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„Die Welt steckt voller Bilder“

Blende-Wettbewerb 2016 „Die Welt steckt voller Bilder“

Es ist sein erster Gewinn bei einem Fotowettbewerb: Thomas Dimroth überzeugt mit seinem Bild "Gedämpfter Fisch" nicht nur die OP-Jury, er belegt auch bundesweit unter fast 78.000 Bildeinsendungen den 29. Platz.

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„Gedämpfter Fisch“: Thomas Dimroth belegt den zweiten Platz beim OP-Blende-Wettbewerb in der Kategorie „Magie des Alltags“ und bundesweit Platz 29.

Quelle: Thomas Dimroth

Marburg. Es ist ein sonniger Morgen im September, der letzte Urlaubstag für Thomas Dimroth am Millstätter See in Österreich. Halb 7, Tag der Abreise: Das Auto vor dem Ferienhaus ist bereits beladen und startklar für die Fahrt zurück Richtung Marburg.

Ein letzter Blick auf den idyllischen See inmitten einer Bergkulisse – da entdeckt der Hobbyfotograf das perfekte Motiv: Zwei Angler nutzen die frühen Morgenstunden und sind mit ihrem Boot auf den See hinaus gerudert. Das Wasser ist ganz ruhig, der Dunst steigt langsam von der Wasseroberfläche auf. Vom Ufer aus gesehen, spiegelt sich das grüne Ruderboot mit den zwei Anglern im trüben Wasser. Sie sind konzentriert, schweigen sich an und bemerken den Hobbyfotografen am Ufer gar nicht. Thomas Dimroth geht schnell zum Auto – seine Kameratasche ist schon im Kofferraum verstaut.

„Zum Leidwesen meiner Frau musste ich nochmal alle Taschen ausräumen, um an meine Kamera zu gelangen. Die zwei Männer waren schon die ganze Woche am Ufer und haben von dort aus geangelt. An diesem Morgen sind sie zum ersten Mal mit dem Boot raus“, erzählt Thomas Dimroth, der diesen Moment mit seiner Fujifilm X-T1 Systemkamera eingefangen hat. „Für ein gutes Bild mache ich einiges, da packe ich auch nochmal alle Koffer aus.“

Und dass hat sich gelohnt: Mit seinem Schnappschuss „Gedämpfter Fisch“ belegt der Marburger den zweiten Platz beim Blende-Wettbewerb der Oberhessischen Presse in der Kategorie „Magie des Alltags“. Sein Bild überzeugte aber nicht nur die OP-Jury, auch in der bundesweiten Endausscheidung erhält er den 29. Preis unter fast 78.000 Einsendungen. „Es gibt von den zwei Anglern auf dem See nur das eine Bild, danach sind wir direkt nach Hause gefahren“, ergänzt der 63-Jährige. Ob die beiden Angler auch erfolgreich waren und etwas gefangen haben? „Dass weiß ich leider auch nicht“, sagte er lachend.

Versuche im Makro-Bereich und zur blauen Stunde

Mit zwölf Jahren bekam Thomas Dimroth seine erste Kamera geschenkt. Damals war es der Blitz, der ihn am meisten fasziniert hat. In seinem eigenen Schwarz-Weiß-Labor entwickelte er seine Fotos sogar selbst und fand es besonders spannend zu sehen, wie im Entwickler die Bilder entstehen. „In der Schule im Kunstunterricht haben wir das Thema Fotografie auch aufgegriffen – da habe ich meine erste und einzige Eins im Kunstunterricht bekommen“, erinnert er sich. Als Student folgten Dias, die er auf seinen Reisen aufnahm.

Mit der Entwicklung zur Digitalfotografie stieg Thomas Dimroth dann richtig in das Hobby ein. „Die Welt steckt voller Bilder und ich versuche sie mit meiner Kamera einzufangen.“ An der neuen Technik gefällt ihm vor allem, dass die Nachbearbeitung in seiner Hand liegt, dass war bei der analogen Fotografie noch nicht möglich. „Die Nachbearbeitung macht mir fast genauso viel Spaß wie das Fotografieren selbst“, gibt er zu. Allerdings sammelt sich durch die Digitalisierung auch eine ziemliche Masse an Bildern an: „Da braucht man eine große Festplatte um alle Dateien zu speichern.“

Seine ersten Versuche mit einer Spiegelreflexkamera machte er im Makro-Bereich. „Die Blumen laufen nicht weg, dass war für den Einstieg am Besten“, lacht er. Es folgten Street-Fotografie, Landschafts- und Nachtaufnahmen. Nur an Portraits hat sich der Marburger bisher noch nicht herangetraut. Momentan fotografiert der 63-Jährige am liebsten zur blauen Stunde. Für ein schönes Motiv muss er nicht einmal weit weg fahren: Er wohnt mit seiner Frau Inka direkt an der Lahn, fotografiert viel am Marburger Wehr und in Weidenhausen.

Der erste Gewinn bei einem Foto-Wettbewerb

Sein Lehramtsstudium absolvierte er in Gießen, ebenso wie den Zivildienst in einem Wohnheim für psychisch kranke Menschen. Thomas Dimroth lebte zwölf Jahre lang in Gießen, lernte dort auch seine Frau kennen. Mit der Geburt ihres ersten Sohnes zog es den heute zweifachen Vater und Wohnheimleiter des „Haus am Ortenberg“ der Bürgerinitiative Sozialpsychiatrie in Marburg, wieder zurück in seine Heimat. Dort ist er immer wieder auf der Suche nach neuen Motiven, lässt sich von anderen Fotografen und Bildern inspirieren und probiert neue Techniken aus.

Mit seinen Bildern ist Thomas Dimroth selbst sehr kritisch. Ein Fotokurs in Barcelona bestärkte ihn darin, mit seinem Hobby weiter zumachen. Besonders der Austausch mit anderen Hobbyfotografen und die Anmerkungen der Kursleitung haben ihn weitergebracht.

Seither zeigt er seine Bilder auch öffentlich, postet sie bei Facebook, auf verschiedenen Foto-Seiten oder zeigt sie bei kleinen Foto-Ausstellungen, zum Beispiel kürzlich im Rathaus in Wetzlar. Im vergangenen Jahr ist er auch der Marburger Foto-Community beigetreten.

Sein zweiter Platz beim Blende-Wettbewerb der Oberhessischen Presse freute ihn daher besonders. Es ist die erste Auszeichnung für eines seiner Bilder. Und bundesweit schnitt Thomas Dimroth in diesem Jahr mit seinem „Gedämpften Fisch“ von allen OP-Blende-Gewinnern sogar am besten ab. Herzlichen Glückwunsch!

von Carolin Acker

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