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Nachruf auf John Fischer

Ein Pionier, eng mit Marburg verbunden

Der New Yorker Künstler und Jazzpianist John 
Fischer ist tot. Er starb vergangene Woche in New York einige Tage nach seinem 86. Geburtstag.
Das Porträt der Künstlerin Emö Simonyi von 2004 zeigt John 
Fischer. Privatfoto

Das Porträt der Künstlerin Emö Simonyi von 2004 zeigt John 
Fischer.

© privat

Marburg. John Fischer war Marburg eng verbunden und unterrichtete an der Marburger Sommerakademie 1995 bis 2008 zunächst Freie Malerei, seit 1998 Computerkunst, in der er insbesondere die zunehmend verbesserte Farbqualität und -vielfalt zu nutzen verstand und Einfluss auf die Entwicklung der Druckerqualität nahm. In diesem Metier zählte er zu den Pionieren seit den 70er-Jahren.

Darüber hinaus gab er als 
 renomierter, international auftretender Pianist in diesen Jahren regelmäßig Jazz-Konzerte in der „Cavete“ am Steinweg, auch noch danach jährlich bis 2013 anlässlich privater Besuche in der Universitätsstadt. Seine internationale Karriere als Jazzmusiker führte ihn in viele Länder Europas bis nach Litauen und Moskau lange vor 1989, etwa in die Berliner Philharmonie bei den Berliner Jazztagen 1976.

Emö Simonyi, selber langjährige Kursleiterin in der Sommerakademie und erfolgreiche Künstlerin aus München, setzte ihm mit einem großformatigen Porträt ein Denkmal. Sie schrieb: „John wird mit seiner Kunst, seiner Musik und seinem Humor bei mir und vielen anderen immer lebendig bleiben. Leider werden die Säulen der Kultur wie er immer weniger. Mir wird seine weitsichtige Lebenserfahrung und freundliche Persönlichkeit fehlen.“ Sie spricht damit vielen Freunden aus dem Herzen.

John Fischer wurde 1930 in Antwerpen geboren. 1940 bis 1943 als jüngster seiner Familie emigrierte er über Frankreich, Casablanca und Kuba in die USA. Seit den 50er-Jahren arbeitete er als bildender Künstler, Musiker und Komponist. In den 60er-Jahren wurde er berühmt mit seinen „Brotskulpturen“ als symbolhaften Ideenträgern. Salvador Dali lud ihn nach einem gemeinsamen Fernsehauftritt ein und nannte ihn „The First Legitim Bread Sculptor“.

Zahllose Einzel- und Gruppenausstellungen führten seine Werke seit 1960 durch die USA und Europa. 1980 bis 1996 hatte er in Genf einen zweiten Wohnsitz. Einige seiner Werke sind im Internet zu sehen und zu hören. Sein Wunsch, nach einer schweren Erkrankung Anfang 2014 noch einmal nach Marburg zu kommen, blieb unerfüllt.

von Roland Stürmer


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