Navigation:
Ticket-Shop Anzeigen- und Abo-Service

Kino: „The Revenant – Der Rückkehrer“

Düsteres Ballett aus Blut und Schweiß

Leonardo DiCaprio hat schon mehrere vergebliche Anläufe auf den Oscar unternommen. Diesmal könnte es klappen.
Trapper Hugh Glass (Leonardo DiCaprio) steht neben einem Berg aufgeschichteter Büffelschädel. Die Aussage ist eindeutig: Die weißen Eroberer vernichten auf der Jagd nach Fellen die Lebensgrundlage der Indianer. Foto: 20th Century Fox

Trapper Hugh Glass (Leonardo DiCaprio) steht neben einem Berg aufgeschichteter Büffelschädel. Die Aussage ist eindeutig: Die weißen Eroberer vernichten auf der Jagd nach Fellen die Lebensgrundlage der Indianer.

© 20th Century Fox

Leonardo DiCaprio gehört zu den zugkräftigsten Schauspiel-Stars Hollywoods. Er konnte bereits zahlreiche Auszeichnungen einheimsen. Doch der Oscar war bisher nicht dabei.

Das könnte sich nun dank des Abenteuer-Dramas „The Revenant – Der Rückkehrer“ ändern. DiCaprio spielt mit außerordentlichem körperlichen Einsatz und mimischen Können den legendären Trapper Hugh Glass, der von etwa 1783 bis 1833 gelebt haben soll. Bei der kommenden Oscar-Verleihung gilt er als Favorit.

Regie geführt hat Alejandro González Iñárritu, der mit seiner Satire „Birdman“ 2015 mehrere Oscars gewonnen hat. Jetzt bietet er ein nervenzerrendes Drama um Naturgewalten und menschliche Bösartigkeit.

Western ohne Klischees

Es basiert auf einem von Fakten angeregten Roman um das Leben von Hugh Glass: Der Pelztierjäger wird in den 1820er Jahren auf der Flucht vor Indianern in den Wäldern des Missouri River von einem Grizzlybär lebensgefährlich verletzt. Die Begleiter lassen Hugh Glass hilflos zurück, nachdem einer seinen Sohn getötet hat. Das Verlangen nach Vergeltung verleiht ihm schier übermenschliche Kraft.

Zunächst sieht der Film aus wie ein Western. Doch schon bald ist klar, dass keine der von der Traumfabrik über die Jahrzehnte gepflegten Klischees von der Weite der Prärie oder dem Mut tapferer Siedler im Kampf für das Gute und Schöne bedient wird. Schonungslos zeigt der aus Mexiko stammende Alejandro González Iñárritu, worauf der viel gepriesene „American Way of Life“ basiert: auf Habgier und Herrschaftsgelüsten.

Leonardo DiCaprio entspricht dem gesellschaftskritischen Gestus der Geschichte mit einer schonungslosen Interpretation der Hauptfigur. Wenn ihn schließlich vor allem die Sehnsucht nach Rache am Leben erhält, erweist er sich als nicht weniger gefährlich denn jede Bestie auf vier Beinen. Kälte und Hunger bedrängen den Abenteurer. Und dazu die Nachtgestalten, die ihn heimsuchen. Leonardo DiCaprio zeigt die äußere wie die innere Not des Getriebenen fast wortlos.

Er porträtiert konturenscharf eine auf sich selbst zurückgeworfene Kreatur im nackten Überlebenskampf. Das hätte kitschig werden können. Doch DiCaprio agiert fern von Sentimentalität, ohne dass er dem von ihm verkörperten Mann durch grobes Grimassieren oder Gestikulieren die Individualität nimmt.

Grandiose Bilderflut 
ist kaum auszuhalten

Kameramann Emmanuel Lubezki, der vor zwei Jahren für seine Fotografie des spektakulären Weltraum-Epos „Gravity“ einen Oscar erhalten und für „Birdman“ eine Oscar-Nominierung bekommen hat, bedient sowohl die Schaulust des Publikums als auch die Tiefe der Gedankenwelt des Dramas. Immer wieder sieht es so aus, als fliege die Kamera mitten durchs Geschehen und käme den Protagonisten extrem nah. Man glaubt, in die Seelen der Handelnden zu schauen.

Ein Großteil des Films wirkt wie ein Ballett aus Blut und Schweiß. Das ist manchmal kaum auszuhalten, so direkt trifft die Gewalt auf das Publikum. Die Landschaftspanoramen offenbaren bei aller Schönheit immer auch, wie brutal die Natur sein kann.

Wobei sich letztlich stets zeigt: Es ist der Mensch, der als Monster in Wälder, auf Berge oder in Flüsse drängt. Allein die Bilderflut ist derart beeindruckend, dass man als Zuschauer vor Anspannung oft kaum mehr atmen kann.

Angeblich ist die Produktion des Films recht dramatisch verlaufen. Gedreht wurde ohne künstliches Licht und entgegen der üblichen Praxis in chronologischer Reihenfolge überwiegend in der kanadischen Wildnis. Mehrere Teammitglieder sollen die Arbeit wegen Überanstrengung hingeschmissen haben. Im Laufe des neunmonatigen Drehs soll sich Iñárritu zudem mit Produzent Jim Skotchdopole überworfen haben. Doch das Ergebnis rechtfertigt alle Unbill.

