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Eine Blende-Erfolgsgeschichte

Blende-Wettbewerb 2016 Eine Blende-Erfolgsgeschichte

Jonas Hühn belegt mit seinem Bild "City of Light" den ersten Platz ind er Kategorie "Schätze der Region". Entstanden ist das Bild in Marburg – zur blauen Stunde in der Weidenhäuser Straße.

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Mit seinen Aufnahme hat Jonas Hühn einen Kalender für 2017 zusammengestellt.

Quelle: Carolin Acker

Marburg. Vor drei Jahren nimmt Jonas Hühn zum ersten Mal beim Blende-Wettbewerb der Oberhessischen Presse teil. Eher durch Zufall erfährt er von dem heimischen Fotowettbewerb, sendet gleich mehrere Landschaftsaufnahmen ein und ist direkt erfolgreich: Er belegt mit seinem Bild „bloody scrub“ den dritten Platz – bundesweit unter mehr als 80.000 Einsendungen sogar den 80. Platz.Bei Blende 2015 steigert sich Hühn: Gleich in zwei Kategorien belegt er Platz 2 – wieder mit beeindruckenden Landschaftsaufnahmen.

Und die Erfolgsgeschichte geht weiter: Jetzt schafft es Jonas Hühn endlich auf Platz 1! Mit seinem Bild „City of Light“ wählt ihn die OP-Jury auf den ersten Platz in der Kategorie „Schätze der Region“.

Mit „City of Light“ (oben) belegt Jonas Hühn den 1. Platz in der Kategorie „Schätze der Region“.

Sein aktuelles Gewinnerbild entsteht im März 2016 in Marburg – zur blauen Stunde in der Weidenhäuser Straße. Jonas Hühn steht mit seinem Stativ am Straßenrand. Autos fahren über das Kopfsteinpflaster, Studenten ziehen an ihm vorbei, ein Mann tritt zum Rauchen aus einer Kneipe. Knapp eine Stunde steht er dort an der gleichen Stelle. „Um das perfekte Bild zu bekommen, habe ich so lange gewartet, bis die Lichter der Stadt so hell waren, dass es klappte, mit Langzeitbelichtung zu fotografieren“, erzählt der 27-jährige Hobbyfotograf. „Da haben mich einige Passanten schon komisch angeschaut, wie ich da mit meinem Stativ stand.“

Ausgewählt hat er das Motiv, weil ihm die Form der Straße gut gefällt. „Die S-Kurve führt die Augen des Betrachters direkt zum Marburger Schloss.“ Die Lichtspur über dem Kopfsteinpflaster verstärkt diesen Eindruck – sie ist durch die vorbeifahrenden Autos und Fahrräder entstanden.

Zur blauen Stunde 
in Weidenhausen

Aufgefallen ist ihm das Motiv auf dem Titel eines Terra-Tech-Kalenders der vergangenen Jahre. „Ich wusste vorher gar nicht, dass man von dieser Position aus so gut zum Schloss schauen kann – das musste ich mir selbst anschauen“, erzählt der Marburger. Damit punktet er in der Kategorie „Schätze der Region“.

Auch in seiner Wohnung in Marburg, in der er mit Freundin Sonja lebt, erkennt man auf Anhieb seine Leidenschaft für die Fotografie. Zahlreiche seiner Landschaftsaufnahmen zieren die Wände im Wohnzimmer – darunter auch zwei Gewinnerbilder der vergangenen Blende-Wettbewerbe. „Da hatte ich kein großes Mitspracherecht“, sagt Freundin Sonja lachend.

Sie motiviert ihn beim Fotografieren, ist bei seinen Fotoreisen und Outdoortouren quer durch Europa immer mit dabei. Das Abenteuer bei der Reise-Fotografie treibt ihn an, draußen in der Natur zu sein, raus aus dem Alltag.

Früh aufstehen für den perfekten Sonnenaufgang, durch einen Bach laufen oder Berge besteigen für ein bestimmtes Motiv: „Durch die Fotografie mache ich Dinge, die ich sonst nicht tun würde. Das Fotografieren ist eigentlich nur mein Alibi um raus in die Natur zugehen.“ Damit er bald noch besser durch Flüsse stapfen kann, um aus dem Wasser heraus zu fotografieren, hat sich Hühn sogar extra eine Watt-
hose gekauft. „Bald stehe ich dann in der Lahn“, lacht er.

Foto-Exkursion mit seinem Vorbild Michael Breitung

Sein bisher größtes Foto-Abenteuer erlebte er im Juli 2016. Mit seinem Vorbild, Fotograf Michael Breitung, war er auf einer zweieinhalbtägige Foto-Exkursion in den Alpen, an der Grenze zur Zugspitze, unterwegs. Mit im Gepäck war natürlich auch seine Canon EOS 650D und ein Stativ. Die Reise war ein Geschenk von Sonja – sie hat den Fotografen einfach per Facebook angeschrieben und einen Privatworkshop für ihren Jonas gebucht. „Ich habe mich so sehr gefreut, wie ein kleiner Junge, der einen Tag mit Fußballprofi Thomas Müller verbringen darf“, sagt der Marburger, immer noch sichtlich begeistert.

Zusammen mit Breitung, von dem Hühn durch Foto-Tutorials einiges gelernt hat, wanderte er im Morgengrauen zur Coburger-Hütte. Dort entstanden beeindruckende Aufnahmen bei Sonnenaufgang. „Für solche Wanderungen muss man schon fit sein, wenn man bei steilen Touren das ganze Foto-Equipment auf dem Rücken hat“, erzählt Hühn.

Die Bildbearbeitung gehört für den 27-Jährigen zum Fotografieren mit dazu. Mit seiner Canon macht er Bilder im Raw-Format – so sind die meisten Informationen verfügbar, die er dann später mit Programmen wie Photoshop nach seinen Vorstellungen ändern kann. „In jedem Bild steckt viel Arbeit.“

Wenn sich Hühn auf eine Reise vorbereitet, schaut er sich Bilder der Region an, sucht spannende Motive und bekannte Aussichtspunkte zum Fotografieren und findet heraus, wann die Sonne auf- und untergeht. „Man muss seine Hausaufgaben gemacht haben, bevor die Reise losgeht.“

Am liebsten fotografiert er zum Sonnenaufgang: „Ich liebe es im Morgengrauen zu erwachen und direkt raus in die Natur zu gehen.“ Dafür hat er mittlerweile auch seine Freundin begeistert, die immer mit ihm aufsteht – auch wenn der Wecker schon um 4 Uhr morgens klingelt. Aber die beiden sind sich einig: Es zahlt sich aus!

Vielleicht setzt er in diesem Jahr seine Erfolgsgeschichte bei Blende fort. Fehlt eigentlich nur noch der Gesamtsieg, oder einer der ersten Plätze in der bundesweiten Endausscheidung ...

Mehr Bilder von Jonas Hühn: www.jonashuehn.com

von Carolin Acker

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