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Theater

Eine geisterhafte Kriminalkomödie

Ein Toter liegt im Garten. War es Mord? Im Verlauf der Untersuchungen tritt ein über Jahrzehnte bewahrtes Geheimnis eines weiteren Vergehens zutage – doch bis es so weit ist, haben die Zuschauer eine Menge Spaß.

Elsbeth (Evelin Rusch, von links), Wahrsagerin Esmeralda (Friedel Frankenberger), der „Wachtmeister“ (Anne Bär), Frau von Zitzewitz (Anne Kaiser), Klara (Dorothea Hübner-Kredig), Luise (Inge-Rose Gimpel) und Isadora (Anne Marie Eberle) sprechen über die Geschehnisse.

© Manfred Schubert

Marburg. Einige der Darstellerinnen von „AktÖre 50+“, der ersten Senioren-Theatergruppe Marburgs, waren bei der Premiere vor 40 Zuschauern im Theater neben dem Turm (G-Werk) etwas nervös. Verständlich, schließlich standen manche der neun im Schnitt genau 60 Jahre alten Damen erstmals auf der Bühne. Doch das tat dem Vergnügen an der Aufführung keinen Abbruch, im Gegenteil. Der charmante, teils recht souveräne Umgang mit Texthängern, und sei es ein auffordernder Blick in Richtung der Souffleuse, verlieh der Darstellung das gewisse Etwas. Wenn alles perfekt geklappt hätte, wäre das Stück sicher erheblich weniger unterhaltsam gewesen.

So verband sich die Spannung darüber, wie sich die Akteurinnen aus der Affäre ziehen würden, mit der Neugier auf die Auflösung der in den 1920er Jahren angesiedelten Kriminalkomödie „Die Stunde der Wahrheit“ von Samira Rippegather. Anne Marie Eberle, Evelin Rusch und Dorothea Hübner-Kredig geben die drei zurückgezogen in ihrem Haus lebenden Schwestern. Überzeugend, ohne zu überziehen, verkörpern sie deren völlig unterschiedliche Charaktere: die sehr herrische, allem Neuen ablehnend gegenüberstehende Isadora, die eher an Unterhaltung und leiblichen Genüssen interessierte Elsbeth und die „Emanze“ Klara, die zum Entsetzen ihrer traditionsverhafteten Schwester Isadora sogar selbst zum Werkzeug greift, wenn es Handwerkliches zu erledigen gibt.

Weitere Vorstellungen: Am 31. Oktober in Gemünden, am 14. November in Niederweimar und am 21. November im Cappeler Bürgerhaus, jeweils um 20 Uhr.

von Manfred Schubert

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