„Hänsel und Gretel“ von Richard Stumm ist eines der ausgestellten Bilder.
Marburg. Richard Stumm hatte 2007 die Proben zu den Nibelungen-Festspielen in Worms unter der Regie des bekannten Fernseh-Autors Dieter Wedel mit Zeichnungen und Malereien begleitet. Der ganze Zyklus unter dem Titel „Der Betrug“ umfasst 18 Öl-auf-Leinwand-Gemälde, von denen 13 jetzt im Arbeitsgericht zu sehen sind.
Der schmale Gang im Gerichtsgebäude war fast zu eng für die großformatigen und daher abstandsbedürftigen Arbeiten. Stumms Bilder sind glut- und blutvoll. Glutvoll, weil der Maler einen mitreißenden Sinn für Farbe hat. Blutvoll, weil die Nibelungensage vom „besonderen Saft“ bekanntlich reichlich rot eingefärbt ist: „Die Blumen allenthalben von Blute wurden nass…“.
Die Besucher der Vernissage absolvierten ein langes Vorprogramm. Hans Gottlob Rühle, Direktor des Arbeitsgerichts, gab eine ausführliche, mit humorvoll-persönlichen Bemerkungen gewürzte Einführung in das Nibelungen-Lied. Es wurde anschließend in einer rund einstündigen „Kurzfassung“ durch Ellen Bittmann und Ulli Düwert vom „Schnaps- und Poesietheater Marburg“ nach allen Regeln der Schauspiel- und Rezitationskunst vorgetragen.
Die Ausstellung von Richard Stumm im Arbeitsgericht Marburg ist noch bis zum 10. November geöffnet, immer montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr sowie freitags von 8 bis 14.30 Uhr.
von Dr. Justus Noll
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