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Früh aufstehen lohn sich

Blende-Wettbewerb 2014 Früh aufstehen lohn sich

Es ist der 3. Oktober 2014, ein verlängertes Wochenende steht bevor. Zusammen mit seiner Freundin fährt Jonas Hühn für einen Kurzurlaub in die Allgäuer Alpen. Es ist das letzte Wochenende im Jahr, an dem die Berghütten nochmal geöffnet haben. Es ist sonnig und angenehm warm – perfektes Wetter für eine herbstliche Wandertour.

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Von Carolin Acker

Die Wege und Hütten in den Alpen sind an diesem Wochenende völlig überlaufen, bevor die Wandersaison 2014 zu Ende geht. Das Ziel von Jonas und seiner Freundin: Die Fiderepass-Hütte oberhalb von Oberstdorf. Dort übernachten sie in einem Bettenlager, dass bis auf den letzten Schlafplatz ausgebucht ist.

Leuchtendes Morgenrot

Gegen sechs Uhr morgens  klingelt dann der Wecker und die beiden kämpfen sich zwischen den anderen schlafenden Gästen hindurch. Draußen dämmert es noch und Jonas will das beeindruckende Spiel von Morgenrot, Bergspitzen und dem dazwischen hängenden Nebel fotografieren. Und er hat Glück: Er schießt ein eindrucksvolles Foto.

Direkt dort, neben der Fiderepass-Hütte, hat der 25-Jährige das Bild „bloody scrub“ aufgenommen – auf der Grenze zwischen Österreich und Deutschland. „Passend zum Thema ,Deutschlandreise – Eine Liebeserklärung‘ habe ich das Bild auf der deutschen Seite gemacht – oder eher gesagt die Bilder“, erklärt der Hobbyfotograf. Denn sein Gewinnerbild beim Blendewettbewerb besteht gleich aus vier Aufnahmen.

Aus Vier macht Eins

„Focus Stacking“ heißt die Technik, mit der der Marburger die Bilder bearbeitet hat. „Dabei fotografiere ich mit einem Stativ das gleiche Motiv mehrere Male, verändere aber den Fokus und die Belichtung“, erklärt Jonas Hühn seine Technik. „Mit dem Programm ,Photoshop‘ habe ich die vier Bilder dann übereinander gelegt – so entsteht eine knackige Schärfe und hohe Bildqualität.“

Nicht nur das Fotografieren von Landschaften ist sein Hobby, Jonas steckt auch viel Arbeit und Zeit in die Nachbearbeitung seiner Aufnahmen. „Ich versuche meine Technik immer weiter zu verbessern, recherchiere viel und schaue Tutorials im Internet – dass erfordert aber auch Durchhaltevermögen und viel Zeit.“ Das Nacharbeiten der Bilder gehört für Jonas mit dazu: „Da der Kamerasensor nicht wie unser Auge eine Szenerie einfangen kann, müssen manche Bildinformationen mit Hilfe der Nachbearbeitung sichtbar gemacht werden. So kann ich mir dann auch sicher sein, dass das Bild meine Eindrücke optimal widerspiegelt.“

Seine Kamera – eine Canon 650D – hat er sich vor zwei Jahren gekauft und sie ist seitdem auf seinen Reisen nach Schottland, Norwegen oder beim Wandern in den Alpen immer mit im Gepäck. Bei seinen Backpack- und Outdoor-Touren hat Jonas Hühn die Landschaftsfotografie für sich entdeckt. „Beim Wandern und Zelten in der Natur gelangt man oft zu beeindruckenden Aussichten, zu denen man  mit dem Auto gar nicht hinkommt. Das sind unvergessliche Momente in unbefleckter Natur.“ Seine Canon hat er dann natürlich mit dabei: „Besonders schöne Aufnahmen entstehen vor Sonnenaufgang, dafür lohnt es sich dann auch mal um vier Uhr morgens aufzustehen.“

Nicht ohne Stativ

Früh am Morgen ist auch sein Bild „bloody scrub“ entstanden, mit dem der Marburger den dritten Platz beim OP-Blendewettbewerb und bundesweit den 80. Platz von insgesamt 80 000 eingesendeten Bildern belegt hat. Dabei war die Teilnahme eher spontan: „Das Thema ,Deutschlandreise‘ hat mich angesprochen, da ich viele Landschaftsaufnahmen habe – zuletzt vom Wanderurlaub in Oberstdorf.“ Ende Oktober, kurz vor Anmeldeschluss, hat er sein Bild „bloody scrub“ dann eingesendet und war direkt erfolgreich.

Wenn Jonas auf Reisen geht, darf neben der Kamera eines nicht im Gepäck fehlen – ein Stativ. „Landschaftsaufnahmen mit dem Stativ zu fotografieren lohnt sich, es verleiht einfach Ruhe und einen besseren Blick über den Bildausschnitt und die Komposition der Landschaft“, erzählt Hühn, der seine eindrucksvollen Bilder auch online präsentiert unter www.facebook.de/jonashuehnphotography.
Momentan schreibt der 25-jährige an der Philipps-Universität in Marburg an seiner Doktorarbeit im Fachbereich Physik AG Biophotonik. Fotografie und Reisen als Hobbies sind dabei ein guter Ausgleich. Und der nächste Wanderurlaub steht auch schon an: Die Reise geht nach Island, natürlich wieder mit Kamera und Stativ im Gepäck.

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