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Kinostart: „Zoolander 2“

Der Wahnsinn geht weiter

Zusammen mit einer Interpol-Agentin spüren die saudummen Schönlinge Derek und Hansel diesmal einer Verschwörung in der Welt der Reichen und Hübschen nach.
Derek Zoolander (Ben Stiller, links) geht mit Hansel (Owen Wilson) und Valentina (Penélope Cruz) erneut auf Verbrecherjagd. Foto: Paramount Pictures

Derek Zoolander (Ben Stiller, links) geht mit Hansel (Owen Wilson) und Valentina (Penélope Cruz) erneut auf Verbrecherjagd.

© Paramount Pictures

2001 durfte Ben Stiller in „Zoolander“ als attraktives Fotomodell eine Gehirnwäsche über sich ergehen lassen. Und dass, obwohl Derek Zoolander ohnehin nicht mit allzu viel Intelligenz gesegnet war. Daran hat sich wenig geändert, wenn Derek nun 2016 abermals auf großer Leinwand agieren darf.

Erneut spielt er an der Seite von Owen Wilson alias Hansel, einem so blonden wie auch nicht sonderlich schlauen Hübschling. „Zoolander 2“ wartet auf mit einer imposanten Besetzung, darunter auch Penélope Cruz, rasanter Action und vielen überdrehten und bisweilen gänzlich sinnentleerten Gaga-Gags rund um die Mode-Welt.

Eingeleitet wird das zweite Abenteuer von Derek und Hansel, deren Zeit als Supermodels längst passé ist, mit einer Verfolgungsjagd, an deren Ende kein Geringerer als Justin Bieber sein Leben lässt. Irgendjemand hat es auf die Popstars dieser Welt abgesehen und ausgerechnet Hansel und Derek sollen einer für die Modewelt zuständigen Interpol-Agentin (Cruz) dabei helfen, die Verantwortlichen dingfest zu machen.

Nebenrollen mit Stars besetzt

Derek aber muss dafür zunächst aus seinem Exil, einer verschneiten Berghütte in New Jersey, geholt werden. Auch Hansel hat zunächst andere Sorgen als sich wieder der flatterhaften Haute-Couture-Szene zuzuwenden. Will Ferrell ist in der Fortsetzung erneut mit dabei, der von ihm verkörperte Bösewicht namens Mugatu hat noch einige Rechnungen zu begleichen.

Unglaublich, wer in der 102-Minuten-Komödie neben Stiller und Wilson noch alles zu sehen ist. Mit dabei sind etwa: eine völlig entstellte, nicht wieder zu erkennende Kristen Wiig („Brautalarm“) und der herrlich zwischen den Geschlechtern oszillierende Benedict Cumberbatch.

Ein weiser und sehr bärtiger Sting ist dabei, Kanye West genauso wie Lewis Hamilton, Milla Jovovich genauso wie Katy Perry. Schon im ersten Teil gab es kuriose Begegnungen. Ohnehin ist sich „Zoolander 2“ seines Vorgängers stets bewusst, noch immer telefoniert Derek mit einem verschwindend kleinen Mobiltelefon, noch immer ist Hansel auf der Suche nach Erleuchtung.

„Zoolander 2“ ist vor allem eine Kraftanstrengung Ben Stillers, der vor der Kamera agiert, für die Regie und einen Teil des Skripts verantwortlich ist und als Produzent fungiert. Erneut ist sein Derek dümmer als die Polizei erlaubt, und erneut gelingt es Stiller, den man aus vielen US-Komödien kennt (von „Nachts im Museum“ bis „Gefühlt Mitte Zwanzig“) seine Figur auch mit einer gewissen Liebenswürdigkeit auszustatten.

Ein Gag jagt den nächsten

Stillers Auftritt wäre aber nur halb so effektiv, wenn sein Derek in Hansel nicht einen kongenialen Partner hätte. Dass sich Stiller und Owen Wilson in Komödien perfekt ergänzen, haben sie in „Meet the Fockers“ an der Seite von Robert De Niro bewiesen. In „Zoolander“ verschmelzen die beiden als unterbelichtete Models gleichsam zu einer Einheit – ihre Figuren verfügen, wenn’s mal wirklich drauf ankommt, sogar über eine gewisse Bauernschläue.

„Zoolander 2“ ist eine Komödie mit einem großartig scharfen, überraschenden, aber auch mal enervierenden Humor. Schon beim Erstling von 2001 sehnte man eine Verschnaufpause herbei – Gag folgt jedoch auch im zweiten „Zoolander“ auf Gag, ohne dass ein Innehalten vorgesehen wäre. Und so ist es denn auch ein Leichtes, „Zoolander“ als puren Eskapismus abzutun, als sinnentleerten und überdrehten Hochgeschwindigkeitsquatsch.

Dass hinter all dem, fast dadaistisch anmutenden Blödsinn auch eine gehörige Portion Kritik stecken könnte an einer allzu oberflächlichen, von Jugendlichkeit und Schönheit gleichsam besessenen, höchst exaltierten Mode-Welt, würde man darüber freilich übersehen. Im furiosen Finale lässt Stiller denn auch Größen der Mode-Branche wie Valentino, Tommy Hilfiger und Marc Jacobs zu einer bitterbösen Abrechnung antreten.

  • Der Film läuft im Cineplex.

von Matthias von Viereck


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