Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
Stärken der Stadt mehr herausstellen

Kommunalwahl in Wetter Stärken der Stadt mehr herausstellen

In der letzten Sitzung der Stadtverordneten vor der Kommunalwahl ging es auch um die Entwicklung eines Baugebiets in der Kernstadt (die OP berichtete). Eigentlich wird es dafür doch auch höchste Zeit, oder?

Voriger Artikel
„Werden mit den Finanzmitteln sorgsam umgehen“
Nächster Artikel
Projekt Oberrosphe ist ein Meilenstein

Die B 252 führt noch immer direkt durch Wetter. Ist sie der Grund, warum es zuletzt nur ein Baugebiet in der Kernstadt gab?

Quelle: Götz Schaub

Wetter. Durch den Lahntaler Ortsteil Sterzhausen führt wie durch die Kernstadt von Wetter eine Bundesstraße. Beide Orte verfügen über einen Bahnhaltepunkt, Nahversorgungseinrichtungen, Kindergärten und Grundschulen, Wetter sogar noch über eine integrierte Gesamtschule. Die beiden Orte liegen kaum fünf Kilometer voneinander entfernt.

In Sterzhausen wird seit vielen Jahren ein Baugebiet nach dem anderen ausgewiesen, der Ort wächst und wächst, sichert seine Infrastruktur. In Wetter gab es zuletzt nur das  Baugebiet „Marburger Grund“, das sich lange Zeit sehr schleppend abverkaufte. Was läuft in Wetter anders als in Sterzhausen, was dürfen die Bürger von den neuen Stadtverordneten erwarten? Was wollen die aktuellen Listensprecher mit ihrer neuen Fraktion unternehmen, Wetter für Wohnungssuchende attraktiv zu machen?

Klaus Gerber (Bündnis 90 / Die Grünen):

Die Baugrundstücke im Marburger Grund zählen leider nicht zu den attraktivsten. Man kann dort noch einige erwerben. Wetter ist nicht in der finanziellen Lage, mehrere Baugebiete gleichzeitig auszuweisen, da muss man schon ein Auge auf den Abverkauf im Marburger Grund richten. Wir sind gerade dabei, neue Baugrundstücke in ausreichender Zahl auszuweisen. Dies ist für die Weiterentwicklung unserer Stadt  sehr wichtig. Wir werden diese Entwicklung unterstützen. Gleichzeitig setzen wir uns dafür ein, unseren Gebäudeleerstand zu vermarkten. In Sterzhausen entwickelte sich das Gewerbe sehr gut, weil dieses an einer weiterhin aktuellen Bundesstraße B 62 liegt. In Wetter an  der alten B 252 sieht das anders aus, hier  möchten sich weniger Investoren niederlassen. Ein neues Gewerbegebiet an der neuen im Bau befindlichen B 252 kann Wetter zumindest derzeit nicht bieten, eben weil wir an der alten B 252 noch genügend Kapazitäten haben. Dennoch, wir werden uns für den Ausbau neuer Gewerbegebietsstrukturen in Wetter einsetzen.

Harald Althaus (SPD):

Die Politik der SPD ist und wird immer auf alle Stadtteile und die Kernstadt ausgerichtet sein. Wir werden die Kernstadt nie isoliert betrachten. Das Ausweisen von Baugebieten sagt noch lange nichts über eine positive Entwicklung aus. Seit 2013 ist die Bevölkerung im Lahntal gesunken, jedoch in Wetter um fast ein Prozent gestiegen. Wetter ist bereits sehr gut aufgestellt. Nahwärme, Kinderbetreuung und die aktuelle Ausweisung eines neuen attraktiven Baugebiets im Osten der Kernstadt zeugen davon. Aber wir fordern mehr. Wir wollen die Erschließung von Gewerbeflächen im Umfeld der K 123, um Unternehmen interessante Erweiterungsflächen anzubieten und Wetter als Wirtschaftsstandort für neue Unternehmen attraktiver zu machen. Wetter benötigt ein aktives Stadtmarketing. Deshalb fordern wir die Einrichtung einer entsprechenden Stelle, um die Stadt als Wirtschafts-, Wohn- und Freizeitstandort offensiv zu vermarkten. Wir setzen uns für die Einrichtung und den Ausbau von kostenfreien WLAN-Hotspots in jedem Stadtteil und der Kernstadt ein.

