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Dem Weg der Sterne folgen

Blende 2015 Dem Weg der Sterne folgen

Thorsten Wege hat mit seinem Bild "Startrails" den ersten Platz beim diesjährigen OP-Blende-Wettbewerb gewonnen. 

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Die Sterne wandern – jedenfalls hat es den Anschein. In Wahrheit sind es natürlich nicht die Sterne, die über unseren heimischen Nachthimmel wandern, sondern unser Planet, der sich unter den am Firmament strahlenden Leuchtpunkten wegdreht. Immer schön um die eigene Achse – und die führt zum Polarstern. „Das ist immer der größte Aufwand: den Polarstern zu finden, oder die Andromeda-Galaxie oder was auch immer“, verrät Thorsten Wege aus Steffenberg-Niedereisenhausen. Mit seinem Bild „Startrails“ hat er beim diesjährigen OP-Blende-Wettbewerb nicht nur den ersten Platz in der Kategorie „Nachtaufnahmen – wenig Licht“ belegt, sondern auch gleich den Gesamtsieg errungen.

Für die Fotografie interessiert sich der Bürokaufmann bereits seit vier Jahren. Als seine Tochter Vivienne konfirmiert wurde, hat er sich die erste digitale Spiegelreflex-Kamera zugelegt. Mit den Nachtaufnahmen hat er aber erst in diesem Jahr begonnen. „Ich habe am Anfang vor allem Natur- und Tierfotografie gemacht – in Zoos, Tierparks, aber auch einfach im Garten oder im Wald“, berichtet Wege. Eines hat er gleich zu Anfang gelernt: Fotografen brauchen Geduld.

Die braucht man auch für Nachtaufnahmen. Jedenfalls wenn man die Bewegung am Nachthimmel einfangen will. „Der Polarstern muss natürlich Teil des Bildes sein, denn er ist der Fixpunkt, um den sich – scheinbar – alles dreht“, erklärt Wege. Er hatte sich Mitte August in einer Neumondnacht eine dunkle Ecke nahe der Schutzhütte bei Niedereisenhausen gesucht und sein Stativ aufgebaut. Den Bildausschnitt wählte er so, dass der Himmelspol – markiert vom hell leuchtenden Polarstern – oben links im Bild noch zu sehen war und programmierte die Kamera. Dann hieß es warten. Alle 20 Sekunden machte die Kamera ein Bild, während Wege Ausschau nach Sternschnuppen hielt. Mithilfe einer speziellen Software setzte er später am Rechner die mehr als hundert Einzelbilder (siehe oben rechts) zu einem einzigen Bild zusammen und machte so den Weg der Sterne am Nachthimmel sichtbar.

Wer die Sterne oder gar die Milchstraße fotografieren möchte, muss lange wach bleiben – oder früh aufstehen. „Bislang habe ich mir nur einmal den Wecker gestellt“, gesteht Wege. Als im September dieses Jahres der Mond in den Erdschatten eintrat, war er mit seiner Kamera dabei, um den sogenannten Blutmond zu fotografieren. „Es hat sich gelohnt, aber die Kollegen haben sich schon gewundert, als ich das erzählt habe“, erzählt Wege schmunzelnd. Meistens ist er allerdings in der Dämmerung oder den späten Abendstunden unterwegs, wenn er mit seiner Kamera loszieht. Lohnenswerte Foto-Motive und Inspirationen findet Thorsten Wege im Internet oder in Foto-Zeitschriften. „Ich gehe gerne direkt an einen bestimmten Aussichtspunkt, baue dort mein Stativ auf und experimentiere mit der Kamera. Das ist entspannender, als den ganzen Abend mit der Kamera in der Hand durch die Gegend zu irren und nach Motiven zu suchen“, meint Wege. Oft begleitet ihn seine Tochter Vivienne auf seinen Exkursionen in die Natur oder in fremde Städte.

Thorsten Wege schätzt die Abwechslung. Mal fotografiert er Vögel oder bunt schimmernde Insekten, mal romantische Schlösser oder schnelle Autos. Nur an die People-Fotografie hat er sich noch nicht herangetraut. „Natürlich fragen Leute manchmal bei Geburtstagen oder Hochzeiten, ob ich nicht Fotos machen könnte. Aber solche einmaligen Erlebnisse überlasse ich gerne den Profis“, erklärt Wege.

Mehr Bilder von Thorsten Wege gibt es online auf
500px.com/twfoto
facebook.com/twfoto.de

von Eva Seyer

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