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Kino: „Star Wars: Das Erwachen der Macht“

Die Macht ist mit Regisseur J. J. Abrams

Der neue „Star-Wars“-Film schreibt die Weltraum-­Saga gekonnt weiter und bleibt dem Geist der Reihe treu. Es gibt ein Wiedersehen mit Harrison Ford und Carrie Fisher, die neue Generation überzeugt mit Charme und Kampfgeist.
Das Böse ist zurück im Star-Wars-Universum – unter anderem in Form von Kylo Ren (Adam Driver), der in dieser Szene Sturmtruppen anführt. Foto: Walt Disney / Lucasfilm

Das Böse ist zurück im „Star-Wars“-Universum – unter anderem in Form von Kylo Ren (Adam Driver), der in dieser Szene Sturmtruppen anführt.

© Walt Disney / Lucasfilm

Der Hype war gewaltig, die Erwartungen geradezu galaktisch: Würde es gelingen, die legendäre „Star Wars“-Trilogie von George Lucas über dreißig Jahre nach den ersten drei Filmen glaubwürdig und schlüssig weiterzuerzählen?

Die Antwort fällt eindeutig positiv aus: „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ überzeugt auf der ganzen Linie als stark erzählte, optisch brillant umgesetzte und kongenial besetzte Fortsetzung des Weltraumabenteuers aus den späten 1970er Jahren. Ein Blockbuster wie aus einer anderen Galaxie, da sind die Rekorde vorprogrammiert.

Die Macht war eindeutig mit den Machern um Regisseur J.J. Abrams („Mission: Impossible“), der das Glück hatte, auf bewährte Sympathieträger wie Harrison Ford als Han Solo oder Carrie Fisher (Prinzessin Leia) zurückgreifen zu können. Aber natürlich muss im ewigen Kampf gegen das böse Imperium, das jetzt „Erste Ordnung“ heißt, eine neue Generation ran.

Die 23-jährige britische New­comerin Daisy Ridley verkörpert sehr überzeugend die Einzelgängerin Rey, die auf dem Wüstenplaneten Jakku als Schrottsammlerin arbeitet. Als sie den fahnenflüchtigen Stormtrooper-Soldaten Finn (John Boyega) und den Piloten Poe Dameron (Oscar Isaac) trifft, finden sich die drei Rebellen bald im erbitterten Kampf gegen den finsteren Kylo Ren (Adam Driver) und den mächtigen Anführer Snoke (Andy Serkis) wieder, die der dunklen Seite der Macht verfallen sind. Und weit und breit ist erst mal kein Luke Skywalker zu sehen.

Die alte und neue Generation ergänzen sich in diesem siebten „Star-Wars“-Abenteuer gut: Der gestandene Haudegen Harrison Ford (73) darf wieder mit seinem behaarten Riesenkumpel Chewbacca auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigen und über die Frisur seiner großen Liebe Leia lästern. Der Humor kommt diesmal nicht zu kurz, das junge Pärchen Rey und Finn feixt und lästert ebenfalls gerne.

Natürlich dürfen die kauzigen Droiden nicht fehlen. Die putzigen Computer-Veteranen R2-D2 und der goldene Blechbursche C-3PO sind nicht verschrottet worden, kommen aber erst im Finale ins Spiel. Stattdessen wuselt jetzt ein neuer, kugelrunder Droide namens BB-8 über Sanddünen und durch Wälder, und es menschelt fast noch stärker als früher. Wenn dieser Bursche fiept und sein Köpfchen senkt, bleibt kein Auge trocken.

Film bleibt nach 30 Jahren dem Geist der Reihe treu

Ohne ihren Droiden geht auch bei der neuen Heldin Rey fast gar nichts. Sie hat die Macht und ist eine Gute, das spürt man schnell, und natürlich wird es höchste Zeit für eine weibliche Jedi-Ritterin im immer noch stark männlich dominierten „Star Wars“-Universum. An dieser bildhübschen Weltraum-Amazone hätte der selige Yedi-Meister Yoda sicher Gefallen gefunden. Man kann sich schon auf weitere Folgen mit Daisy Ridley freuen.