Das wuchtige und dabei facettenreiche Spiel von Leonardo DiCaprio, die schnörkellose Inszenierung sowie der gedankliche und visuelle Reichtum des Films sind beeindruckend.

von Peter Claus

 

 The Revenant – 
Der Rückkehrer erhielt von den Besuchern der OP-Schnupper-Premiere im Cineplex das Prädikat: sehenswert mit der Note 3,48 (Bestnote ist 4,0).

Zuschauermeinungen:
„Nur etwas für Menschen mit starken Nerven.“
Eva Löffler (29) aus Cölbe

„Brutal, erbarmungslos, grandios. DiCaprio liefert seine bisher beste Leistung. Tolle Regie und fantastische Kameraarbeit.“
Samuel Freund (32) aus Gladenbach

„Selten solch einen guten Film gesehen. Die Bilder, die Landschaft, einfach atemberaubend. Zweieinhalb Stunden super Unterhaltung. Bären-Szene – Wahnsinn!!!“
Andre Herbelsheimer (17) aus Bad Endbach

„Die spektakulärsten Gefechtsszenen seit ‚Soldat James Ryan‘.“
Marco Rauch (45) aus Weimar

„Oscarreife Regie-Leistung mit beeindruckender Kulisse.“
Milad Javadani (20) aus Marburg

„Gebt DiCaprio endlich einen Oscar. Meisterleistung.“
Harald Steffen (40) aus Bracht

„Spektakulärste Kamera seit langem.“
Christoph Dümpelmann aus Marburg

„Großes Kino mal ganz anders.“
Jan Simon (30) aus Kirchhain

„Tolle Aufnahmen, teils zu realistisch.“
Florian Rhiel (34) Kirchhain

„Tolle Landschaftsbilder, etwas zu martialisch. Wäre auch mit weniger Blut und Schweiß aufregend gewesen.“
Angelika Fresenborg (56) aus Kirchhain

„Sprachlos.“
W. Kuhl aus Lahntal

„Viel Natur und Blut, wenig Dialog. Tolle Bilder.“
Hannah Klein aus Marburg

„Grauenhaft.“
Erika Beermann aus Weimar

„Unfassbar tolle Naturbilder und eine krasse Story.“
Diana Nusko (37) aus Wenkbach

„Wir alle sind Wilde.“
Mayline Schilling aus Marburg

„Archaisches Heldentum.“
Wolfgang Zerahn (65) aus Marburg

„Starker Tobak, teilweise recht unglaubwürdig.“
Felicitas Siegmund aus Marburg

„Außergewöhnlich: Story, Aufnahmen, Leistung der Schauspieler.“
Henning Wassermann aus Marburg

Die Gewinner:
Je zwei Freikarten gehen an: Jutta Amann (Marburg), Samuel Freund (Gladenbach), Hans-Arnold Stöhr (Wetter), Pauline Bischofsberger (Weimar) und W. Kuhl (Lahntal) . Die Karten werden zugeschickt.

Die OP-Hitparade:
1. Carol (3,62)
2. Star Wars – Erwachen der Macht (3,58)
3. The Danish Girl (3,57)
4. Everest 3D (3,5)
5. The Revenant – Der Rückkehrer (3,48)

 

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Anzeige




Jubiläum




Wünsche




Terra-Tech




Lokschuppen-Sanierung

Lokschuppen-Sanierung: Sollten Marburger über die Umsetzung eingereichter Projektangebote abstimmen dürfen?

Sport-Tabellen




Spielerkader




zur Galerie

Fußballfotos vom Wochenende

Sonderveröffentlichungen




Spielplatz-Serie




LWL-Shop




Mit der OP durch das Gartenjahr




Blende 2016




Heimatprämie sichern!




Instagram

Meistgelesene Artikel

Schüler lesen die OP




Kommentare




OP kostenlos lesen




Der Online-Shop der OP




Städtewetter
Ihre Stadt/Ihr Ort
Tagestemperatur
°
Tiefsttemperatur
°
Regenprognose
%
Windstärke
km/h
Pollenflug
Ihre Wettervorschau
zur Galerie

Willkommen im Leben:

Die Transfers im Landkreis




Die OP-Serien

Mmmm, wie das duftet! Das Rezept für diesen saftigen Stollen finden Sie unten im Text. Foto: Hartmut Berge Besser Esser

Christstollen: Ein Gebäck fürs ganze Jahr

Als die OP Mike Schmidt in der Backstube besucht, riecht es nach Rosinen und Mandeln. Der 39-Jährige macht das, was seine Vorfahren schon vor rund 180 Jahren in der Vorweihnachtszeit praktizierten: Er backt Stollen. mehrKostenpflichtiger Inhalt

In 12 Schritten zum perfekten ChriststollenGalerie   



90 regionale Rezepte: Das Besser-Esser-Buch


Das Besser Esser Buch mit 70 regionalen Rezepten.

Die Grill-App der Oberhessischen Presse


Rostkost: Rezepte und Grilltechnik




  • Sie befinden sich hier: Kino: „The Revenant – Der Rückkehrer“ – Düsteres Ballett aus Blut und Schweiß – op-marburg.de