten in die explosive Blockkonfrontation zwischen Ost und West, über die gerade gebaute Berliner Mauer, in streng geheime Agentenaustausch-Aktionen und packende Spionagedramen.

Wenn es um historische Stoffe geht, ist Spielberg (68) in seinem Metier. Doch „Bridge of Spies – Der Unterhändler“ dreht sich um eine eher unbekannte historische Figur. Es ist ein Spionagethriller, aber mehr noch eine Charakterstudie des US-Anwalts James Donovan, der gegen seinen Willen in die politische Konfrontation verwickelt wurde.

Der Experte für Versicherungsfälle erhält plötzlich den Auftrag, den in New York festgenommenen KGB-Agenten Rudolf Abel zu verteidigen. Für Donovan ist es Bürgerpflicht, sich für die amerikanischen Grundwerte stark zu machen. Wer passt besser in diese Rolle als der 59-jährige Tom Hanks?

Abel ist kein Spion à la James Bond. Aber als der stoische, stille Held der gegnerischen Seite zieht der britische Theater-Schauspieler Mark Rylance (55) nicht nur die Zuschauer in seinen Bann. Auch Donovan entwickelt Sympathien für den Spion. Spielberg sieht wohlweislich von einem Gut-gegen-Böse-Drama ab.

Dreharbeiten in Berlin

Donovan verliert den Prozess, Abel wird schuldig gesprochen, doch der Anwalt kann das Gericht davon überzeugen, den entlarvten Top-Atomspion als mögliches Tauschobjekt nicht zum Tode zu verurteilen.

Schauplatzwechsel nach Europa. Dort wird 1960 der US-Pilot Francis Gary Powers mit seinem Spionageflugzeug über der Sowjetunion abgeschossen. Donovan muss auf Befehl des CIA noch einmal ran. Die USA machen den Anwalt in geheimer Mission zum Verhandlungsführer, er soll in Berlin den Austausch der Agenten einfädeln. Der findet 1962 auf der Glienicker Brücke statt, die Potsdam und Berlin verbindet. Zu Fuß überqueren sie die verschneite Brücke, der eine gen Osten, der andere gen Westen.

Für die Dreharbeiten nahmen Spielberg und sein Team im vorigen November den Originalschauplatz in Beschlag. Sie drehten auch am ehemaligen Flughafen Tempelhof, im Filmstudio Babelsberg und in Polen. Die Potsdamer Filmfabrik ist Koproduzent des Streifens. Auch die deutschen Schauspieler Sebastian Koch („Das Leben der Anderen“) als DDR-Anwalt Wolfgang Vogel und Burghart Klaußner („Das weiße Band“) spielen mit.

Für das Drehbuch holte der Regisseur hochkarätige Schreiber zur Hilfe. Der britische Dramatiker Matt Charman und die oscarprämierten amerikanischen Brüder Joel und Ethan Coen setzten die wahren Begebenheiten in großes Hollywood-Kino um.

von Barbara Munker

 

„Bridge of Spies – Der Unterhändler“ erhielt von den Besuchern der OP-Schnupper-Premiere im Cineplex das Prädikat: sehenswert mit der Note 3,21 (Bestnote ist 4,0).

Zuschauermeinungen:
„Tom Hanks und Steven Spielberg sind ein klasse Team. Toller Film mit ganz viel Tiefgang.“
Hans Rücker (64) aus Lohra

„Starke Inszenierung, gute Schauspieler, überzeugende Dialoge!“
Sebastian Rapp aus Marburg

„Tolle Geschichtsstunde. Tom Hanks tritt in die Fußstapfen von Gregory Peck.“
Christian Koch (26) aus Masserberg

„Tom Hanks in Bestform! Ein tolles Kino-Erlebnis.“
Frank Schneider aus Stadtallendorf

„Steven Spielberg hat die bedrückende Atmosphäre beim Grenzübertritt nach Ostberlin wieder zum Leben erweckt. Großartig.“
Wolfgang Zerahn (64) aus Marburg

„Teilweise etwas gezogen, das Ende sehr pathetisch. Tolle Kameraarbeit.“
Caroline Sosna aus Marburg

„Ganz sehenswert, stellenweise ein wenig langweilig. Sehr patriotisch.“
Benjamin Wagner aus Marburg

„Handlung gut umgesetzt, Darsteller hervorragend.“
Annette Schneider aus Stadtallendorf

Die Gewinner:
Je zwei Freikarten gehen an: Alexandra Schwitalla, Johannes Bauscher, Charlotte Lienaerts, Hans Rücker und Margrit Walter. Die Karten werden zugeschickt.

Die OP-Hitparade:
1. Everest 3D (3,50)
2. Der Chor – Stimmen des Herzens (3,43)
11. Bridge of Spies (3,21)

 

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