Nicklas M. Zielen (CDU):

Die CDU-Wetter setzt sich insbesondere für den Zuzug junger Familien ein. Nach einer langen Zeit des Stillstandes weisen wir derzeit ein neues Baugebiet „Am Oberrospher Wege“ in der Kernstadt, rechts der Bundesstraße aus. Die einfache Ausweisung eines Baugebietes reicht aber heute nicht mehr aus, um mit der Gemeinde Lahntal, die näher an Marburg liegt, zu konkurrieren. Im Schulterschluss mit einem privaten Investor, dessen Flächen sich unmittelbar an die städtischen Flächen anschließen, besteht die Möglichkeit, unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit, d.h. durch ökologisches Bauen und unter Einbindung in das Nahwärmenetz ein attraktives Baugebiet zu entwickeln.
Diese Chance sollten wir nutzen. Wir fordern daher die Erarbeitung eines innovativen Entwicklungskonzepts, welches auch einen Spielplatz und Begegnungsstätten vorsieht. Wesentlich ist zudem, dass im Rahmen eines neu zu schaffenden Stadtmarketings die lebenswerten Vorteile der Stadt Wetter kreisweit herausgestellt werden. Denn Wetter verfügt über eine hervorragende Infrastruktur und braucht sich nicht hinter anderen Gemeinden zu verstrecken.

Martin Krieger (Die Linke):

Zu den eingangs aufgeführten Vorteilen, die Wetter bietet, kann man durchaus noch weitere aufzählen. So verfügt die Stadt Wetter, anders als die Gemeinde Lahntal, über ein Hallenbad. Darüber hinaus existieren in Teilbereichen der Stadt Wetter Nahwärmenetze. Die Nachfrage an Bauplätzen in Sterzhausen ist also nicht durch bessere Infrastruktur zu erklären, sondern vielmehr durch die Nähe zu den Arbeitsplätzen in Marburg. Dies zeigt sich auch in Unterschieden innerhalb der Gemeinde Lahntal. So existiert beispielsweise in Göttingen kein solcher Bedarf an Bauplätzen. Daher muss die Stadt Wetter in der Vermarktung von Bauplätzen besser werden. Interessenten an Bauplätzen müssen mehr an die Hand genommen werden, die Vorteile der Stadt Wetter müssen stärker herausgestellt werden. Auch müssen existierende wie zukünftige Baugebiete offensiver beworben werden, sowohl online, in klassischen Printmedien, wie auch in Form von Werbetafeln. Wer nach Wetter ziehen möchte, muss vom ersten Augenblick an das Gefühl vermittelt bekommen, hier richtig zu sein.

Stefan Ronzheimer (FDP):

Das Baugebiet „Marburger Grund“ war leider aufgrund seiner Richtung Nord-Osten ausgelegten starken Hanglage eher schlecht vermarktbar. Mit der Ausweisung eines neuen Baugebietes am östlichen Stadtrand von Wetter, wird es ab diesem Jahr wieder ein sehr attraktives und ebenes Baugebiet zu attraktiven Preisen geben. Aber auch im Bereich der gewerblichen Baugebiete sollte die Stadt Wetter jetzt die Gunst der Stunde nutzen und über eine Ausweisung eines Baugebietes an der neuen B 252 beraten, welche voraussichtlich 2020 fertiggestellt sein wird.

Hier bietet sich der Bereich in der Nähe des Anschlusses an die Landesstraße zwischen Wetter und Amönau an. Denn da wo Arbeitsplätze sind und entstehen, werden auch Bauplätze gesucht.  Durch die Verlagerung des Durchgangsverkehrs wird auch das Wohnen an der „alten“ Bundesstraße wieder angenehmer. Außerdem bietet Wetter mit einer Ganztagsbetreuung ab dem Kindergarten auch für berufstätige Familien die Voraussetzungen für einen attraktiven Wohnort. Schulen, Arztpraxen sowie zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten runden das Angebot ab.

von Götz Schaub

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr