Navigation:
Ticket-Shop Anzeigen- und Abo-Service

Kino: „The Hateful 8“

Blutiger Exzess in der weißen Einöde

Quentin Tarantino lässt in „The Hateful 8“ in einer einsamen Hütte acht ­einander hassende Menschen aufeinanderprallen. Mit dabei: Kurt Russell, Tim Roth und Samuel L. Jackson.
Im verschneiten Wyoming der Zeit kurz nach dem amerikanischen Bürgerkrieg prallen die Kopfgeldjäger, gespielt von Kurt Russel (links) und Samuel L. Jackson, aufeinander. Foto: Universum Film

Im verschneiten Wyoming der Zeit kurz nach dem amerikanischen Bürgerkrieg prallen die Kopfgeldjäger, gespielt von Kurt Russel (links) und Samuel L. Jackson, aufeinander.

© Universum Film

Quentin Tarantinos Markenzeichen sind sein makabrer Humor, pointierte Dialoge, überzeichnete Gewaltszenen und ein Gespür für coole Helden.

Das war schon bei dem Kultfilm „Pulp Fiction“ vor mehr als 20 Jahren so, und setzte sich auch bei seinen jüngsten Erfolgen wie „Inglourious Basterds“ fort. Nun folgt „The Hateful 8“, ein Western in der verschneiten Weite der USA – ein typischer Tarantino mit einem blutigen Finale und gleichzeitig eine Ode an alte Westernklassiker.

„The Hateful 8“ spielt irgendwo im Bundesstaat Wyoming, kurz nach dem amerikanischen Bürgerkrieg. Ein Schneesturm treibt in der Einöde eine Gruppe höchst unterschiedlicher ­Charaktere zusammen. Zuerst ist da nur eine einzige Kutsche unterwegs: Ein Kopfgeldjäger will in der nächst größeren Stadt seine Prämie kassieren und möglichst schnell ankommen. Doch dann nimmt er in der Kutsche einen weiteren Kopfgeldjäger und noch einen vermeintlichen Sheriff mit, bevor sie alle in einer einsamen Hütte stranden, wo weitere Gestalten ausharren.

Jackson mimt den wahren Helden

So kommt Tarantino auf seine „Hateful 8“ – sieben Männer und eine Frau, die sich erst argwöhnisch beäugen und bald bekriegen. Tatsächlich kennt man ähnliche Themen aus Tarantinos Vorgängerfilmen wie „Django Unchained“. Doch Tarantino variiert seine Motive so, dass auch „The Hateful 8“ sich trotz einer Länge über die fast drei Stunden trägt.

Zu den Highlights des Films gehört das Spiel der Darsteller, diese Männer, die mit voller Wucht aufeinanderprallen: Kurt Russell etwa ist ein Kopfgeldjäger, den man mit den zauseligen Haaren, dem vollen Bart und dem buschigen Mantel zuerst gar nicht erkennt. Tim Roth spielt einen Henker mit britischem Akzent und Bruce Dern einen rassistischen General.

Der wahre Held dieser Runde aber ist der schwarze Kopfgeldjäger Major Marquis Warren, verkörpert von Tarantino-Stammdarsteller Samuel L. Jackson. Die anderen Männer, allesamt Weiße, verachten und unterschätzen ihn. Doch Warren überrascht als aufmerksamer und gerissener Beobachter.

Als einzige Frau behauptet sich Jennifer Jason Leigh. Die meiste Zeit ist sie angekettet an John Ruth (Russell), der die hohe Prämie auf den Kopf der Mörderin haben will. Doch ihre Augen sind trotz des dunkelblauen Veilchens hellwach, ihr Kampfgeist trotz blutig verschmiertem Gesicht ungebrochen.

Blutig, brutaler, Tarantino

Tarantino weiß aber nicht nur seine Helden effektvoll in Szene zu setzen. Auch Musik spielte bei ihm eine große Rolle. Dieses Mal ließ er sogar die Legende Ennio Morricone die gesamte Filmmusik schreiben. Der Italiener, weltberühmt durch seine Arbeiten wie zu „Spiel mir das Lied vom Tod“, ist zwar mittlerweile schon 87 Jahre alt.

Doch sein epischer Sound hat nichts von seiner Kraft verloren und ist bereits für einen Oscar nominiert. Auch die Optik erinnert an Westernklassiker, drehte Tarantino „The Hateful 8“ doch auf dem kaum noch verwendeten 70-Millimeter-Format.

