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OP-Buchtipp: „Russische Märchen Update 1.1“

Das Haus der Baba Jaga steht auf dem Kopf

„Russische Märchen Update 1.1: Lenin und Baba Jaga“: Das ist der Titel einer jetzt im Machandel-Verlag erschienenen Anthologie mit 15 modernen Geschichten auf den Spuren alter russischer Volksmärchen.
Das Buchcover der modernen Märchen-Anthologie. (c) Machandel-Verlag

Das Buchcover der modernen Märchen-Anthologie.

© Machandel-Verlag

Im Mittelpunkt des Interesses der Märchen-Autoren steht die menschenfressende Hexe Baba Jaga. Allein neun Variationen beschäftigen sich mit ihr.

So trifft sie beispielsweise in Thea Derados fiktiver Geschichte auf den jungen Revolutionär Wladimir Iljitsch Lenin, der bekanntlich Pate stand für die Sowjetunion sozialistischer Prägung. In diesem speziellen „Clash of Cultures“ entstehen durchaus skurrile Situationen.

In einem anderen modernen Märchen ist die Baba Jaga die Inhaberin eines besonderen Dorfladens.

Auch eine Marburger Autorin hat eine „Baba Jaga“-Geschichte beigetragen: Kristina Lieschke schreibt auf amüsante Weise darüber, dass das Haus der Hexe plötzlich ein Eigenleben entwickelt hat und bis an die Ostsee reist, wo es als „Haus auf dem Kopf“ zu einer Touristenattraktion wird, die der Baba Jaga und ihrer Enkelin als Einnahmequelle dient. Auch wie die Hexe versucht, mit den Errungenschaften der modernen Technik wie Smartphones Schritt zu halten, wird in dieser Geschichte mit dem Titel „Briefwechsel mit Baba Jaga“ thematisiert.

Aber auch eher unbekannte Märchen wie „Der Kolobok“ oder „Snegurotschka“ werden in der Anthologie in modernem Gewand präsentiert.

Die Märchen sind zwar ganz modern, aber dafür sind die Illustrationen aus vergangener Zeit. Sie stammen von den russischen Malern Iwan Jakowlewitsch Bilibin (1876 bis 1942) und Boris Wassiljewitsch Sworykin (1872 bis 1942).

  • „Russische Märchen Update 1.1: Lenin und Baba Jaga“, Machandel-Verlag, Herausgeberin Charlotte Erpenbeck, 391 Seiten, 15,80 Euro.

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