Es ist schon erstaunlich – nach mehr als 30 Jahren bleibt der neue Film dem Geist der Serie treu. Der Humor ist da, genauso wie die gewohnten Kostüme, die pathetisch scheppernde Filmmusik von John Williams und die markanten Sprüche.

Es war ein kluger Schachzug, den bewährten „Star-Wars“-Drehbuchautor Lawrence Kasdan (66) erneut zu engagieren. Sein Skript führt die Handlung klug weiter, hält etliche Überraschungen parat und wartet mit einem genialen offenen Ende auf, das schon Lust auf die nächsten Folgen macht. Die sollen 2017 und 2019 in die Kinos kommen.

Kaum Chancen auf den Oscar

Optisch ist der neue Film natürlich Lichtjahre von den Vorgängern entfernt. Die Raumschiffe und Jagdbomber fliegen uns in 3D-Optik um die Ohren. Allein die Eröffnungssequenz, wo ein gigantischer Raumfrachter das gesamte Sternensystem in Dunkelheit zu tauchen scheint, ist großartig. Aber die Schauwerte sind nie Selbstzweck, sondern dienen der ­Story, die ohne Schnickschnack in 135 Minuten kompakt und kurzweilig erzählt wird.

Für die Oscar-Verleihung allerdings sollte sich das runderneuerte Team von „Star Wars“ keine übertriebenen Hoffnungen machen. Vor allem der aller­erste Film von 1977 fand die Gnade der Juroren und wurde mit sechs Oscars ausgezeichnet, allerdings in den Nebenkategorien.

Einen Neben-Oscar gab es dann noch für die Fortsetzung von 1980. Für die ehrwürdigen Mitglieder der Akademie scheint das „Star-Wars“-Universum in einer anderen Galaxie zu liegen. Kinozuschauer und Fans werden den neuen Film trotzdem feiern.

von Johannes von der Gathen

 

 „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ erhielt von den Besuchern der OP-Schnupper-Premiere im Cineplex das Prädikat: oscarreif mit der Note 3,58 (Bestnote ist 4,0).

Zuschauermeinungen:
„Muss man sehen.“
Basti Scholz aus Gießen

„Der Film hat seinen Charme immer noch beibehalten. Sehr amüsant und eine tolle Unterhaltung.“
Ricardo Correll (22) aus Marburg

„Bin beeindruckt. Die Macht ist mit uns!“
Marcus Richter aus Marburg

„Sehr schön, aber der Film sieht aus wie ein Remake.“
Dand Trenk aus Marburg

„Ein würdiger Nachfolger. Möge die Macht mit uns sein.“
Michael Poll aus Kirchhain

„Die Charaktere sind interessant, doch die Geschichte hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Alles neu, aber ähnlich. Es ist verstörend, wie sehr Star Wars 7 den Vorgängern ähnelt. Trotzdem war der Film unterhaltend.“
Yasemin Wahab (19) aus Marburg

„Unerwartet lustig, spannend und mit tollen Effekten. Gutes offenes Ende, macht Lust auf mehr.“
Maika Dänner aus Marburg

„Film top. Fand aber, dass teils zu viele Elemente von vorherigen Filmen dabei waren. Trotzdem geil.“
Karina Stephan aus Marburg

„Perfekt, wie zu erwarten.“
Jonathan Kurz (32) aus Marburg

„Absolut fantastisch. Das Flair der Episoden 4 und 5 ist zurück.“
Thomas Pietschmann (44) aus Kirchhain

Die Gewinner:
Je zwei Freikarten gehen an: Alicia Kirsch, Alexandra Kunz, Vanessa Tomzik (aus Marburg), Heike Marrek-Rumpf aus Gemünden und Jürgen Niederhöfer aus Weimar. Die Karten werden zugeschickt.

Die OP-Hitparade:
1. Carol (3,62)
2. Star Wars – Das Erwachen der Macht (3,58)
3. Everest 3D (3,5)

 

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