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Fünf Parteien treten in Weimar an

Was sehen Sie? Fünf Parteien treten in Weimar an

Bevor in Weimar die Bürgermeister-Direktwahl am 3. Juli ansteht, werden am 6. März erst einmal die Karten für das Gemeindeparlament neu gemischt. Will heißen, die fünf dort vertretenen Fraktionen kämpfen derzeit bei den wahlberechtigten Bürgern um die Stimmen zur neuen Sitzverteilung.

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Das Feuerwehrgerätehaus in Niederweimar.

Quelle: Andreas Schmidt

Weimar. Ihre jeweiligen Spitzenkandidaten beschreiben hier ihre Gedanken, die sie zu dem nebenstehenden Foto haben. Was dürfen die Wähler von SPD, CDU, Grünen, der FDP und den Freien Bürgern Weimars erwarten? Die OP liefert Antworten.

Wilfried Laucht (BFW)

In unseren freiwilligen Feuerwehren leisten über 200 Einsatzkräfte einen hervorragenden Beitrag für die Gesellschaft. Ihre bedarfsgerichtete, zukunftsorientierte Förderung ist unerlässlich, um die Alarmierungszeiten in Notfällen zu gewährleisten. Von dem hohen Ausbildungsniveau und der Einsatzbereitschaft unserer Feuerwehren kann man sich auf der Jahreshauptversammlung überzeugen. Die Jugendarbeit ist trotz des demografischen Wandels gut, muss aber durch die Politik unterstützt und gestärkt werden.

Neben der Betreuung aller Ortsteile unserer weitverzweigten Gemeinde gilt es mit der B 3 und der B 255 zwei unfallträchtige Bundesstraßen zu versorgen. Dafür muss man unseren freiwilligen Einsatzkräften Hochachtung zollen. Verschweigen darf man dabei nicht, dass die unterschiedlichen Belastungen der heutigen Arbeitswelt es mitunter erschweren, die Tagesalarmbereitschaft zu gewährleisten. Durch unser Alarmierungskonzept ist dieses Problem gut gelöst.
Andere Kommunen legen Standorte zusammen, ob dies für uns ein Weg ist, kann nur gemeinsam mit den Feuerwehren beantwortet werden. Die Feuerwehr kann sich auch zukünftig auf die FBW verlassen.

Christian Fischer (FDP)

Unser Feuerwehrgerätehaus in Niederweimar. Auf den ersten Blick ein Foto eines einfachen Zweckbaus. Auf den zweiten Blick jedoch viel mehr, wenn ich an die Menschen denke, die diese Gebäude in unserer Gemeinde mit Leben füllen.  
Retten. Löschen. Bergen. Schützen. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass es in unseren Ortsteilen Frauen und Männer gibt, die ihre Freizeit in den Dienst der Allgemeinheit stellen und sich in der freiwilligen Feuerwehr engagieren. Tag und Nacht – 365 Tage im Jahr zum Schutz von Leib und Leben. Dafür verdienen sie unseren Respekt, unsere Anerkennung und größtmögliche Unterstützung. Daher ist es wichtig, die Einsatzfähigkeit der Weimarer Wehren technisch und auch personell zu erhalten und zu fördern.

Ich sehe es als Aufgabe der Kommunalpolitik, den Prozess der Bedarfs- und Entwicklungsplanung und der Nachwuchsgewinnung zu begleiten. Wohlwissend, dass die Feuerwehrleute vor Ort über wichtige Kompetenzen verfügen und am allerbesten wissen, wo der Schuh drückt.

Thomas Nuhn (CDU)

Das Feuerwehrgerätehaus Niederweimar steht für einen wichtigen Bestandteil des freiwilligen Engagements für Bürgerinnen und Bürger in unserer Gemeinde. Die freiwilligen Feuerwehren geraten immer mehr in ein Spannungsfeld zwischen Anforderung und Realität. Die Einsatzzahlen steigen schon seit Jahren stetig, aber die Aktivenzahlen sinken. Die Belastung des Einzelnen wächst. Neben Einsätzen zählt hierzu auch, sich ständig weiterzubilden um fit für den Einsatz zu sein. So entsteht für jeden eine hohe zeitliche Belastung.