In der zweiten Hälfte entfaltet sich das Finale. Da werden Innereien erbrochen, Hirnfetzen spritzen umher. Das ist blutig und brutal und kann einem durchaus sinnlos erscheinen, zumal Tarantino es hier nicht wie in dem Sklavendrama „Django Unchained“ in einen übergeordneten Kontext einordnet. Wem das egal ist, kann an „The Hateful 8“ dennoch seinen Spaß haben.

von Aliki Nassoufis

 

The Hateful 8 erhielt von den Besuchern der OP-Schnupper-Premiere im Cineplex das Prädikat: sehenswert mit der Note 3,14 (Bestnote ist 4,0).

Zuschauermeinungen:
„So viel Kunstblut. Sehr cool.“
Sandra Hecken (26) aus Marburg

„Super Darsteller, überragende Kamera.“
Heinz Reich (63) aus Kirchhain

„Russisch-Roulette auf eine charmant-brutale Art. Spannende Unterhaltung.“
Wolfgang Zerahn aus Marburg

„Spannend bis zum Schluss und blutig wie immer.“
Steffen Schwarz (35) aus Marburg

„Interessante Charaktere, starke Bilder. Insgesamt auch viele Längen.“
Achim Kühne aus Marburg

„Tarantinos Psycho-Schlachthaus als Western-Kammerspiel.“
Michael Vogt (58) aus Marburg

„Ein echter Tarantino halt, mit allem, was dazu gehört.“
Walter Seegelken (48) aus Marburg

„Die Story bringt zwangsläufig deutliche Längen mit sich. Man wartet, das etwas passiert. Dann wird‘s ziemlich eklig. Wirklich nur was für echte Tarantino-Fans.“
Georg Zander (55) aus Marburg

„Auch für einen Tarantino extrem blutrünstig. Eindeutig nichts für schwache Gemüter.“
Miriam Hesse (25) aus Marburg

Die Gewinner:
Je zwei Freikarten gehen an: Johanna Franke-Reich aus Kirchhain, Carla Merz, Stefanie Schwarz, Sven Heilmann und Susanne Grönebaum (alle Marburg). Die Karten werden zugeschickt.

Die OP-Hitparade:
1. Carol (3,62)
2. Star Wars – Erwachen der Macht (3,58)
23. The Hateful 8 (3,14)

 

Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

Anzeige




Jubiläum




Wünsche




Terra-Tech




Lokschuppen-Sanierung

Lokschuppen-Sanierung: Sollten Marburger über die Umsetzung eingereichter Projektangebote abstimmen dürfen?

Sport-Tabellen




Spielerkader




zur Galerie

Fußballfotos vom Wochenende

Sonderveröffentlichungen




Spielplatz-Serie




LWL-Shop




Mit der OP durch das Gartenjahr




Blende 2016




Heimatprämie sichern!




Instagram

Meistgelesene Artikel

Schüler lesen die OP




Kommentare




OP kostenlos lesen




Der Online-Shop der OP




Städtewetter
Ihre Stadt/Ihr Ort
Tagestemperatur
°
Tiefsttemperatur
°
Regenprognose
%
Windstärke
km/h
Pollenflug
Ihre Wettervorschau
zur Galerie

Willkommen im Leben:

Die Transfers im Landkreis




Die OP-Serien

Mmmm, wie das duftet! Das Rezept für diesen saftigen Stollen finden Sie unten im Text. Foto: Hartmut Berge Besser Esser

Christstollen: Ein Gebäck fürs ganze Jahr

Als die OP Mike Schmidt in der Backstube besucht, riecht es nach Rosinen und Mandeln. Der 39-Jährige macht das, was seine Vorfahren schon vor rund 180 Jahren in der Vorweihnachtszeit praktizierten: Er backt Stollen. mehrKostenpflichtiger Inhalt

In 12 Schritten zum perfekten ChriststollenGalerie   



90 regionale Rezepte: Das Besser-Esser-Buch


Das Besser Esser Buch mit 70 regionalen Rezepten.

Die Grill-App der Oberhessischen Presse


Rostkost: Rezepte und Grilltechnik




  • Sie befinden sich hier: Kino: „The Hateful 8“ – Blutiger Exzess in der weißen Einöde – op-marburg.de