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Nachruf auf David Bowie

Der Griff nach den Sternen

Kaum jemand wusste, dass David Bowie seit eineinhalb Jahren Krebs hatte. Gerade noch feierten seine Fans die wandelbare Ikone für das neue Album „Blackstar“. Nun trauern sie um den Briten.
So kannten und liebten ihn seine Fans: Das Foto zeigt die Rock-Ikone David Bowie bei einem Konzert am 12. Juli 2002 im Kölner E-Werk. Der Sänger starb am Sonntag an Krebs. Foto: Jörg Carstensen

So kannten und liebten ihn seine Fans: Das Foto zeigt die Rock-Ikone David Bowie bei einem Konzert am 12. Juli 2002 im Kölner E-Werk. Der Sänger starb am Sonntag an Krebs.

© Jörg Carstensen

London. Mit Major Tom, der zu den Sternen strebt und aus dem All traurig auf die Erde blickt, ging 1969 David Bowies ganz eigener Stern auf.

47 Jahre nach der Astronautenballade „Space Oddity“, die sich wie jeder große Popsong ohne Umweg ins Gehör bohrt, nahm einer der wichtigsten Popmusiker unserer Zeit das Leitmotiv ein letztes Mal auf – nur dass der Stern jetzt ein schwarzer war.

Das am Freitag zu Bowies 69. Geburtstag erschienene Rock- und Jazzalbum „Blackstar“ klingt düster und melancholisch – wie eine Vorahnung, möchte man meinen, wenn man nun vom Krebstod der Rock-Ikone hört.

Mal Chamäleon, mal Gentleman

Provozierendes Pop-Chamäleon mit knallrot gefärbten Haaren, rastloser Klangforscher, Rock-Gentleman im eleganten Anzug und zuletzt eine Art Phantom fernab der früher so gern gesuchten Öffentlichkeit: Das sind nur einige der Rollen, die der am 8. Januar 1947 im Londoner Stadtteil Brixton als David Robert Jones geborene Bowie in seiner 50-jährigen Karriere ausgefüllt hat.

Nach offizieller Zählung brachte der Sänger, Songschreiber und Schauspieler 25 Alben heraus. Rund 140 Millionen Tonträger soll Bowie verkauft haben, er war damit einer der erfolgreichsten Popstars der vergangenen Jahrzehnte.

Die Musealisierung dieses für Musik, Mode und Film so enorm einflussreichen Mannes wurde vor drei Jahren mit einer gefeierten Lebenswerk-Ausstellung vollendet – zunächst in London, danach in Berlin, dem Ort seines größten kreativen Höhenflugs („Heroes“). Dabei war der weltweite Siegeszug des schüchternen Lockenkopfs zunächst nicht einmal zu ahnen.

Das 1967er Debüt „David Bowie“ war am Folk orientiert – und ein Flop. Doch schon mit dem zwei Jahre später folgenden „Space Oddity“ gelang der Durchbruch – Bowie hatte sich ein neues Image geschaffen, wurde zur Speerspitze des Glamrocks und traf das Zeitgefühl von Millionen Teenagern.

Wohnen mit Iggy Pop

Es folgten Bowies amerikanische Jahre mit dem Soul-Album „Young Americans“, geprägt von einer fast selbstzerstörerischen Drogensucht. Dennoch waren die 70er die kreativste und produktivste Phase in der Karriere Bowies, und das hatte viel mit einer damals isolierten deutschen Metropole zu tun: In den Berliner Hansa-Studios entstand die Albumtrilogie „Low“, „Heroes“ und „Lodger“.

In der geteilten Stadt kam Bowie auch intensiv in Berührung mit expressionistischer Malerei und der Kultur der Weimarer Republik – und zu seinem großen Glück weg von den Drogen. Er fuhr viel Rad, war häufig Gast in den Berliner Subkultur-Kneipen und lebte zeitweise mit Iggy Pop in einer Wohngemeinschaft.

Für diesen amerikanischen Rock-Berserker produzierte er die Erfolgsalben „The Idiot“ und „Lust For Life“. Iggy Pop schrieb am Montag über Twitter: „Davids Freundschaft war das Licht meines Lebens. Ich habe noch nie eine so brillante Person getroffen. Er war der Beste, den es gab.“

Musikalisch aktiv – auch abseits des Rampenlichts

In den 80ern wurde der Kritikerliebling und Klang-Avantgardist mit dem Funk-Album „Let‘s Dance“ endgültig zum Mega‑star, der weltweit die Stadien füllte. Danach verzettelte sich Bowie in wechselnden Genres, ehe er mit „Reality“ 2003 auf die großen Bühnen zurückkehrte. Doch ein Herzinfarkt beim Konzert im norddeutschen Scheeßel warf den zum eleganten Beau gereiften Künstler im selben Jahr wieder aus der Bahn.

Lange war dann kaum etwas von der Pop-Ikone zu hören – bis der zurückgezogen in New York lebende 66-Jährige 2013 mit „The Next Day“ an frühere Erfolge anknüpfte. Bowie trat zwar nicht mehr live auf, gab keine Interviews, war aber weiterhin musikalisch aktiv – bis zu „Blackstar“, das nun sein Vermächtnis zu Lebzeiten wurde.

Bowie war zweimal verheiratet, seit 1992 mit dem Model Iman Abdulmajid, eine gemeinsame Tochter wurde im Jahr 2000 geboren. Aus der ersten Ehe mit Angela Barnett ging Sohn Duncan hervor, der als Science-Fiction-Regisseur erfolgreich war.

Bowie feierte selbst einige Erfolge beim Film, beispielsweise mit dem Anti-Kriegs-Drama „Merry Christmas, Mr Lawrence“ und dem Horrorstreifen „Begierde“, er trat auch am Theater auf. Zuletzt sah man ihn bei der Premiere seines Musicals „Lazarus“ – schlank wie immer, und nicht todkrank aussehend. Doch der Eindruck eines Mannes, der bereit ist für ein starkes Alterswerk, täuschte.

von Werner Herpell


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