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Kinostart: „Mängelexemplar“

Egozentrisch und viel zu emotional

Als der Roman „Mängelexemplar“ von Moderatorin Sarah Kuttner 2009 erschien, erinnerte die Atmosphäre an ein Studio der aussterbenden Fernseh-Musiksender: wirres und aufgeregtes Geplapper, bunte 
Kulissen, schrille Outfits und ein anglophoner Jargon, der so manchen Sprachästheten erschauern ließ.
Katja Riemann (Luzy, links) und Claudia Eisinger (Karo) in einer Szene aus dem Film „Mängelexemplar“. Foto: Stephanie Kulbach/X-Verleih/dpa

Katja Riemann (Luzy, links) und Claudia Eisinger (Karo) in einer Szene aus dem Film „Mängelexemplar“.

© Stephanie Kulbach/X-Verleih/dpa

Marburg. Der Roman wurde dank seiner rotzfrechen und intelligenten Autorin aber zum Bestseller. Nun hat Regisseurin 
und Drehbuchautorin Laura Lackmann den Erfolgsroman verfilmt – weniger aufgeregt, verschlankt, und sie hat sich vor allem dem Thema Depression etwas differenzierter genähert.

Karo (Claudia Eisinger) ist anstrengend, egozentrisch, viel zu emotional: „Ich mag mich selber nicht.“ Das nervt ihre Chefin in der Eventagentur, die sie rausschmeißt. Das nervt ihren Freund Philipp (Christoph Letkowski), der sie verlässt. Geliebt haben sich die beiden zwar nie so recht, aber immerhin hat Philipp Karo etwas Halt gegeben.

Davon gibt es in ihrem Leben nicht viel: Der Vater (Mini-Auftritt von Detlev Buck) ist seit der Kindheit nicht existent, die Mutter (Katja Riemann) depressiv, die Oma (Barbara Schöne) fürsorglich verständnisvoll und die beste Freundin Anna (Laura Tonke) mit eigenen Problemen beschäftigt und müde davon, dass sich alles immer nur um Karo dreht.

Es gibt viele liebevolle Details, komische Situationen und Dialoge. Auch wenn Lackmann das Thema Depression ernster betrachtet als Kuttner, gelingt ihr nicht die Balance zwischen postpubertärer Hysterie und bedrohlicher Krankheit.

Was Sarah Kuttner mit dem Eventcharakter ihres Romans erst gar nicht versucht hat, gerät bei Lackmann zu einem unent­schiedenen Hin und Her – ganz hübsch anzusehen, dann aber doch meist ins Belanglose abdriftend.

  • Der Film läuft im Cineplex und im Capitol.

von Britta Schmeis

 

 Mängelexemplar erhielt von den Besuchern der OP-Schnupper-Premiere im Cineplex das Prädikat: sehenswert mit der Note 2,56 (Bestnote ist 4,0).

Zuschauermeinungen:

„Gut gespielt.“
Ines Schmidt (25) aus Reddehausen

„Stressiger Film, ziemlich psycho.“
Pauline Wockerfuß (20) aus Wohratal

Die Gewinner:
Je zwei Freikarten gehen an: Alina Spadi, Elisabeth Kelz, Sancha Kraus (alle Marburg), Theresa Schneider (Kirchhain) und Sonja Schmidt (Reddehausen). Die Karten werden zugeschickt.

Die OP-Hitparade:
1. Deadpool (3,65)
45. Mängelexemplar (2,56)

 

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