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Kinostart: „Raum“

Eine ganze Welt auf neun Quadratmetern

In „Raum“ brilliert Brie Larson als junge Frau, der nach langjähriger Gefangenschaft die Flucht mit ihrem kleinen Sohn gelingt. Dafür gewann sie gerade den Oscar als ­beste Hauptdarstellerin.
Joy und Jacob leben im „Raum“ ihre eigene Welt. Foto: Universal

Joy und Jacob leben im „Raum“ ihre eigene Welt.

© Universal

Jack hat alles, was er sich wünscht: Zeit für Sport und zum Spielen, ein kuscheliges Bett, eine Badewanne, eine liebende Mutter, einen Fernseher und einen freien Blick auf den Himmel – durch ein Oberlicht von seiner Welt auf neun Quadratmetern. Es ist sein Universum.

Jack lebt sein ganzes Leben in diesem Raum. Wie alle Kinder besitzt er die Fähigkeit, die eigene Welt mit all ihren Bedingungen als das Normale zu begreifen. 
Seine Mutter Joy (Brie Larson) ist es, die diese Illusion seit fünf Jahren kreiert. Sie selbst lebt seit sieben Jahren, dem Zeitpunkt ihrer Entführung, in diesem „Raum“.

Doch irgendwann hält Joy es nicht mehr aus. Sie schmiedet einen Fluchtplan, der allein von Jack abhängt. Eine Flucht, die so spannend inszeniert ist. Nachdem sie sieben Jahre in einem Gartenschuppen eingesperrt war, lebt sie jetzt hinter den geschlossenen Gardinen ihres Elternhauses – um sich vor der wartenden Reportermeute zu verstecken, vor dem Leben.

Die Autorin Emma Donoghue hat ihren gleichnamigen Bestseller aus dem Jahr 2010 für die Leinwand adaptiert, Regisseur Lenny Abrahamson („Frank“) inszeniert als bedrückendes Drama, einen Thriller, in dem er vieles auslässt und damit so viel erzählt.

Er interessiert sich ausschließlich für Joy und Jack, erst im Raum, in dem die Zuschauer ebenso gefangen und orientierungslos sind wie die beiden Protagonisten, später außerhalb, wo sich Joy ebenso verloren fühlt.

Wie in der Romanvorlage erzählt Abrahamson die Geschichte, die zweifelsohne von realen Fällen wie denen von Natascha Kampusch inspiriert sind, aus der Sicht des fünfjährigen Jacks. Er begegnet der Welt und den Menschen mit kindlicher Unvoreingenommenheit – das aber macht es umso schmerzlicher.

  • Der Film läuft im Filmkunsttheater Kammer.

von Britta Schmeis


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