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Unter den zehn Besten von 80.000

Blende-Wettbewerb 2014 Unter den zehn Besten von 80.000

Sie war nur auf der Durchreise. Fünf Stunden Aufenthalt in Neapel. Was sollte man dort gesehen haben? Vielleicht die Galleria Umberto Primo? Für die Architekturliebhaberin Anni Röhrkohl ein lohnendes Ziel: Die Schwarzweiß-Aufnahme der Einkaufspassage brachte ihr einen dritten Platz beim Blende-Wettbewerb ein.

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Von Katharina Stenner

Und nicht nur das: In der bundesweiten Endausscheidung belegte besagtes Bild einen grandiosen 10. Platz. „Ich wollte dieses Jahr eigentlich gar nicht mitmachen, dann wurde der Einsendeschluss verlängert und ich habe doch noch etwas eingereicht“, erklärt die Marburgerin. „Über die Platzierung beim bundesweiten Entscheid habe ich mich offengestanden noch mehr gefreut.“

Verständlich, ist doch ein dritter Platz bei Blende nichts Neues für sie. Hatte sie auch 2009 schon einmal. „Ich bin die Frau der dritten Plätze“, erzählt sie schmunzelnd. Denn damit ist die Liste noch nicht abgeschlossen: Beim Fotowettbewerb Literaturland Hessen im Jahr 2011 stand sie ebenfalls an dritter Stelle der Preisträger. Da ist der zehnte Platz bei einem Wettbewerb mit mehr als 80.000 Einreichungen schon etwas Besonderes. Denn Anni Röhrkohls Bilder sind alles andere als drittklassig.

1.500 Kilometer in 14 Tagen

Entstanden ist die Aufnahme während einer Italienreise im September vergangenen Jahres, die Pfarrer Prölß aus Marburg organisiert hatte. Zwei Wochen lang führte sie der Urlaub durch Süditalien. „An der Route hat mich vor allem gereizt, Orte zu besuchen, die eine Rolle im Leben von Kaiser Friedrich II. und Ludwig IV. von Thüringen, Gemahl der heiligen Elisabeth, gespielt haben.“

Ein Spannungsverhältnis

Während der Reise ging sie aber nicht nur ihrem geschichtlichen Interesse nach – auch Architektur ist immer ein Thema „Das sind Motive, die mich faszinieren. In der Galleria Umberto Primo wollte ich die Innenfassade und die Stahlkonstruktion von Kuppel und Tonnengewölbe gerne aus einer ungewöhnlichen Perspektive fotografieren. Ich finde, durch das Verhältnis von Harmonie und Disharmonie bekommt das Bild erst Spannung.“

Und sie hat recht: Da sind die gleichmäßigen Strukturen, die architektonisch ausgewogenen Größenverhältnisse und die Linearität, die in Röhrkohls Fotografie durch die Wahl des Bildausschnittes, die perspektivische Verkürzung und die variierenden Hell-Dunkel-Kontraste gebrochen werden. „Die beste Wirkung erzielt das Bild, wenn man es großformatig betrachtet. Erst dann sind auch die verzerrten Reflexionen in den Fensterscheiben gut zu sehen“, führt die Hobbyfotografin aus. Durch die Bildbearbeitung mit Picasa hat sie das Motiv noch weiter verfremdet, noch mehr reduziert auf Struktur und Verhältnis: „Es war das erste Mal, dass ich ein bearbeitetes Foto zu einem Wettbewerb eingereicht habe.“ Eine gute Entscheidung.

Gemacht hat sie ihr Siegerfoto mit einer Lumix. Wichtiger aber als die Technik ist der geborenen Münsterländerin, dass sie die Kamera immer dabei hat. „Es gibt unterwegs so oft  Situationen für super Schnappschüsse oder Motive, die sich einfach zufällig ergeben.“ Und unterwegs ist Anni Röhrkohl oft: Politisch aktiv und engagiert für die Kirchengemeinde St. Peter und Paul bleibt der Stadtverordneten der CDU keine Zeit für Langeweile. Sie hat mehrere Ehrenämter, setzt sich ein für das, was ihr am Herzen liegt. Und schließlich gibt es viel zu erleben, zu sehen und – bitte – auch zu fotografieren.

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