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Marburger Bachchor

Als Nachtisch gibt eseine Prise „Harry Potter“

Das Sommerkonzert des Marburger Bachchores stand ganz im Zeichen Shakespeares. Verschiedene Chor- und Sololieder zeigten die unterschiedliche Herangehensweise an bekannte Texte, die vom Chor teils sehr atmosphärisch umgesetzt wurde.
Der Marburger Bachchor präsentierte im Fürstensaal des Marburger Schlosses Lieder, die auf bekannte Texte von William Shakespeare zurückgehen.Foto: Thorsten Richter

Der Marburger Bachchor präsentierte im Fürstensaal des Marburger Schlosses Lieder, die auf bekannte Texte von William Shakespeare zurückgehen.Foto: Thorsten Richter

© Thorsten Richter

Marburg. Einige Texte wurden vom Bachchor gleich in verschiedenen Vertonungen präsentiert, die in den meisten Fällen bewusst gegenübergestellt wurden. „Blow, blow, thou winter wind“ aus Shakespeares „Wie es Euch gefällt“ erklang zuerst in einer Chorfassung von Richard J. S. Stevens, die rhythmisch und kräftig mit schönen Betonungen vom Bachchor interpretiert wurde.

Besonders die starken Zeilenenden hallten im Fürstensaal wunderschön nach.

So passend die Akustik für den Chor war, so sehr kämpfte der Tenor Daniel Sans dagegen an. Bei seinem dramatischer angelegtem Solo-Lied schluckte der breite Raum abermals zu viel Klang. Der Nachhall, der beim Chor noch wunderbar zur Atmosphäre beitrug, störte hingegen beim Solisten. Dabei bezauberte Sans mit seiner angenehmen Stimmfärbung und kraftvollem, engagiertem Gesang.

Die Komponisten der Lieder dürfte den meisten bis zum Konzert unbekannt gewesen sein. Doch schnell merkte man ihnen gewisse Züge an. Die vier Lieder des Finnen Jaakko Mäntyjärvi waren sehr stimmungsvoll, die in weiten Teilen an Pop-Songs erinnerten. Das wurde von Mäntyjärvi jedoch immer wieder durch Dissonanzen und schwebende Harmonien gebrochen.

Besonders ausgeprägt war dies beim letzten Lied des Abends „Double, double toil and trouble“, dem Hexentanz aus „Macbeth“. Herrlich wie hier die Sänger und Sängerinnen des Bachchors teils flüsterten, durcheinander riefen oder nasal und britisch ganz monoton das Rezept aufsagten. Mit einem kräftigen Stampfen beendete der Chor das sehr unterhaltsame und kurzweilige Konzert.

Chorleiter und Moderator Nicolo Sokoli versprach nach dem langen und kräftigen Applaus gleich einen „Nachtisch“. „Den Hexentanz haben wir noch in einer anderen Version gefunden“, so Sokoli und kündigte die Fassung von John Williams aus dem Film „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“ an. Die Filmmusik hierzu war 2005 für einen Oscar nominiert worden.

So bot das Konzert des Bachchores nicht nur einen kurzen Überblick über die verschieden Schaffensperioden Shakespeares, sondern auch über die verschiedenen Vertonungen von der Zeit Shakespeares bis heute.

von Mareike Bader


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