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Einmal quer übers Gesicht gemalt

Blende-Wettbewerb 2016 Einmal quer übers Gesicht gemalt

Ein Graffiti, eine gute Freundin und schwarze Kinderschminke, das waren die Zutaten für das Foto „Angepasst“, mit dem Emely Wack den zweiten Platz in der  Jugendkategorie des Blende-Wettbewerbs 2016 gewonnen hat.

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Mit dem Bild „Angepasst“ hat Emely Wack den zweiten Platz in der Jugendkategorie „Lebensgefühl Jugend 2016“ belegt.

Sie war mit ihrer Freundin Emma unterwegs, um Fotos zu machen. „Sie in dieses Graffiti zu malen war eine spontane Idee“, erzählt Wack. Es war das erste Mal, dass sie eine Person in ein Motiv integriert hat. Der Gedanke spukte aber schon länger in ihrem Kopf herum. Einige Leute haben sie schon darauf angesprochen, ob der Schriftzug in Emmas Gesicht durch Bildbearbeitung entstanden ist. Aber tatsächlich bemalte Wack ihre Freundin mit Kinderschminke. „Es war echt nett von Emma, dass sie sich einmal quer übers Gesicht und an der Schulter anmalen ließ. Und dann hat auch die Botschaft so gut gepasst“, erklärt sie, wie es zur Umsetzung der Idee kam.

Ein Faible für Abendrot

Normalerweise macht Wack nur ab und zu Aufnahmen von Menschen, weil man dazu immer ein williges Model braucht. Sie ist gern im Freien, fotografiert am liebsten Landschaften, oft hinter dem hübschen Schwedenhaus in Michelbach, in dem sie wohnt. „Es fasziniert mich, wie die Gegend durch das Licht und in den unterschiedlichen Jahreszeiten immer wieder anders aussieht.“ Eine besondere Vorliebe hat sie für Sonnenuntergänge. „Ich habe da eine kleine Obsession. Ich hab schon eine ziemlich große Sammlung an Aufnahmen von Sonnenuntergängen“, erzählt sie und grinst. Dabei fotografiert sie erst seit etwa eineinhalb Jahren.

Die ersten Fotos schoss Wack mit der Kamera ihres Vaters. Von ihm erlernte sie auch die Grundkenntnisse der Fotografie. Alles weitere, wie zum Beispiel Bildgestaltung, hat sie sich selbst beigebracht und ausprobiert. „Ich hab einfach mal rumprobiert und es hat mir viel Spaß gemacht.“ Dann hat sie zum 16. Geburtstag eine eigene Kamera bekommen. Mittlerweile besitzt sie auch ein zweites Objektiv und ein Stativ. „Irgendwann will ich noch mehr Objektive und Ausstattung, zum Beispiel ein GorillaPod. Das ist ein ganz kleines Stativ mit biegsamen Füßen, das man überall hinstellen kann, auch auf unstabilen Untergrund.“ Mehr lernen will sie noch zum Thema Bildbearbeitung.

Für Wack soll die Fotografie aber ein Hobby bleiben. „Würde ich das Fotografieren zum Beruf machen, hätte ich Angst, den Spaß daran zu verlieren. Außer ich könnte Reisefotografin werden. Aber das ist wahrscheinlich nicht so einfach“, sagt sie. Alternativ ist Notärztin ihr Wunschberuf.

Nach dem Abi soll es aber erstmal ins Ausland gehen. Gerade war sie für sieben Monate in Cambridge (England). „Das war eine coole Erfahrung und ich würde es immer wieder machen.“

Die Kamera war natürlich auch in England mit dabei. Dort hat Wack Fotos von Cambridge und London gemacht, und natürlich ganz viele Sonnenuntergänge fotografiert. Ihr Lieblingsplatz in Cambridge war ein Parkhaus. „Es ist so flach dort, dass ich aufs Parkhausdach steigen musste. Dann allerdings hatte ich einen schönen Ausblick auf den Sonnenuntergang mit dem King‘s College, der berühmtesten Sehenswürdigkeit von Cambridge, davor.“

Wenn es die Schule zulässt, ist sie oft mit der Kamera unterwegs. Ihre Motive wählt Emely Wack meist spontan, oft sind es Landschaftsaufnahmen. Frühmorgens begegnete ihr auch schon mal ein Hase.

Am selben Tag als das Gewinnerbild entstand, experimentierte sie mit Glitzerpulver. Ihre Freundin Emma hielt das Pulver in den Händen und pustete es weg. „Es hat nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich hatte das falsche Objektiv dabei.“ Dadurch hat die Schärfeverlagerung nicht geklappt. Außerdem ist es schwer den richtigen Moment abzupassen. Und der Glitzer blieb an den Händen kleben und ließ sich nicht wegpusten. „Das werde ich aber noch einmal probieren.“ Bei diesem Fotoshooting wurde sie von einer Frau gefragt, für wen sie arbeitet. „Das Ganze muss wohl professionell gewirkt haben. Da hab ich mich schon geehrt gefühlt.“

Wenn es geht, fotografiert Emely Wack lieber mit manuellen Einstellungen. „Aber wenn ich nicht so viel Zeit habe, dann fotografiere ich auch im Auto-Modus. Das ist besser als gar nicht fotografiert. Da können ja auch ganz gute Bilder bei rauskommen.“

Emely Wack wurde eindeutig vom Fotofieber gepackt. „Ich glaube manchmal nerve ich meine Freunde und Familie schon etwas. Wenn ich so drin bin, dann fotografiere ich alles.“

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