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Mitternachtsbilder

Blende 2015 Mitternachtsbilder

Jonas Hühn hat beim OP-Blende-Wettbewerb gleich zweimal einen zweiten Platz belegt: Mit seinen Bildern "Klifatindur" und "Counter Photonic" gewann er in den Kategorien "Nachtaufnahmen - wenig Licht" und "Naturschönheiten".

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Etwa hundert Mal drückt Jonas Hühn auf den Auflöser – um ein Bild zu produzieren. Schnappschüsse sind nicht sein Ding. „Ich hole aus meiner Kamera alles raus, was geht“, sagt Jonas Hühn mit einem Blick auf seine drei Jahre alte Canon EOS 650D. Er hätte gerne eine Neue. Würde gerne noch bessere Fotos machen.

Als Hühn vor drei Jahren mit der Fotografie begann, hatte er keine großen Pläne. Die Kamera kaufte er zunächst gar nicht, um Fotos zu machen, sondern Videos: „Wir haben damals für unseren Onkel zum Geburtstag ein Video gedreht, dafür hatte ich die Kamera angeschafft.“ Drei Jahre später hat er zum zweiten Mal beim OP-Blende-Wettbewerb gewonnen. 2014 hatte er mit seinem Bild „bloody scrub“ den dritten Platz belegt. In diesem Jahr wurde es zweimal der zweite Platz. Er arbeitet sich langsam vor.

Die Bilder, mit denen er dieses Jahr gewonnen hat, entstanden beide in Island. Mit der Landschaftsfotografie vereint Hühn seine Leidenschaft für beeindruckende Motive mit seiner Liebe für die Natur. Er ist schon immer gerne gewandert, war mit dem Zelt auch abseits festgetretener Pfade unterwegs. Seit er die Kamera im Gepäck hat, steuert er gezielt Orte an, wo es sich zu fotografieren lohnt.

Ein Paradies für Fotografen
Um in Island die schönsten Plätze zu finden, musste Hühn nicht lange suchen: „Island ist ein Paradies für Fotografen!“ Er war selten allein, wenn er sein Stativ aufstellte. Die meisten Aussichtspunkte, von denen aus es sich zu fotografieren lohnt, sind in Island einfach mit dem Auto zu erreichen. Das ist längst nicht überall so, verrät Hühn: „Vergangenes Jahr war ich mit meiner Freundin in Schottland. Da sind wir manchmal um halb fünf aufgestanden und los gewandert, um pünktlich zum Sonnenaufgang am richtigen Ort zu sein.“ Der beste Zeitpunkt, um Landschaften zu fotografieren, sei nämlich bei Sonnenaufgang – oder Untergang. Die Gewinnerbilder sind beide gegen Mitternacht entstanden. Island liegt so weit nördlich, dass dort die Sonne im Sommer nur für kurze Zeit hinter dem Horizont verschwindet.

Die Canon steht immer auf einem Stativ, wenn Hühn den Auslöser betätigt. Nur so kann er den perfekten Bildausschnitt wieder und wieder fotografieren. „Das wichtigste ist die Bildkomposition. Egal wie gut die Kamera ist, wie professionell fotografiert und nachbearbeitet wird – das Motiv muss stimmen“, erklärt Hühn. Er will das Auge führen, die Aufmerksamkeit der Betrachter lenken. Hat er den perfekten Bildausschnitt gefunden, muss er zügig arbeiten, denn die Lichtverhältnisse können sich schnell ändern. Er macht mehrere Fotos mit dem Fokus auf dem Bildvordergrund, fokussiert dann auf die Bildmitte und schließlich in die Ferne, arbeitet mit verschiedenen Blenden, unterschiedlich langen Belichtungszeiten und Filtern. Am Ende fügt er mehrere Fotos zu einem einzigen zusammen: „Man nennt diese Technik focus stacking. Man erhält so ein durchgängig scharfes Bild – vom Sandkorn im Vordergrund bis zu den Wolken im Hintergrund“, erklärt Hühn. Etwa anderthalb Stunden steckt der Hobbyfotograf in die Bearbeitung eines Bildes und arbeitet dabei so wenig wie möglich mit automatischen Bearbeitungsfunktionen.

Jonas Hühn mit seinem Bild „Counter Photonics“ – der zweite Platz in der Kategorie „Naturschönheiten“. Privatfoto

Quelle:

Das technische Know-how hat er sich selbst angeeignet, hat viele Videotutorials auf youtube angeschaut und immer wieder Neues ausprobiert. Das Experimentieren scheint ihm zu liegen – Hühn hat sein Chemiestudium vor zwei Jahren abgeschlossen und promoviert jetzt auf dem Gebiet der Biophotonik. Die Fotografie zum Beruf zu machen, kommt für ihn nicht in Frage: „Ich glaube als Profi ist das ein hartes Geschäft – der Konkurrenzdruck ist riesig“, meint Hühn, der außerdem die Freiheiten genießt, die er als Hobbyfotograf hat: „Mir kann keiner sagen, was ich zu fotografieren habe und wie ich das tun soll. Ich kann machen was ich will“, grinst er.

Allerdings sind Jonas Hühns eigene Ansprüche an seine Bilder so hoch, dass man ihm eine gewisse Professionalität nicht absprechen möchte. Was er macht will er ordentlich machen – deshalb will er sich auch in Zukunft auf die Landschaftsfotografie konzentrieren: „Ich habe mir da einen guten Workflow erarbeitet und es gibt in dem Bereich noch so viel zu sehen und auszuprobieren. Im Moment hätte ich einfach nicht die Zeit, mich in ein neues Thema einzuarbeiten“, erklärt Hühn. Und außerdem geht es ihm nicht nur ums Fotografieren. Er will reisen. Dorthin, wo es sich lohnt, die Kamera auszupacken: „Ich habe so viele geile Momente in der Natur erlebt, nur weil ich da hin gefahren bin, um zu fotografieren.“

Mehr Bilder von Jonas Hühn:
www.jonashuehn.com

https://de-de.facebook.com/jonashuehnphotography/

www.posterlounge.de/kuenstler/jonas-huehn

http://www.redbubble.com/people/jh-photography

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