Die Feuerwehrleute unserer Gemeinde haben in den letzten Jahren wiederholt qualitativ hochwertige Arbeit geleistet. Wer honoriert das, wer unterstützt diese Männer und Frauen? In diesem Spannungsfeld ist es wichtig, dass den Einsatzkräften zumindest optimale Rahmenbedingungen (Material/Liegenschaften) zur Verfügung gestellt werden. Die CDU Weimar hat dieses Thema bereits in der letzten Legislaturperiode aufgegriffen und den Gemeindevorstand zu einer Darstellung der aktuellen Situation der Gerätehäuser aufgefordert. Basierend hierauf wird die CDU sich für zukunftsfähige Strukturen in diesem Bereich engagieren.

Stephan Wenz (SPD)

Das Feuerwehrgerätehaus unseres größten Ortsteils versinnbildlicht für mich Gemeinschaft, die ohne unsere ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürger nicht funktioniert. Die Feuerwehr nimmt hier eine besondere Stellung unter unseren zahlreichen Ehrenamtlichen ein. Mit ihrem Leitsatz Retten-Löschen-Bergen-Schützen setzen sie sogar ihre Gesundheit für uns ein. Deshalb ist es für mich von vorrangiger Bedeutung, die Feuerwehren, aber auch die in unseren Sportvereinen, Kultur- und Fördervereinen organisierten Helfer und die vielen Einzelnen in ihrem Engagement zu unterstützen.

Mit Willensbekundungen oder Lippenbekenntnissen ist unseren Ehrenamtlichen aber nicht geholfen, deshalb steht für mich die finanzielle Unterstützung als freiwillige Leistung unserer Gemeinde nicht zur Debatte. Gerade bei den Feuerwehren als Rückgrat unseres Brandschutzes ist es wichtig, dass sich auch in Zukunft in den Einsatzabteilungen ausreichend Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner engagieren. Angesichts des spürbar geringeren Interesses von Jugendlichen an der Feuerwehr benötigen wir ein nachhaltiges Nachwuchskonzept. Die hierzu benötigten Finanzmittel sind wir gerne bereit zu investieren.

Reinhard Ahrens (Die Grünen)

Bei der Betrachtung des Feuerwehrgerätehauses in Niederweimar fällt mir ein, dass technische Hilfeleistungen bei Unfällen auf der neuen Umgehungsstraße B 255 und der vierspurigen B 3 ohne die aufopferungsvolle, ehrenamtliche Tätigkeit von zahlreichen Freiwilligen nicht leistbar wäre. Es wird leicht übersehen, dass hier Mitbürger neben ihren eigentlichen beruflichen Verpflichtungen viel Zeit investieren, um anderen Mitmenschen zu helfen. Um vor allem die Tagesbereitschaft zu gewährleisten, ist es wichtig, dass die Gemeinde und die örtlichen Arbeitgeber bei diesen für alle lebenswichtigen Aufgaben an einem Strang ziehen.

Das Feuerwehrgerätehaus ist in die Jahre gekommen. Ein Neubau in der Nähe der Umgehungsstraße würde die Ausrückzeiten verringern, die Tagesbereitschaft des Stützpunktes stabilisieren helfen, die Unterbringung der Fahrzeuge, der technischen Gerätschaften und der Schutzkleidung verbessern. Die sanitären Anlagen und die Schulungsräume könnten eine zeitgemäße Ausstattung bekommen. Darüber hinaus liegt uns die Förderung des Nachwuchses und der Erhalt auch der kleinen Feuerwehrstandorte sehr am Herzen.

von Götz Schaub

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