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Kino: „Tribute von Panem – Mockingjay 2“

Eine Welt in Trümmern

Rund 1000 Besucher sahen am Mittwoch die OP-Vorpremiere des letzten Teils der „Tribute von Panem“. Das Ende der Saga bietet fulminante Schlachten, ein wenig Liebesgeschichte und viele 
einfache Antworten.
Katniss (Jennifer Lawrence) zieht mit Castor (Wes Chatham, von links), Gale (Liam Hemsworth), Lieutenant Jackson (Michelle Forbes) und Peeta (Josh Hutcherson) in die Schlacht. Foto: StudioCanal

Katniss (Jennifer Lawrence) zieht mit Castor (Wes Chatham, von links), Gale (Liam Hemsworth), Lieutenant Jackson (Michelle Forbes) und Peeta (Josh Hutcherson) in die Schlacht.

© StudioCanal

Marburg. Die Zeichen in Panem stehen auf Krieg. Dunkler Rauch steigt aus den Trümmern auf, leerstehende Häuserzüge reihen sich ausgebombt aneinander. Im letzten Teil der Film-Saga kommt es zur finalen Schlacht in der Science-Fiction-Endzeit-Welt.

Mit „Mockingjay 2“ geht eine höchst erfolgreiche Leinwandgeschichte zu Ende. Die „Panem“-Verfilmungen nach Romanen von Suzanne Collins haben Millionen Fans gefunden, allein der dritte Teil spielte zuletzt weltweit rund 750 Millionen Dollar ein.

Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene scheinen von der Fantasy-Saga fasziniert – vielleicht wegen der jungen Helden, die Hoffnung in eine Welt voller Ausbeutung bringen. Vielleicht auch wegen der moralischen Fragen, die die Geschichte aufwirft.

Ein Vogel als Symbol des Widerstands

Der Film spielt in einer Welt, die der kaltherzige Präsident Snow (überzeugend: Donald Sutherland) wie ein Diktator beherrscht. Jungen und Mädchen sollen auf seinen Befehl bei den sogenannten Hungerspielen einander töten. Live übertragen im Fernsehen, zur Unterhaltung der Massen. Hauptfigur Katniss Everdeen (Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence) überlebt diese Spiele und wird zum gefährlichsten Feind von Snow und seinem System.

Im vierten und letzten Film führt Katniss die Rebellion mit an. Das Symbol des Widerstands: eine Vogelart namens Spotttölpel (Mockingjay). Katniss soll als Gesicht der Rebellion möglichst viele Menschen auf die Seite der Aufständischen ziehen. Doch bald hat sie ein anderes Ziel: Sie will Präsident Snow töten.

Was in den beiden Stunden im Kino folgt, sind viele Actionszenen und düstere Kriegsbilder voll gewaltiger Architektur und Animationen. Die Gegend mutiert zur Arena, und die Rebellion fordert ihre Opfer. Mittendrin gibt es aber auch noch eine kleine Liebesgeschichte. Katniss muss sich entscheiden zwischen Peeta (Josh Hutcherson), den sie bei den Hungerspielen kennenlernte und der sie nach einer Gehirnwäsche umbringen wollte, und ihrem Jugendfreund Gale (Liam Hemsworth).

Kulisse wie in Syrien

Ansonsten bleibt die Handlung wie im vorangegangenen „Panem“-Teil etwas mager. Das dürfte vor allem daran liegen, dass der dritte Buchband in zwei Filme geteilt wurde, ähnlich wie bei „Harry Potter“ und „Twilight“. Fans bringt dies mehr Zeit mit den Figuren, der Produktionsfirma bringt das vor allem zusätzliche Einnahmen.

Das Filmteam drehte unter anderem in Berlin, etwa am stillgelegten Flughafen Tempelhof, einem Bauwerk der Nationalsozialisten. Manche Szenen erinnern auch an zerbombte Straßenzüge, wie man sie von Bildern aus dem Zweiten Weltkrieg kennt. Die Ästhetik schwankt zwischen 1940er-Jahren und Futurismus. Genauso gut könnten es aber auch Bilder sein, die man täglich in den Medien sieht: verwüstete Wohnviertel in Syrien und Tausende Menschen auf der Flucht.

Letztlich arbeitet Regisseur Francis Lawrence viel mit Kategorien wie Gut und Böse, Schwarz und Weiß. Manchmal schimmert zwar auch ein Grauton durch, doch „Die Tribute von Panem – Mockingjay 2“ bieten meist einfache Antworten: Es könnte alles so schön sein, wenn nur die richtigen Menschen an der Macht wären. Viele Zuschauer werden sich das auch wünschen.

  • Der Film läuft im Cineplex.

von Julia Kilian

 

„Tribute von Panem – Mockingjay 2“ erhielt von den Besuchern der OP-Schnupper-Premiere im Cineplex das Prädikat: sehenswert mit der Note 3,35 (Bestnote ist 4,0).

Zuschauermeinungen:
„Toller Film. Sehr mitreißend.““
Lea Kurz (16) aus Kirchhain

„Das Warten hat sich gelohnt. Ein bombastisches Finale einer wundervollen Reihe.“
Ute Cellak aus Marburg

„Super. Spannend. Ende aber sehr kitschig.“
Valentina Daube (21) aus Marburg

„Für Fans ein Muss. Mal eine Romanverfilmung, die wirklich nah am Buch ist.“
Jovans Jochem aus Bad Endbach

„Die beste Umsetzung, die ich mir für dieses Buch vorstellen konnte. Hoffen wir, dass die Menschen aus ihren Fehlern lernen werden.“
Mira Haselhorst aus Marburg

„3-D unnötig. Hyperkitschiges Ende, ansonsten gut.“
Uwe Hammans aus Winterberg

„Viele Leichen pflastern ihren Weg. Gute Umsetzung des Buches.“
Thomas Kutsch (43) aus Marburg

„Grandioses Ende für eine tolle Geschichte.“
Michaela Höck aus Rauschenberg

„Oscar.“
Stefan Thiemann (26) aus Ebsdorfergrund

„Hätte nie gedacht, dass der Film so gut wird. Respekt.“
Marina Müller (24) aus Gemünden

„Nette Unterhaltung, sehr schöne Effekte und gute Schauspieler. Leider von der Story her ohne großen Spannungsbogen.“
Alexandra Palmen (38) aus Münchhausen

Die Gewinner:
Je zwei Freikarten gehen an: Tim Dietrich, Julie Biegert aus Marburg, Gabriella Gillner aus Lohra, Julia Immel aus Kirchhain und Franziska Höck aus Rauschenberg. Die Karten werden zugeschickt.

Die OP-Hitparade:
1. Everest 3D (3,5)
6. Tribute von Panem – Mockingjay 2 (3,35)

 

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